Appell an russische Restaurants: Kein Rindfleisch aus Paraguay

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Die Zerstörung des Waldes der Ayoreo, um Fleisch zu produzieren, droht die unkontaktierten Ayoreo-Totobiegosode auszulöschen (Foto: Survival International)
Datum: 11. September 2014
Uhrzeit: 07:15 Uhr
Leserecho: 1 Kommentar
Autor: Redaktion
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Survival International hat russische Spitzenrestaurants in einem Brief dazu aufgerufen, auf die Verwendung von Rindfleisch aus Paraguay zu verzichten. Hintergrund ist die rasante Zerstörung des Waldes, in dem das unkontaktierte indigene Volk der Ayoreo lebt, durch die Rinderzucht. Das Schreiben, das unter anderem den Restaurants Bizon, Café Pushkin und Turandot zuging, ruft dazu auf, solange auf die Verwendung von Rindfleisch aus Paraguay zu verzichten, bis die Regierung Paraguays das Recht der Ayoreo auf ihr angestammtes Land garantiert.

Russland ist der Hauptimporteur von Rindfleisch aus Paraguay. Dem brasilianischen Viehzuchtunternehmen Yaguarete Pora, das Produkte nach Russland exportiert, wurde durch Satellitenaufnahmen wiederholt nachgewiesen, dass es illegal riesige Flächen des Chaco-Waldes planiert. Der Chaco ist die Heimat der unkontaktiert lebenden Ayoreo-Totobiegosode, eines der gefährdetsten indigenen Völker der Erde. Das Überleben der Indigenen hängt von ihrem Wald ab. Eine kürzlich erschienene Studie der University of Maryland ergab, dass der Chaco die höchste Abholzungsrate weltweit aufweist.

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Yaguarete Pora weigert sich, die Rodungen des Waldes einzustellen und ignoriert alle Warnungen bezüglich der extremen Gefahr, die hieraus für das Leben der Ayoreo folgt. Sollte es zu Kontakt zwischen Arbeitern der Ranches und Angehörigen der Ayoreo kommen, könnten die unkontaktierten Indigenen durch Krankheiten wie Grippe und Masern ausgelöscht werden, da sie gegen diese nicht resistent sind. Wie allen unkontaktiert lebenden indigenen Völkern droht den Ayoreo eine Katastrophe, sollte ihr Land nicht geschützt werden.

Im Juni 2014 startete Survival eine Werbekampagne in Russland, um Verbraucher vor den Gefahren zu warnen, welche die Rindfleischindustrie für das Leben der unkontaktierten Ayoreo bedeutet.

Stephen Corry, Direktor von Survival International, erklärte heute: „Der Völkermord, der die indigenen Völker Nordamerikas vernichtete, setzt seinen zerstörerischen Weg fort. Wir erleben, dass ganze Völker ausgerottet werden, da die Industriegesellschaft ihren fatalen Marsch nach vorne fortsetzt. Quer durch Südamerika werden Indigenen ihr Land und ihre Ressourcen gestohlen, Tod und Krankheit bleiben zurück. Wir müssen nun handeln, damit die Ayoreo nicht die nächsten sind, die ‘Fortschritt’ und ‘Zivilisation’ zum Opfer fallen.“

Survival International ist die weltweite Bewegung für die Rechte indigener Völker. Wir helfen indigenen Völker, ihr Leben zu verteidigen, ihr Land zu schützen und ihre Zukunft selbst zu bestimmen. Survival wurde 1969 gegründet und feiert dieses Jahr seinen 45. Geburtstag.

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  1. 1
    Martin Bauer

    Wenn die Argentinier und Brasilianer willens und in der Lage wären, mit ihrem heimischen Rindfleisch der Qualität dessen aus Uruguay auch nur halbwegs nahe zu kommen, würde sich das Problem über Nacht von selbst erledigen. So aber exportieren sie immer lausigeres Gelumpe, das beste Rindfleisch der Welt dagegen bleibt neureichen Russen und Arabern vorbehalten, und die Natur wird auch in Uruguay platt gemacht.

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