Peru: „Masterplan” für Ölsuche in Nationalpark enthüllt

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Viele Matsés-Indianer haben sich vehement gegen die Kontaktaufnahme mit ihren unkontaktierten Nachbarn und die Ölsuche ausgesprochen (Foto: Survival International)
Datum: 06. Oktober 2016
Uhrzeit: 12:40 Uhr
Ressorts: Natur & Umwelt, Peru
Leserecho: 3 Kommentare
Autor: Redaktion
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Die peruanische Regierung plant einen erst kürzlich gegründeten Nationalpark für die großflächige Erdölsuche freizugeben. Dies berichtet die internationale Nichtregierungsorganisation „Survival International“ und weist darauf hin, dass der neue „Masterplan” für das Gebiet eine akute Bedrohung für Land und Leben mehrerer unkontaktierter Völker darstellt. Das Schutzgebiet, bekannt als Sierra del Divisor, ist Teil des Unkontaktierten Amazonas-Grenzlandes. Die Region, die beiderseits auf peruanischem und brasilianischem Gebiet liegt, weist weltweit die größte Zahl an unkontaktierten Völkern auf.

Der neuer Plan, der derzeit von der peruanischen Agentur für Nationalparks SERNANP entwickelt wird, würde Ölkonzernen erlauben, im Schutzgebiet zu arbeiten. Zudem wird berichtet, dass die neue peruanische Regierung mit einer Gesetzesänderung die Erschließung von Nationalparks für Erdöl- und Erdgastätigkeiten weiter vereinfachen will. Der Nationalpark Sierra del Divisor wurde 2015 als Schutzgebiet für Artenreichtum und indigene Völker gegründet. Der neue Plan könnte die unkontaktierten Indigenen auslöschen. Nicht alle von ihnen wurden bisher von der Regierung anerkannt.

2016 zog sich der kanadische Ölkonzern Pacific E&P aufgrund starken Widerstandes der Matsés von einem Projekt zurück, bei dem in einem Gebiet des indigenen Volkes nach Öl gesucht werden sollte. An der Erdölsuche in der Sierra del Divisor hält der Konzern jedoch weiterhin fest. 2012 führte Pacific E&P die erste Phase der Erkundungen durch, gegen welche Survival International und die Matsés protestiert hatten, auch aus Sorge um noch unkontaktierte Matsés-Indianer in dem Gebiet. Die unkontaktierten Matsés sind in großer Gefahr und nicht in der Lage, sich zu dem Projekt zu äußern oder sich dagegen zu wehren. Ihr Land, auf das sie angewiesen sind, und das sie seit Jahrhunderten verwalten, könnte zerstört werden.

Für die Erdölsuche werden Tausende von kleinen unterirdischen Explosionen ausgelöst – entlang Hunderter Schneisen durch den Wald. Auf diese Weise sollen die Erdölvorkommen gefunden werden. Unkontaktierte Völker sind die bedrohtesten Gesellschaften unseres Planeten. Wenn ihr Land nicht geschützt wird, droht ihnen eine Katastrophe. Survival International und die indigenen Organisationen AIDESEP, ORPIO und ORAU fordern die neue Regierung Perus auf, ihre Politik zu überdenken.

Pressemitteilung Survival International

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  1. 1
    oliriwa

    Man sollte die neue Regierung nicht an den Worten, sondern an Ihren Taten messen. Habe schon mal gesagt: Warten wir mal ab was da noch kommt. Bis jetzt waren Sie alle Korrupt, und mehr oder weniger habe sie sich alle am Volk bereichert, ob es bei Kuczynzki anders ist? Mit der Durchführung oder der Aussetzung des „Masterplans“ z.B. werden wir sehen wohin der Weg führt.

  2. 2
    Alexandro

    Wir weden es schon schaffen diese Welt zu Grunde zu richten. Um ein paar miliardere noch reicher zu machen, kann mam den Lebensraum von Indigenen Völkern vernichten.Das Problem ist leider das selbst die politisch anders denkenden,wenn sie an der Macht sind genau so handeln- siehe Chavez und Konssorten.Jn der Bibel steht -machet euch die Erde untertan- aber nicht vernichtet sie.

  3. Ich kann „Alexandro“ nur unterstützen : Geld kann man zwar essen, aber es wird niemals satt machen und es stinkt auch ekelhaft; meistens nach Korruption! Und weil es so stinkt, kann man es auch nicht mehr atmen! Die Natur hat über hunderttausende Jahre funktioniert! Aber nur die Spezies „Mensch“ wird es schaffen, dieses Wunderwerk „Erde“ in Kürze zu vernichten!!!!

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