Lateinamerika: Rückgang des Katholizismus um 13 Prozent

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Nirgendwo gibt es mehr Katholiken als in Lateinamerika (Foto: nossasenhoradobrasil)
Datum: 17. April 2014
Uhrzeit: 09:33 Uhr
Leserecho: 1 Kommentar
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Nirgendwo gibt es mehr Katholiken als in Lateinamerika. Was die Region insgesamt auszeichnet ist die Selbstverständlichkeit, mit der gebetet wird. Eine Besonderheit ist die starke Verehrung von Heiligen, die vor allem in Prozessionen und Wallfahrten ihren Ausdruck findet. Die Führungsmacht Brasilien ist das größte katholische Land weltweit. Von Mexiko im Norden Mittelamerikas bis Argentinien und Chile am südlichen Ende des Kontinents ist die große Mehrheit der Bevölkerung katholisch, im regionalen Durchschnitt sind es 80 Prozent. Eine aktuelle und auf Daten des internationalen Umfrageprogramms „Latinobarometer“ basierende Studie der chilenischen Beratungsfirma „Mori“ belegt, dass die Zahl der Katholiken in Lateinamerika im Zeitraum 1995-2014 um 13 Prozent zurückgegangen ist. Dies ist ein durchschnittlicher Rückgang von 0,7 Prozent pro Jahr in der Region.

Der Katholizismus gelangte Ende des 15. Jahrhunderts mit den spanischen Eroberern nach Lateinamerika. Die Missionierung der indigenen Bevölkerung begleitete die kriegerische und wirtschaftliche Unterwerfung. Heute ist die katholische Kirche in 778 Diözesen und 22 Bischofskonferenzen organisiert. Wichtigstes Organ ist der 1955 gegründete lateinamerikanische Bischofsrat CELAM, der die Grundrichtungen des kirchlichen Handelns beschließt.

Die Länder mit dem höchsten Anteil an Gläubigen sind demnach Paraguay (mit 88%), Ecuador (81%), Mexiko (79%), Venezuela (79%) und Argentinien (77%). Die Monopolstellung der katholischen Kirche wird seit den 80er Jahren von evangelikalen Gemeinden und Pfingstkirchen infrage gestellt, die vor allem unter den Armen stetig an Zulauf gewinnen. Besonders deutlich wird dies in Nicaragua, wo eine negative Veränderung von 30% verzeichnet wurde – gefolgt von Honduras mit 29%, Costa Rica und Uruguay (19%) und Chile mit 17%.

Die einzigen Länder, in denen ein Anstieg der Katholiken unter der Bevölkerung verzeichnet wurde, sind die Dominikanischen Republik (1%) und Mexiko, mit einem Plus von 2%. In El Salvador, Nicaragua, Honduras und Guatemala stieg die Zahl der Anhänger der evangelischen Kirche allerdings um mehr als 30 Prozentpunkte, während in Chile und Uruguay eine wachsende Zahl von Agnostikern zu verzeichnen ist.

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  1. 1
    Herbert Merkelbach

    Ist doch verständlich, die römisch-katholische Kirche verkündigt das Paradies im Himmelreich, während die verschiedenen protestantischen Konfessionen verkündigen, dass man auch im Leben einen gewissen Wohlstand erreichen kann.
    Damit nicht alle Katholiken der Kirche in L.A. davonlaufen war auch eine der Gründe der Reise des Papstes Benedikt XVI. nach Brasilien.

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