Venezuela: Lächerliche Erfolge der Regierung – Von linken Medien aufgebauscht

Datum: 27. Juli 2011
Uhrzeit: 13:15 Uhr
Ressorts: Leserberichte
Leserecho: 11 Kommentare
Autor: Heinz Müller, Caracas (Leser)
Sprachkurs Spanisch (Südamerika)

Macht es sich die bolivarianische Regierung nicht ein wenig zu leicht, um das immer grösser werdende Problem „als Drogen-Drehscheibe der Welt zu fungieren“ in den Griff zu kriegen? Diese Frage stellt sich einmal mehr, wenn man den Beitrag aus dem linken Blättchen „Amerika21“ vom 27. Juli 2011 mit dem Titel: „Behörden in Venezuela finden Kokain aus den USA“ liest.

Länder wie Kolumbien und Bolivien gelten seit vielen Jahren als Hauptproduzenten von Kokain. Eines der Hauptabnehmer wie die USA sorgt mit ihren Riesenproblemen dafür, dass die rege Nachfrage garantiert nicht abreißt. Die Hauptprobleme der USA liegen vor allem darin, dass unter dem Gesichtspunkt der Gewinnoptimierung und der Streichung von wichtigen Sozialprogrammen die Verrohung am Arbeits- und Finanzmarkt zunimmt und das einfache Wesen „Mensch“ auf der Strecke blieb. Verantwortlich war nicht zuletzt die extrem steigende Arbeitslosigkeit und die fehlenden Lebensperspektiven der Jugend (welche auch in Venezuela ins unermessliche stieg).

Venezuela hatte schon in früheren Jahren eine tragende Rolle als Drogentransitland in Mittelamerika, wobei diese in der Jahren der bolivarianischen Revolution zusehends eine Riesendimension angenommen hat. Dank der Mithilfe von führenden Köpfen in Militär, Guardia National, Zoll, u.v.m. hat sich Venezuela zu einer der grössten Drehscheiben des internationalen Drogenhandels gemausert.

Um nicht immer wieder im negativen Rampenlicht der Drogenfandung stehen zu müssen, sind die Behörde Venezuelas (wie auch schon in Thailand, Afghanistan, Iran) dazu übergegangen in regelmässigen Abständen ein Bauernopfer zu bringen und Medienwirksam auszunutzen. Wohlwissend, dass es dumpfe Blättchen gibt, die dies gierig aufgreifen und dann als wichtig vermelden. Wenn man bedenkt, wie viele Tausende von Tonnen Kokain verschoben werden, klingt es doch ernüchternd, dass den tapferen bolivarianischen Behörden in ihrem unermüdlichen Krieg gegen die Drogenflut ein Schlag gegen das Verbrechen gelungen ist- und auf einem Amerikanischen Schiff ganze 30 Kilogramm Kokain aufgespürt und Besatzungsmitglieder verhaftet wurden.

Mit dieser Art von Aufbauschung eines (im Vergleicht) doch unbedeutenden Erfolges, kommt doch bei manchem Leser ein fader Geschmack im Munde hoch.

Zu bedenken ist auch, dass die bolivarianische Regierung unter Hugo Chavez über Jahre Millionen an Dollar der Terrororganisation FARC zukommen ließ und auch ihren Kämpfern Venezuela als Ausweichmöglichkeit zur Verfügung stellte, obwohl sich die FARC ja seit langem durch Entführungen und Drogenhandel finanziert. Jeder, Sozis ausgenommen, wird sich wohl an einer Hand ausrechnen können, dass im Zuge dieser Zustände der Bekämpfung des Drogenhandels eine eher stiefmütterliche Intensität zukommen kann.

Nichts desto trotz ist es erfreulich vermelden zu können, dass man dieses Rauschgift auf einem US-Amerikanischen Frachtschifft (des verhassten US-Imperiums) entdeckt und sichergestellt habe.

Medienspektakel und Pressemitteilungen gehören schon längst zum Spiel der Regierungen auf der ganzen Welt, denn nichts ist unwichtig genug, um nicht den Medien zum Frass vorgeworfen zu werden.

In diesem Zusammenhang darf man an dieser Stelle dem am 28. Juli geborenen Hugo Chavez herzlichst gratulieren und auf das zum Medienspektakel angekündigte Volks- und Geburtstagsfest gespannt sein. Ob es die Einschaltquoten der diesjährigen Hochzeiten in London und Monte Carlo übertreffen wird, darf bezweifelt werden.

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  1. 1
    Pituca

    Was Sie als „Bauernopfer“ bezeichen, sind keine. Man opfert gar nichts, sondern im Zusammenspiel der etablierten Kräfte werden lästige Konkurrenten ans Messer geliefert. Die Behörden nehmen dies dankbar an, können sie doch so Erfolge vorweisen. Dabei werden auch regelmäßig Mengen von sehr vielen Tonnen beschlagnahmt. denn man will ja vor allem jene „Newcomer“ aus dem Weg räumen, die sich zum ernsthaften Problem entwickeln, nicht die kleinen Fische. Und manchmal auch einen der alteingesessenen Großen, wenn er anderweitig unbequem wird, wie im Falle der Brüder Makled. Aldala Aldala, der Bruder von Wal Makled, der als einer der wichtigsten Köpfe im weltweiten Kokainhandel gilt, war aussichtsreichster Kandidat für die Bürgermeisterwahl in Valencia, bis er eine Woche vor der Wahl verhaftet wurde, so daß der Wunschkandidat von Chávez zum Alcalde gewählt wurde. Auch diesem sagt man nach, mit Drogen zu handeln. Ob dies stimmt, vermag ich nicht zu beurteilen.

    Von daher erwecken Presseberichte über Schläge der venezolanischen Behörden gegen den Narcotrafico eher den Eindruck, sehr erfolgreich zu sein, was sie in absoluten Zahlen gerechnet auch sind. Relativ an den verschobenen und gehandelten Gesamtmengen natürlich nicht.

    In Deutschland läuft das genau nach der gleichen Masche ab. Unterschiede ergeben sich aus dem Umfang und daraus, daß Deutschland eher ein Verbraucher- denn ein Transitland für Drogen ist, sowie daß die großen Dealer weitgehend in legale Firmen integriert und deutlich geschickter getarnt sind.

  2. 2
    Pituca

    KORREKTUR: „…Aldala, der Bruder von Wali Makled,…“

    Die Eigenintelligenz des Korrekturprogrammes ist manchmal lästig.

  3. 3
    Gast

    Amerika21?!? Das liest Du noch? Das sind doch die, die über ein Venezuela berichten, das irgendwo anders liegen muss, als das in dem ich lebe. Mein Arzt hat mir das verboten, der Blutdruck…

  4. 4
    Heinz

    Loll. Die Schmierfinken schreiben drei Tage später ihre Meldungen, nachdem sie sie von anderen abgekupfert haben. Kommunistenpack, trauriges.

  5. 5
    Der Bettler

    Moment mal! Gustav und Togo arbeiten viel mit Amerika 21,darum wissen
    sie ja so gut über Venezuela Bescheid. Hi-hi.

  6. 6
    Der Bettler

    Fliehe aus dem Land,wo man alle Befugnisse hat,es ist ein Land der
    Sklaven.
    Simon Bolivar.

  7. 7
    hans

    behalten sie ihren von der regierung verordneten voelkerhass fuer sich. berichten sie politisch neutral. der buerger kann sich seine eigene meinung auch ohne ihr hassgewimmer bilden. und er hat noch andere objektivere informationsquellen auserhalb ihres geschreis.

    • 7.1
      der demokrat

      gegen wen richten sich denn deine werten worte?

  8. 8
    der demokrat

    da es ausser den chinesen kein einziges kommunistisch sozialistisches land geschafft hat zu überleben, ist es doch eher als krankheit zu bezeichnen, wenn es immer wieder leute gibt, die meinen das ei des kolumbus gefunden zu haben und somit den eneuen sozialismus.

    schau dich doch rum auf dieser erde, überall wo kommunismus war, ist elend, oder die alte macht wieder hergestellt.
    somit wäre dieses thema endlich erledigt.

    warum kann man diesen linken schreiberlingen und kriechern nicht einfach die batterien rausnehmen? sollte doch gehen! oder nicht?

  9. 9
    Lumida

    Immer nur draufhauen auf das Regime in Venezuela. Was erreicht Ihr dadurch? Gar nichts. Wie heißt es so schön: Außer Spesen nix gewesen.

    • 9.1
      Heinz

      Hier geht es nicht ums draufhauen oder aufbauschen. Ich als hier Lebender wehre mich nur gegen verlogene Berichte von Schmuddelgazetten, die ihren Ar… nicht in die Höhe bekommen und von irgendwoher die Wahrheit verdrehen und lügen, dass sich die Balken biegen.

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