Fußball-Weltmeisterschaft Brasilien 2014: Sepp Blatter in Favela eingeladen

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Kinder aus der Favela Jacarezinho malen rote Kreuze auf 400 Fußbälle (Foto: Río de Paz)
Datum: 06. April 2014
Uhrzeit: 09:55 Uhr
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Die vom 12. Juni bis zum 13. Juli 2014 in Brasilien stattfindende Endrunde der Fußball-Weltmeisterschaft 2014 gilt als das teuerste Turnier aller Zeiten. Das Fest, das der ganzen Welt aus den Stadien des größten Landes in Lateinamerika präsentiert wird, ist meilenweit von dem entfernt, was auf den Straßen des bevölkerungsmäßig fünftgrößten Staates der Erde passiert. Brasilien wird in den kommenden Wochen wahrscheinlich von einer neuen Protestwelle überflutet, die an den Confed-Cup vor einem Jahr erinnern wird. Am Samstag (5.) protestierte in Rio de Janeiro die Nichtregierungsorganisation „Río de Paz“ gegen die horrenden öffentlichen Ausgaben für die WM 2014. FIFA-Präsident Sepp Blatter wurde gebeten, eine Favela zu besuchen um sich mit eigenen Augen von den Lebensbedingungen der Bevölkerung zu überzeugen.

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„Das Geld für die Weltmeisterschaft hätte für den Bau und der Sanierung von Schulen, Krankenhäusern und zur Verbesserung der öffentlichen Gesundheit verwendet werden können. Die Regierung hat Milliarden investiert – Millionen von Menschen leben in dem Land weiterhin in einem Zustand der sozialen Ausgrenzung und inakzeptablen öffentlichen Dienstleistungen. Wir hoffen, dass uns die FIFA bei der Aufteilung der Gewinne an die Armen helfen wird und soziale Verantwortung zeigt“, lautete die Erklärung der NGO.

Als eine Form des Protestes malte eine Gruppe von hundert Kinder aus der Favela Jacarezinho rote Kreuze auf 400 Fußbälle. Ein Foto von der Veranstaltung wird an FIFA-Präsident Sepp Blatter übersandt mit der Bitte, das Armenviertel in einer Entfernung von rund drei Kilometern zum Maracana-Stadion (Finale der WM 2014) zu besuchen.
„Wir wollen die WM nicht boykottieren und erwarten, dass sich alle ausländischen Fans in unserem Land wie zu Hause fühlen. Wir können allerdings nicht ruhig dabei zusehen, was mit dem Geld der Steuerzahler durchgeführt wurde“, schloss die Erklärung von „Río de Paz“.

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