Jahrestag des Putsches in Venezuela: Suche nach Gerechtigkeit

Datum: 12. April 2012
Uhrzeit: 06:35 Uhr
Leserecho: 3 Kommentare
Autor: Redaktion
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► Regierung nicht an der Wahrheit interessiert

Am 12. April 2002 kam es in Venezuela zu einem Putsch, in dessen Verlauf der Generalstab des Militärs die Verhaftung von Präsident Chávez anordnete. Bei den zahlreichen Feuergefechten, Straßenschlachten und Hausdurchsuchungen wurden mehrere Menschen getötet. Angehörige der Opfer prangerten am Jahrestag des Putsches „zehn Jahre der Straflosigkeit“ an, da die meisten der Verbrechen ungestraft blieben.

„In Venezuela herrschen zehn Jahre der Straflosigkeit. Von den 19 begangenen Morden (12. April 2002) wurden nur zwei gesühnt, 17 Fälle blieben ungestraft“, teilte Alfredo Romero mit. Der Rechtsanwalt vertritt acht Familien der Verstorbenen. Offiziell bestätigte die Regierung 19 Todesopfer und 100 Verwundete, inoffiziell soll es mehr als 100 Tote gegeben haben.

„In Venezuela gibt es keine Gerechtigkeit. Weder die Regierung noch die Justiz sind an der Wahrheit interessiert, zehn Jahre nach dem Putsch warten wir noch immer auf eine Antwort“, beklagt sich die 25-jährige Liany Bordones. Bei den vom venezolanischen TV ausgestrahlten Huldigungen an den „Geliebten Führer“ erkannte sie ihren Vater Alexis, der erschossen auf dem Asphalt der Innenstadt von Caracas lag.

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Kommentarbereich

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  1. 1
    peterweber

    Wen interessiert denn in diesem land schon die bevölkerung oder das recht? wenn recht gesprochen wird, dann sowieso nur im interesse der regierung chavez, denn so sind verhältnisse und so ist die revoluzionäre demokratie ausgelegt.

  2. 2
    Martin Bauer

    Die Mörder von 2002 lobte Chávez im Fernsehen als „vorbildliche Patrioten“. Die wirklichen Massaker aber beging das Militär erst anschliessend, auf Weisung von Chávez. Da wurden Unbeteiligte systematisch mit Maschinenpistolen umgemäht, wie reifes Korn, nur weil sie für einen nicht staatlichen Sender arbeiteten. Die Medien dürfen das nicht mehr erwähnen, aber die Mehrheit der Venezolaner hat es nicht vergessen.

  3. 3
    Schmitz

    Der von der US-Administration gehasste Regierungschef Chávez wurde in einem Putsch mithilfe des CIA ebenso schnell entmachtet wie sein eingesetzter Nachfolger, der Unternehmerpräsident Pedro Carmona. Einmalig in der Geschichte des Landes: Der weggeputschte Chávez kehrte wieder ins Amt zurück. Und das alles innerhalb von nur 48 Stunden!
    Die Täter werden von der CIA geschützt. Im Fernsehen gab es nur CIA Propaganda.

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