Korruptionsskandal in Brasilien: Bilanz nach 500 Tagen „Lava Jato“

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Brasilien wird von einem gigantischen Korruptionsskandal erschüttert (Fotos: Archiv/Luis Macedo/ Câmara dos Deputados)
Datum: 30. Juli 2015
Uhrzeit: 19:42 Uhr
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Autor: Redaktion
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Vor 500 Tagen starteten Staatsanwälte der Bundesstaatsanwaltschaft (MPF) und Delegierte der Bundespolizei (PF) die Operation „Lava Jato“ (Waschmaschine). Am 17. März 2014 wurde Devisenhändler Alberto Youssef festgenommen, die Ermittlungen im größten Korruptionsskandal in der Geschichte Brasiliens kamen ins Rollen. „Korruption ist endemisch in Brasilien und wird durch Metastasierung über verschiedene Organe verbreitet“, gab der ermittelnde Staatsanwalt während einer Pressekonferenz bekannt. Laut Schätzungen der Task Force, die von Mitgliedern der MPF und PF gebildet wird, werden die Untersuchungen noch mindestens zwei Jahre in Anspruch nehmen.

Innerhalb von 16 Ermittlungsphasen wurden Unregelmäßigkeiten bei der „Caixa Econômica Federal“ (Bank Brasiliens und ein staatlicher Finanzdienstleister Südamerikas), beim Ministerium für Gesundheit, bei Eletronuclear, einer Tochtergesellschaft der Eletrobrás im Kernenergiesektor und vor allem beim halbstaatlichen Ölkonzern Petrobras aufgedeckt. In den vergangenen 500 Tagen gab es rund 100 Festnahmen, 138 Anklagen und 30 Verurteilungen. 870 Millionen Reais (1 Real = 0,29671 US-Dollar) konnten sichergestellt und den öffentlichen Kassen zurückgeführt werden – weitere 2,4 Milliarden wurden auf in- und ausländischen Bankkonten blockiert. Nach Angaben der Bundesstaatsanwaltschaft wurde vor Gericht die Verhängung von Geldstrafen und Entschädigungzahlungen in Höhe von 6,7 Milliarden Reais beantragt.

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