Präsidentschaftswahlen 2013: Überblick über Venezuela und das Wahlsystem

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Datum: 11. April 2013
Uhrzeit: 16:39 Uhr
Leserecho: 7 Kommentare
Autor: Redaktion
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► Spitzenkandidaten könnten nicht unterschiedlicher sein

Am kommenden Sonntag (14.) finden im südamerikanischen Land Venezuela Präsidentschaftswahlen statt. Nach nur zehn Tagen geht am heutigen Donnerstag (11.) die kürzeste amtliche Wahlkampfkampagne in der Geschichte des südamerikanischer Staates an der Karibikküste zu Ende. Die „República Bolivariana de Venezuela“ bereitet sich auf ein neues politische Szenarium vor und steht zwischen Kontinuität (Sozialismus) und echtem Neuanfang. Am Wahlsonntag wird agência latina press wie gewohnt mit einem Live-Ticker über sämtliche Entwicklungen in Venezuela bis zur Verkündung des vorläufigen Endergebnisses berichten.

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Radonski gegen Maduro heißt es beim bevorstehenden Urnengang. Beide Politiker und Spitzenkandidaten könnten nicht unterschiedlicher sein und haben lediglich ihre jüdischen Wurzeln gemeinsam. Die Vorfahren von Capriles Vater (Henrique Capriles García) waren sephardische Juden, die im 19. Jahrhundert aus Curaçao nach Venezuela ausgewandert waren, die Eltern seiner Mutter Mónica Cristina Radonski Bochenek waren polnisch-russische aschkenasische Juden, die sich vor den Nazis nach Venezuela retten konnten. Die Vorfahren des 50-jährigen Maduro Moros hingegen sind laut der Wochenzeitung „Jüdische Allgemeine“ (Bedeutendstes und auflagenstärkstes Periodikum des deutschen Judentums) sefardische Juden von der iberischen Halbinsel.

Glaubt man den letzten Umfragewerten, dann hat der 40-jährige Oppositionskandidat keine Chance, die Wahlen zu gewinnen und liegt bis zu 20 Prozentpunkte hinter dem Kandidaten der Regierungspartei. Bei der Wahl am 7. Oktober 2012 hatte sich Capriles dem damaligen Amtsinhaber Chávez mit 44,3 zu 55,1 Prozent der Stimmen geschlagen geben müssen, erzielte dabei allerdings eines der besten Oppositionsergebnisse aller Zeiten.

WAHLEN

* Präsidentschaftswahl als Nachfolge für den am 5. März verstorbenen Amtsinhaber Hugo Chavez .

* In Venezuela gibt es keine Stichwahl und die Wiederwahl ist unbegrenzt.

* Bei der Wahl am 7. Oktober 2012 erreichte Hugo Chavez 55,13 Prozent oder 8,1 Millionen Stimmen, verglichen mit 6,5 Millionen (44,25%) für Herausforderer Henrique Capriles Radonski.

* Am Wahlsonntag sind 18,9 Millionen Wahlberechtigte in 13.810 Wahllokalen (darunter Zentren im Ausland) zur Stimmenabgabe aufgerufen. Das Wahlsystem ist vollautomatisch.

* Die Nationale Wahlbehörde CNE wird die ersten Ergebnisse erst bei einem „unumkehrbaren Trend“ bekannt geben.

* Das Wahlgesetz verbietet die Verbreitung von Umfragen sieben Tage vor der Wahl und keine Bekanntgabe von Ergebnissen vor dem offiziellen Bulletin des CNE.

ALLGEMEINE INFORMATIONEN

* BEVÖLKERUNG: Vorläufige Ergebnisse der letzten Volkszählung im Jahr 2011: 28,9 Millionen Einwohner. Venezuela hat eine Alphabetisierungsrate von 95% und eine Lebenserwartung von 74 Jahren.

* GEOGRAPHIE: Das südamerikanische Land hat eine Fläche von 916.455 Quadratkilometern. Im Norden begrenzt durch das Karibische Meer, im Westen grenzend an Kolumbien und Brasilien, im Süden und Osten an Guyana.

* WÄHRUNG: Bolivar. Venezuela unterhält seit 2003 einen Kontrollausschuss und wertete in diesem Jahr seine Währung um 32 Prozent auf 6,3 Bolivar pro Dollar ab.

WIRTSCHAFT:

* Öl: Venezuela ist der erste Exporteur von Öl in Südamerika. Auf die Öl-Exporte entfallen 96 Prozent aller verkauften Waren bundesweit.

– Die Operationen in diesem Sektor sind seit der Verstaatlichung des Öl-und Gassektors seit 1974 auf die staatliche Petroleos de Venezuela (PDVSA) konzentriert.

– Venezuela hat die meisten zertifizierten Ölreserven der Welt, ein Großteil davon liegt im Orinoco-Gürtel.

* WACHSTUM: Die venezolanische Wirtschaft ist im Jahr 2012 um rund 5,6% gewachsen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) pro Kopf erreichte etwa 12.000 US-Dollar (Angaben Zentralabank).

* INFLATION: Die kumulative Rate der ersten beiden Monate des Jahres 2013 belief sich auf 5 Prozent. Im Jahr 2012 schloss die Inflation mit 20,1 Prozent.

* Arbeitslosigkeit: Die Arbeitslosenquote sank im Februar auf 7,6 Prozent gegenüber 9,4 Prozent im gleichen Monat des Jahres 2012. 42 Prozent der Venezolaner arbeitet im informellen Sektor.

* Die Auslandsverschuldung belief sich auf 102,325 Milliarden US-Dollar, ohne die Schulden der staatlichen Petroleos de Venezuela (Angaben Zentralbank).

POLITIK:

* Venezuela ist ein demokratisches Land, mit einer Amtszeit des Präsidenten von sechs Jahren und einem hohen Maß an Polarisierung. Die Nationalversammlung ist ein Einkammersystem.

* Die großen Fraktionen sind die Vereinigte Sozialistischen Partei (PSUV), gefolgt vom „Tisch der demokratischen Einheit“ (MUD), ein Zusammenschluss von zwei Dutzend Oppositionsparteien.

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  1. 1
    Martin Bauer

    Diese Wahlen sind die unwichtigsten in der Geschichte Venezuelas. Das Ergebnis ist längst von einer Bande von Putschisten ohne politisches Mandat festgeschrieben. Der geistig und ethisch völlig unterbelichtete Maduro hat einen durch Drogen-Milliarden gestärkten Militäraparat hinter sich, bedient sich Schläger- und Mörderbanden, um das Volk einzuschüchtern, wird wohl wieder die altbekannten Wahlmaschinen verwenden, die eine geheime Abstimmung ausschliessen… Steckt euch die Wahl dahin, wo die Sonne nicht scheint. Ab dem Tag, an dem Maduro & Co an Bäumen und Laternenmasten aufgeknüpft baumeln, hat Venezuela eine Chance. Durch von diesen Verbrechern ausgeschriebene Wahlen nicht.

    • 1.1
      jose

      An Bäumen UND Laternenmasten gleichzeitig baumeln?
      Das, verehrter Herr Bauer, spricht in der Tat für eine Verbesserung der E-Leitungen!

    • 1.2
      Django

      @Martin Bauer
      Alleine Ihre Sprache und Wortwahl lässt mich schon erstaunen, dass ausgerechnet Sie sich als befähigt sehen, über „geistige und ethische“ Qualitäten anderer zu urteilen…

      • 1.2.1
        Martin Bauer

        Meine Familie und ich sind den roten Schläger- und Mörderbanden tagtäglich ausgesetzt. Das gibt uns das Recht, uns zu wehren, und sei es nur verbal.

      • 1.2.2
        gerda mueller

        alleine die wahl ihres namens zeugt von ihrer geistigen einstellung!

    • 1.3
      gerda mueller

      maduro hat eine neue prüfungsaufgabe bekanntgegeben, um in der chavistaspartei PSUV aufgenommen zu werden !

      die aufgabe ist für jeden aspiranten eine echte herausforderung und lautet wie folgt:

      „WELCHES IST DAS HÖCHSTE NIEVAU EINES CHAVISTA?“

      ….. uhhh …. ahhh…. chavez no ce va !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! …..

      wer das nicht beherrscht kann auch zwitschern wie ein vögelchen

  2. 2
    Der Bettler

    Ja,mein guter Herr Django,man sollte sich nicht über berechtigte Worte eines Herrn Bauers mokieren,wenn man von tuten und blasen keine Ahnung hat und schon gar nicht von diesem Land.Maduro ist ein geistiger Tiefflieger und seine ethischen Qualitäten sind mehr als fragwürdig.Die Chavistas terrorisieren das Land und die Menschen,und das sagen Menschen die seit jahrzehnten hier leben.

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