Kanadische Bergsteigerin stirbt in Ecuador

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Die Besteigung des Chimborazo ist bei Bergsteigern sehr beliebt (Foto: Ministro del Interior)
Datum: 09. Juli 2022
Uhrzeit: 07:45 Uhr
Ressorts: Ecuador, Panorama
Leserecho: 0 Kommentare
Autor: Redaktion
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Bei einem Lawinenabgang am Chimborazo-Vulkan in Ecuador ist eine 25-jährige kanadische Bergsteigerin ums Leben gekommen und eine weitere Person wurde verletzt. Dies gab die nationale Behörde für Risiko- und Notfallmanagement bekannt. Die Gründe für den Lawinenabgang sind bisher nicht bekannt. Der Chimborazo ist der höchste Vulkan und Berg in Ecuador und in den nördlichen Anden. Sein Gipfel ist der am weitesten vom Mittelpunkt der Erde entfernte Punkt und liegt auf einer Höhe von über 6.200 Metern über dem Meeresspiegel und einhundertfünfzig Kilometer südlich von Quito. Aufgrund dieser Eigenschaften ist die Besteigung des Vulkans zu einer der beliebtesten Herausforderungen für Bergsteiger geworden. Die Lawine, die die jungen Kanadierin in den Tod riss, ereignete sich auf einer Höhe von etwa 5.400 Metern, als die Kletterer den Berg hinabstiegen. Orlando Vallejo, Leiter der Feuerwehr von Riobamba, berichtete den lokalen Medien über die Tragödie. Obwohl Mitarbeiter der Feuerwehr von Riobamba, der Sondereinsatzgruppe und des ecuadorianischen Bergführerverbands vor Ort waren um die Lage zu beurteilen, ist noch nicht bekannt, ob es weitere Opfer gibt.

Ecuador liegt in der Konvergenzzone der Nazca-Platte und der südamerikanischen Platte. Diese Lage hat dazu geführt, dass das Land eine aktive Vulkankette hat und zum Pazifischen Feuerring gehört, einem Gebiet im Pazifischen Ozean, das für seine intensive seismische und vulkanische Aktivität bekannt ist. Der Vulkan Chimborazo ist der höchste des Landes, aber nicht der gefährlichste. Nach Angaben des Geophysikalischen Instituts der Nationalen Polytechnischen Schule Ecuadors ist der Chimborazo ein Vulkan, der aus drei Vulkanbauten besteht, wie die Ansammlung von festen Trümmern, die bei einem Ausbruch ausgeworfen werden, verstanden wird. Laut den Forschern des Geophysikalischen Instituts wäre das Basalgebäude „zwischen einhundertzwanzig und sechzigtausend Jahren vor der Gegenwart aktiv gewesen“.

Die Vulkane Cotopaxi und Tungurahua stehen auf Platz sechs und sieben der Liste der zehn gefährlichsten Vulkane Lateinamerikas. Die beiden Vulkane sind senkrecht nur dreiundachtzig Kilometer voneinander entfernt, auf dem Landweg beträgt die Entfernung zwischen ihnen jedoch einhundertdreiundneunzig Kilometer. Im Falle eines Ausbruchs eines der beiden Vulkane wurden vom Nationalen Dienst für Risiko- und Notfallmanagement in den Provinzen Tungurahua, Cotopaxi und Chimborazo im zentralen Hochland Ecuadors Zonen mit hoher Auswirkung festgelegt. Der Cotopaxi ist nicht nur einer der gefährlichsten Vulkane Ecuadors, sondern der ganzen Welt. Das Geophysikalische Institut erklärt, dass er aufgrund der Häufigkeit und Art seiner Ausbrüche als solcher eingestuft wurde. Weitere Merkmale sind das Relief, die Gletscherbedeckung und die Anzahl der Menschen, die den Bedrohungen ausgesetzt sind. Von den siebenundneunzig Vulkanen des Landes haben mindestens fünfundzwanzig in den letzten zehntausend Jahren sehr große Ausbrüche verzeichnet. Acht weitere Vulkane sind nach Angaben des Nationalen Risiko- und Notfalldienstes seit der spanischen Eroberung immer wieder ausgebrochen, wobei die Vulkane der Galapagos-Inseln, die als eines der aktivsten Vulkangebiete der Welt gelten, in diesen Zahlen nicht enthalten sind.

Im südamerikanischen Land gibt es siebenundzwanzig potenziell aktive Vulkane, darunter auch die Vulkane der Galapagosinseln. Sieben davon sind Vulkane auf dem ecuadorianischen Festland: Cayambe, Reventador, Guagua Pichincha, Cotopaxi, Tungurahua, Sangay und Potrerillos-Chacana. Die anderen sieben sind Galapagos-Vulkane: Marchena, Cerro Azul, Fernandina, Santo Tomás/Volcán Chico, Alcedo, Darwin und Wolf. Obwohl ein Vulkanausbruch nicht vorhergesagt werden kann, sind sich die Behörden in Ecuador des Risikos bewusst, das das Leben inmitten von Vulkanen mit sich bringt. In den Grundlagen des Risikomanagements stellt die für Notfälle zuständige Institution fest, dass „Vulkanausbrüche eine enorme Gefahr für Ecuador darstellen“.

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