Gemeinde Ancud will den Tourismus in Puñihuil nachhaltig entwickeln

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Datum: 02. Mai 2010
Uhrzeit: 10:06 Uhr
Ressorts: Chile, Welt & Reisen
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Autor: (Leser)
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Die Islas de Puñihuil im Norden von Chiloé sind der einzige Platz auf der Welt, an dem man zwei von den insgesamt mehr als ein Dutzend Arten von Pinguinen gleichzeitig antrifft: Humboldt- und Magellanpinguine. Das Verbreitungsgebiet der Magellanpinguine Richtung Norden endet hier, während die Humboldtpinguine hier ihre südlichste Brutstätte haben. Sphenisco – Schutz des Humboldt-Pinguins e.V. möchte in Zusammenarbeit mit chilenischen Naturschützern und Wissenschaftlern dazu beitragen, den Humboldt-Pinguin vor der Ausrottung zu bewahren.

Sphenisco e.V. wird die Arbeit vor Ort vor allem in den Bereichen Umweltbildung, Forschung und Entwicklung nachhaltiger Einnahmequellen unterstützen. Neben der Vermittlung von Volontären und Forschern hilft Sphenisco konkret z.B. durch die Erarbeitung von Medien zur Umweltbildung. Der Verein arbeitet bereits mit den chilenischen Universitäten in Santiago und Coquimbo, dem Naturkundemuseum in San Antonio, Zentralchile und den Organisationen MODEMA (Movimiento en Defensa del Medio Ambiente / Bewegung zum Schutz der Umwelt, La Higuera, Region Coquimbo, Nord Chile) und Ecoturismo (Puñihuil, Südchile) zusammen.

Die Gemeinde Ancud will den Tourismus in Puñihuil nachhaltig entwickeln. Um dieses Ziel zu erreichen hat sie im April in einer Verordnung folgende Regeln für den Bootstourismus in Puñihuil aufgestellt:

  1. Die Zahl der Bootsanbieter und der Boote wird auf maximal 5 beschränkt, d.h. auch jeder darf nur mit einem Boot fahren.
  2. Täglich dürfen nur maximal 30 Touren (5 x 6) durchgeführt werden. Dabei dürfen nicht mehr als 2 Boote auf dem Meer sein und sie müssen mit 15 Minuten Abstand starten.
  3. Die Boote dürfen nur in der Zeit zwischen 10.00 Uhr und 20.00 Uhr zu den Brutinseln fahren.
  4. Die Boote sollen sich den Tieren nicht mehr als 20 Meter nähern.

So sollen die Störungen für die Pinguine und anderer Seetiere verringert werden, die Tiere die Inseln morgens zum Fischfang ungestört verlassen und abends ohne Probleme zurückkehren können.

Initiiert wurde die Verordnung vonEcoturismo, einem Partner von Sphenisco e.V. Die 4 Firmen hatten die Gemeinde aufgefordert, den ausufernden Tourismus am Strand von Punihuil einzudämmen und so das kleine Naturparadies und damit auch die wichtigste Touristen-Attraktion auf Chiloé zu schützen.

Ein Anfang ist gemacht. Die Verordnung kann helfen den Tourismus in Punihuil nachhaltig zu gestalten. Sie setzt allen Anbietern Grenzen und stärkt die Anwohner mit Weitblick, die an einer nachhaltigen Entwicklung und der Bewahrung des Ökosystems mit den Brutinseln interessiert sind.

Kritisch sieht Sphenisco e.V. die Verordnung in folgenden Punkten:

  1. Der Abstand bei der Annäherung an die Tiere ist falsch angesetzt und berücksichtig bekannte Forschungsergebnisse nicht. So konnte Maria José Oetiker (2008) nachweisen, dass die Pinguine bereits bei einer Annäherung von 43 Metern Anzeichen von Stress und ggf. Fluchtreaktionen zeigen.
  2. Auch die Fahrten bis 20.00 Uhr entsprechen nicht den Bedürfnissen der Tiere, denn diese kehren bereits ab 18.00 Uhr auf die Brutinseln zurück

Trotzdem, die Richtung stimmt und wird hoffentlich helfen die Fauna und Flora von Puñihuil zu schützen.

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