Mikrozephalie in Brasilien: Worte der Regierung und die harte Realität

katastrophe

Realität in den öffentlichen Krankenhäusern Brasiliens (Foto: Divulgacao)
Datum: 05. Februar 2016
Uhrzeit: 14:53 Uhr
Leserecho: 1 Kommentar
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Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff gerät wegen der Zika-Epidemie im südamerikanischen Land zunehmend unter Druck. Während einer Fernsehansprache mit der Mahnung zum gemeinsamen Kampf gegen die Zika übertragende Gelbfiebermücke (Aedes aegypti) gingen tausende Menschen in Städten wie São Paulo, Rio de Janeiro und Belo Horizonte auf ihre Balkone und verliehen ihrem Protest mit Kochtopfschlagen Ausdruck. Worte wie „wir werden alles tun, um werdende Mütter vor dem Zika-Virus zu schützen“, haben mit der harten Realität in Brasilien nichts zu tun. Tatsache ist, dass schwangere Frauen mit oder ohne Zika in Brasilien seit Jahren unter einem mangelhaften und oftmals menschenunwürdigem System leiden. Besonders im als „Armenhaus“ bekannten nordöstlichen Hinterland müssen Schwangere 300 bis 400 Kilometer auf oftmals abenteuerlichen Straßen zum nächsten Gesundheitszentrum reisen. Service-Center in ausreichender Zahl gab und gibt es nicht. Das öffentliche Gesundheitssystem in Brasilien ist ineffizient und schlecht und angesichts des verstärkten Auftretens von Mikrozephalie hoffnungslos überfordert. Experten sprechen bereits jetzt von einer Tragödie ohne Parallele in der Geschichte des öffentlichen Gesundheitheitssystems. Viele Familien müssen sich auf ein Leben mit einem behinderten Kind einstellen, die an der Krankheit leidenden Kinder sind häufig geistig behindert und auch in ihrer körperlichen Entwicklung beeinträchtigt. Wie die Eltern das bewältigen sollen, wissen sie nicht. „Stellen Sie sich vor, jeden Tag 200 Kilometer durchs Hinterland fahren mit einem Kind, das hochspezialisierte Versorgung benötigt“, klagt Adriana Melo aus dem Bundesstaat Paraíba.

Als besonders dramatisch wird die Situation in der Stadt Niterói im brasilianischen Bundesstaat Rio de Janeiro bezeichnet. In der Universitätsklinik „Hospital Universitário Antônio Pedro“ kämpfen mehrere junge Erwachsene um ihr Leben. Sie leiden unter einer schweren Form des Guillain-Barré-Syndrom, das mit einer Infektion des Zika-Virus in Verbindung gebracht wird und befinden sich nach Angaben der Ärzte in einem sehr ernsten Zustand. Alle hatten sich mit dem Virus im Bundesstaat Rio infiziert und zwei Wochen später traten entzündliche (inflammatorische) Veränderungen des peripheren Nervensystems auf. Einige sind bereits völlig gelähmt und atmen nur noch mit Hilfe von Maschinen. Ihr Kampf gegen die Krankheit zeigt den Mangel an öffentlichen Mitteln zur Unterstützung der Zika-Opfer. Normalerweise treten fünf Fälle pro Jahr auf – alleine im Monat Januar wurden 16 Patienten in das medizinische Zentrum eingeliefert.

Die Behandlung dieser Patienten ist sehr teuer. Nur die Kosten pro Tag auf der Intensivstation liegen pro Patient bei etwa 10.000 Reais (1 US-Dollar = 3,893 Reais). Wenn Medikamente erforderlich sind, steigen die Kosten auf 50.000 Reais. Dringende Maßnahmen von lokalen, staatlichen und bundesstaatlichen Behörden sind erforderlich – aufgrund fehlender finanzieller Mittel sind nur acht von 18 Betten auf der Intensivstation belegt.

Der Mangel an Ressourcen aller Art trifft die Opfer des Zika-Virus mit voller Wucht. Probleme auf der Intensivstation sind nur der erste Teil des Dramas. Die Folgen sind in der Regel schwerer, die Rehabilitation der Erkrankten dauert Jahre und die Nachfrage nach hochspezialisierter Versorgung steigt enorm. „Wir können das alles nicht bieten. Auf der Intensivstation der Klinik liegen seit Jahren Patienten mit amyotropher Lateralsklerose, aber unsere Mittel sind begrenzt“, bedauert ein Arzt der Klinik.

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  1. 1
    VE-GE

    Ja so sieht es leider aus in Brazilien……das schoene Samba-Land…..nur keiner will darueber sprechen……..und dort sollen nun die Sommerspiele ausgetragen werden ????

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