Mexiko: Hunger treibt Indigene in den Selbstmord

Raramuris

Datum: 16. Januar 2012
Uhrzeit: 11:48 Uhr
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Autor: Redaktion
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► Verlust von rund 20.000 Tonnen Mais

Aus Angst ihre Kinder nicht mehr ernähren zu können, haben im Jahr 2011 rund fünfzig Angehörige der Rarámuri im Norden Mexikos Selbstmord verübt. Die Rarámuri, Bauern, Viehhalter, Jäger und Sammler, leben in den gewaltigen Kupferschluchten der Sierra Tarahumara im Bundesstaat Chihuahua. Die anhaltende Dürre, welche von den Behörden als die schlimmste in der modernen Geschichte Mexikos bezeichnet wird, verursachte nach Angaben der Regierung einen Verlust von rund 20.000 Tonnen Mais in der Sierra Tarahumara.

Zu den Haupterwerbsquellen der Indigenen gehört die wirtschaftliche Tätigkeit in der Landwirtschaft, Jagd, sowie die Herstellung von Körben und Decken. „Die Rarámuris sind verzweifelt. Mindestens fünfzig Frauen und Männer haben bis zum 10. Dezember 2011 aus Angst vor dem Verhungern ihrer Kinder Selbstmord verübt und sich in eine Schlucht gestürzt oder aufgehängt“, erklärte Ramón Gardea, Führer der Organisation der Landwirte in einem Interview.

Nach Angaben von Jesús Velázquez Rodríguez, staatlicher Koordinator für Tarahumara, wuchs die Zahl der einheimischen Familien, die aus Mangel an Lebensmitteln und Arbeitsplätzen in städtische Gebiete migrierten, in den letzten fünf Jahren exponentiell an.

Die Regierung des mexikanischen Bundesstaates Chihuahua hat die Meldungen über einen Masseselbstmord von Hunger leidenden Indigenen vom Stamm der Tarahumara entschieden zurückgewiesen und betont, dass seit zehn Wochen mehrere Hilfsprogramme für die Tarahumara im Bundesstaat Chihuahua im Gange sind.

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