Erdbeben in Chile: Aconcagua wird neu vermessen

Datum: 09. März 2012
Uhrzeit: 12:52 Uhr
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Autor: Redaktion
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► Verschiedene GPS-Messungen am Gipfel

Das schwere Erdbeben vom 27. Februar 2010 könnte die Höhe des „Cerro Aconcagua“ verändert haben. Der 6.962 Meter hohe Aconcagua befindet sich in den argentinischen Anden in der Provinz Mendoza nahe an der chilenischen Grenze und ist der höchste Berg Südamerikas und des amerikanischen Doppelkontinents, sowie der höchste Berg außerhalb Asiens. Die letzte Messung des „heiligen Berges der Inka“ resultiert aus dem Jahr 1956.

Das Erdbeben in Chile 2010 war ein schweres Erdbeben vor der Küste der Region Maule in Chile. Das Beben hatte eine Stärke von 8,8 Mw auf der Momenten-Magnituden-Skala und war das stärkste Erdbeben in Chile seit fast 50 Jahren und das sechststärkste Beben, das weltweit seit Beginn der seismischen Aufzeichnungen im Jahr 1900 je gemessen wurde. Das Zentrum des Bebens lag nach Schätzungen der US-Geologiebehörde USGS etwa 35 km unter der Erdoberfläche, andere Quellen sprechen von 47,4 bzw. 24 km. Innerhalb von 24 Stunden wurden nach Erkenntnissen der USGS mehr als 70 Nachbeben mit einer Stärke von mindestens 4,9 registriert, mehrere davon stärker als 6,0.

Die Erschütterung hatte erheblichen Einfluss auf die Geografie der Region. Auswertungen von GPS-Messungen durch chilenische und US-amerikanische Geologen ergaben, dass die Stadt Concepción um etwa drei Meter nach Westen verrückt wurde. Die Hauptstadt Santiago schob sich um etwa 24 Zentimeter nach Westsüdwest. Auch Valparaíso und die argentinische Stadt Mendoza verschoben sich nach Angaben der Forscher „beträchtlich“. Nach Modellberechnungen von Wissenschaftlern der US-Weltraumorganisation NASA resultiert aus den geologischen Massenverlagerungen infolge des Bebens eine Verschiebung der Erdachse um etwa acht Zentimeter und eine Beschleunigung der Erdrotation. Die Tageslänge verkürzt sich dadurch um rund 1,26 Mikrosekunden.

Um die genaue Höhe des Aconcagua zu überprüfen, wird eine Gruppe von Wissenschaftlern der Universität von Buenos Aires den Berg ersteigen und verschiedene GPS-Messungen durchführen. Ende April soll die neue Höhe des „El Volcano“ bekannt gegeben werden.

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