Gesundheitssektor in Venezuela: Schulden bei ausländischen Lieferanten erhöht

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Patienten leiden unter der Misswirtschaft des Regimes (Foto: Internet/Handout)
Datum: 04. November 2014
Uhrzeit: 14:52 Uhr
Leserecho: 7 Kommentare
Autor: Redaktion
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Die Schulden des venezolanischen Gesundheitssektors bei ausländischen Lieferanten haben um 43 Millionen US-Dollar erhöht. Dies gab am Dienstag (4.) Cristino García, Präsident des Verbandes der Krankenhäuser und Kliniken (Asociación de Clínicas y Hospitales) während eines Interviews bekannt. Gleichzeitig wies er darauf hin, dass landesweit keine selektiven Operationen durchgeführt werden.

„Die für die Monate Juli und August beantragten Devisen wurden bisher nicht bereitgestellt“, so García. Nach seinen Worten wird in vielen Kliniken nur noch ein Notbetrieb aufrecht erhalten, selbst Verbandsmaterial ist zur Mangelware geworden. Ebenfalls am Dienstag gab der Apothekerverband des Bundesstaates Lara bekannt, dass in vielen Apotheken aus dem Ausland eingeführte Verhütungsmittel (Pille) fehlen. Großverteiler, unter anderem aus Deutschland, liefern nur noch gegen Vorauskasse.

Fünf von zehn Arzneimitteln (einschließlich Generika) sind im erdölreichsten Land der Welt nicht verfügbar. Dies teilte bereits im März Freddy Ceballos, Präsident des Apothekerverbandes “Federación Farmacéutica de Venezuela”, mit. Nach seinen Worten ist bereits eine “kontrollierte Abgabe von Bestellungen” zu einer Notwendigkeit geworden – die Regierung wurde zur Ausrufung des Notstandes aufgerufen. Demnach stehen in den Apotheken keine Medikamente gegen Bluthochdruck, Antikonvulsiva oder Kochsalzlösung zur Verfügung. “Aufgrund fehlender Devisen können wir keine Medikamente kaufen. Es kann so nicht mehr weitergehen, dass Patienten durch die Fahrlässigkeit und Inkompetenz einer Regierung sterben müssen”, so Ceballos in einem Interview.

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  1. 1
    VE-GE

    WIE LANGE NOCH ?

  2. 2
    Martin Bauer

    Laut Auskunft von Ärzten fehlen mehr als 70% aller notwendigen Medikamente und Reagenzien. Auch Verbandsmaterial, Einwegspritzen etc. sind knapp. Gerade gestern Abend verschrieb mir eine hoch qualifizierte Fachärztin ein Medikament mit Achselzucken und dem Kommentar, sie bezweifle dass es aufzutreiben sei. Dank Verbindungen meiner Frau konnten wir ihr eine Quelle nennen, die hoffentlich nicht so schnell versiegt. Ich habe es inzwischen im Haus, Gott sei Dank!

  3. 3
    Mango

    Was geht hier ab? Habe gerade im TV gesehen, das die rote Regierung , diesen Tage, 10,3 Tonnen Medikamente nach Palästina liefert, als Spende …. ¿Wer weis, sind die Palästinenzer Kinder schon angekommen?……….Lach

  4. 4
    der Reisende,

    Wichtig ist das der Alkohol nicht ausgeht und wenn ja dann müßten ja die Leute hier auf die Straße gehen um zu protestieren. Das wäre aber nicht gut Proteste gegen die Regierung.Das wird dem Busfahrer aber gar nicht gefallen. Darum schaut immer darauf das ja nie der Alkohol für das ach so schwer arbeitende Volk niemals ausgeht.

  5. 5
    Inge Alba

    Das hat nichts mit dem „dummen Volk“ zu tun, wer etwas aus der Geschichte gelernt hat, der weiss, auf die Strasse gehen ist in Demokratien ein gutes Mittel um die Dinge ins Lot zu bringen, in einer Diktatur ist es Selbstmord. Die Venezolanos sind aber keine Selbstmörder, deshalb sind sie entweder chavistas, oder sie sind verzweifelte Menschen genau wie jeder Ausländer der hier sich seine Pein von der Seele schreibt, oder sie haben genügend finanzielle Mittel um ciao pais lindo zu sagen. Mag sein, dass der eine oder andere Venez. seinen Frust im Alkohol ertränkt, dies machen dann aber auch die Ausländer die nicht einsehen wollen, dass es Zeit ist, Zeit um in einem anderen Land neu anzufangen.
    Bitte nicht immer wieder das alte Lied, Protest, auf die Strasse etc., dies ist der dümmste Weg schnell unter der Erde zu landen. Lest mal in la patilla nach, wer will wie Ceballos mit seinen eigenen Exkrementen eingedeckt werden? Gut, dann bitte vormachen!

    • 5.1
      Martin Bauer

      Dem stimme ich uneingeschränkt zu.

  6. 6
    Der Bettler

    Ist ja schön,daß ich als 69 jähriger einen Koffer nur mit Medikamenten mitnehmen muß,weil hier nichts
    mehr zu kaufen ist.Mir ist die Geschichte von Venezuela sowas von scheiß egal,wenn ich hier 9-10 Monate keine Medikamente die ich brauche kaufen kann.

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