„Carne Fraca“ in Brasilien: Uruguay, Paraguay und Argentinien mögliche Nutznießer

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Eine kriminelle Organisation soll über Jahre abgelaufene Produkte umgepackt und Fleisch, das nicht mehr zum Verzehr geeignet war, verkauft haben (Foto: Divulgacao)
Datum: 22. März 2017
Uhrzeit: 12:39 Uhr
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Während der Regierungszeit von Dilma Rousseff hat sich in Brasilien ein gigantisches Netzwerk mit mafiösen Strukturen gebildet. Mehrere fleischverarbeitende Betriebe sollen über Jahre abgelaufene Produkte umgepackt und Fleisch, das nicht mehr zum Verzehr geeignet war, verkauft haben. Der größten Aktion, die jemals von der Bundespolizei durchgeführt wurde, gingen zwei Jahre Ermittlungen gegen regionale Büros des Ministeriums für Fischerei und Landwirtschaft in den Bundesstaaten Paraná, Minas Gerais und Goiás voraus. Mehrere Führungskräfte von JBS (José Batista Sobrinho Sociedade Anónima), größter Fleischproduzent der Welt und das größte Fleischverarbeitungsunternehmen in Südamerika, wurden nach Durchsuchung der Firmenzentrale in São Paulo festgenommen. Obwohl die betroffenen Betriebe für „nur“ ein Prozent der gesamten Exporte verantwortlich sind, haben bereits mehrere Länder einen Import-Stopp für brasilianisches Fleisch verhängt. Der Gammelfleisch-Skandal könnte eine große Chance für die Produzenten aus Argentinien, Paraguay und Uruguay sein.

Sollte Brüssel beschließen, die Türen für brasilianische Produkte zu schließen, dürfte dies den anderen drei großen Exporteuren von Rindfleisch aus der Region direkt zugute kommen. Nach Angaben der Europäischen Kommission hat die EU als Ganzes im Jahr 2015 für fast 360 Millionen Euro Fleisch aus Argentinien, für 210 Millionen auf Uruguay und nur für 11 Millionen auf Paraguay gekauft. Innerhalb der EU waren die wichtigsten Ziele des Fleisches von diesen drei Ländern Deutschland, Holland, Italien und das Vereinigte Königreich.

Argentinien, einst der größte Verkäufer von frischem Fleisch in Europa, war durch Misswirtschaft innerhalb der Kirchner-Regierung hinter Brasilien, Paraguay und Uruguay zurückgefallen. Unter Präsident Macri wurden verschiedene Handelsschranken nach China, Israel und Europa aufgehoben, der Export von Fleisch verzeichnete im Januar 2017 eine Steigerung von 177% im Vergleich zum Vorjahr,

Uruguay bemüht sich bereits seit Monaten, seine Präsenz am europäischen Markt zu stärken. Am 29. März werden sich die Behörden in Brüssel mit EU-Vertretern treffen, um die Möglichkeit einer Erhöhung der Rindfleisch-Exportquote auszuloten. Paraguay schickt sich an, die Märkte zu öffnen und fünftgrößter Exporteur in der Welt zu werden. Die Teilnahme an Lebensmittelmessen in Dubai, Israel, Taiwan, Moskau und Deutschland sind geplant. Vom hausgemachten Skandal in Brasilien profitiert die Konkurrenz und der Gammelfleisch-Skandal ist ein Symptom dessen, was in diesem Land passiert.

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