Kuba leidet unter einer dramatischen Überalterung

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Datum: 08. August 2012
Uhrzeit: 05:42 Uhr
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Autor: Redaktion
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► Immer mehr ältere und weniger Frauen im gebärfähigen Alter

Die kommunistisch regierte Karibikinsel Kuba steht vor dem Problem einer dramatischen Überalterung. Nach Ansicht von Experten werden sich im Jahr 2021 mehr Arbeitnehmer im Ruhestand befinden, als neu in den Arbeitsmarkt eintreten. Gleichzeitig gibt es immer mehr ältere und weniger Frauen im gebärfähigen Alter, während Tausende von jungen Menschen das Land verlassen.

Das Problem hat seine Wurzeln in einem der wichtigsten Erfolge der Revolution unter der Führung von Fidel Castro. Das kubanische Gesundheitssystem zeichnet sich durch eine gute Vorsorge und hohe Ärztedichte aus, die Lebenserwartung der Bevölkerung hat stark zugenommen. Wie auch anderswo in der Welt führt der Zugang von Frauen zu höherer Bildung zu niedrigen Geburtenraten. Schätzungen gehen davon aus, dass mindestens die Hälfte der Schwangerschaften abgebrochen werden.

Ein weiteres Problem ist die anhaltende Migration, die sich auf etwa 35.000 Menschen pro Jahr beläuft. Diejenigen, die die Insel verlassen, sind jung, ehrgeizig und gut ausgebildet. Nach Angaben des Nationalen statistischen Amtes waren im Jahr 2011 etwa 17% der Bevölkerung (Gesamtbevölkerung 11.247.925) über 60 Jahre alt. Dies ist fast das Doppelte des regionalen Durchschnitt von 9%. Es wird geschätzt, dass bis zum Jahr 2035 rund 3,6 Millionen Menschen über 60 Jahre alt sind, ein Drittel der Bevölkerung.

Demographen sind sich einig, dass die kubanische Bevölkerung mit knapp 11 Millionen Einwohnern ihren Höhepunkt erreicht hat. Die kubanische Regierung will im nächsten Jahr Möglichkeiten zur Förderung der Fruchtbarkeit studieren, gab aber keine Details bekannt. „Die Verfügbarkeit von Arbeitskräften hat sich zu einem ernsthaften Problem entwickelt“, teilte der frühere Wirtschaftsminister Marino Murillo mit.

In den letzten Jahren wurde bereits das Rentenalter für Frauen auf 60 und für Männer auf 65 Jahre angehoben. Die Behörden forderten Rentner dazu auf, aktive Mitglieder ihrer Gesellschaft zu sein. Dabei geht Präsident Raúl Castro mit gutem Beispiel voran – er ist gerade einmal 81 Jahre alt.

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