Brasilien: Facebook-Seite gibt Obdachlosen in São Paulo ein Gesicht

invisibel

Die Seite erregte rasche Aufmerksamkeit und hat inzwischen über 140.000 "Gefällt mir"-Angaben (Fotos: invisivel)
Datum: 13. Dezember 2014
Uhrzeit: 14:53 Uhr
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Niemand weiß genau, wie viele obdachlose Menschen in den Strassen der brasilianischen Metropole São Paulo ihr Leben fristen. Man spricht von 15.000, andere behaupten, es seien mindestens 20.000 und die Schätzung der Behörden bewegt sich um die 8.000. Eine offizielle Statistik gibt es jedoch nicht, selbst Straßenkinder sind normalerweise nirgends gemeldet. Eine Facebook-Seite ist den Obdachlosen in der Stadt gewidmet. „Sao Paulo Invisível“ wurde im März dieses Jahres von Journalistik-Student Vinicius Lima (18) und Filmstudent Andre Soler (21) gestartet und soll unter anderem dabei helfen, dass sich einige der Obdachlosen wieder mit ihren Familien vereinen oder ein neues Leben beginnen können.

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Vinicius und Andre wollen nach eigenen Worten dabei helfen, dass die über 11 Millionen Einwohner des wichtigsten Wirtschafts-, Finanz- und Kulturzentrum des Landes auf die „unsichtbar“ unter ihnen lebenden Menschen aufmerksam werden. Die Studenten suchten jeden Tag einen anderen Obdachlosen auf und baten ihn, seine Geschichte anhand eines Fotos zu erzählen.

Die Seite erregte rasch Aufmerksamkeit und hat inzwischen über 140.000 „Gefällt mir“-Angaben. Tausende folgen jedem Beitrag und informieren sich über die Situation der Menschen, die über keinen festen Wohnsitz verfügen und im öffentlichen Raum, im Freien oder in Notunterkünften übernachten. „Wir wollten den Menschen die Augen öffnen und ihnen zeigen, dass Personen, die auf der Straße leben, Menschen sind wie sie selbst. Sie haben alle eine Geschichte und verdienen Respekt und Würde“, so Vinicius.

Mehrere der Langzeitobdachlosen lebten seit Jahren auf der Strasse und wurden von ihren Angehörigen auf Facebook „entdeckt“. Inzwischen sind die von der Obdachlosigkeit betroffenen Personen wieder mit ihren Familien vereint und können ihr Glück kaum fassen. Die Idee hinter „Sao Paulo Invisível“ hat für Inspiration gesorgt, eine identische Seite ist in Rio de Janeiro gestartet. Der Erfolg schwappte über die Landesgrenze, ein ähnliches Projekt wurden in New York aus der Taufe gehoben.

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