Kuba: Castro-Regime deckt Rassismus in den eigenen Reihen

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Datum: 12. April 2013
Uhrzeit: 09:52 Uhr
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Autor: Redaktion
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► Frauen besonders häufig Zielscheibe

soIn Kuba ist eine Diskussion über den dort grassierenden Rassismus entbrannt. Die afrokubanische Bürgerrechtlerin Berta Soler beklagt, dass das Castro-Regime Rassismus in den eigenen Reihen aktiv decke. Auf einer Pressekonferenz der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) in Bonn erklärte Soler am Freitag (12.), dass offener Rassismus durch Funktionsträger und Anhänger der regierenden Kommunistischen Partei alltäglich sei. Durch Zensur, Einschüchterungen und andere Repressalien verhindere die Regierung Castro eine offene Diskussion und die Überwindung des Rassismus.

Berta Soler ist die Sprecherin der mit dem Sacharow-Preis des Europäischen Parlaments ausgezeichneten „Damen in Weiß“ und eine Leitfigur der kubanischen Demokratiebewegung. Als Afrokubanerin erlebte sie Rassismus durch Castro-Anhänger aus eigener, leidvoller Erfahrung von verbalen Angriffen bis hin zu körperlicher Gewalt. Die IGFM kritisiert, dass die Regierung Castro nach der Einführung entsprechender Gesetze die Rassendiskriminierung behandelt, als existiere sie nicht mehr. Das Gegenteil sei der Fall, erklärte IGFM-Vorstandssprecher Martin Lessenthin: „Etwa 35 Prozent der rund 11 Millionen Kubaner sind Afrokubaner oder Mulatten. Von Chancengleichheit kann für sie keine Rede sein.“

Übergriffe besonders häufig gegen farbige Frauen
Rassistische Beschimpfungen von afrokubanischen Anhängern der Demokratie-und Menschenrechtsbewegung durch kubanische Beamte und Schläger des Regimes sind alltäglich, berichtet Berta Soler. Besonders häufig seien Schmähungen wie „Du schwarze Äffin bist eine Schande für die Revolution!“. Als Reaktion auf Berichte von Menschenrechtsorganisationen wie der IGFM, würde das Regime seit jüngster Zeit aber vorwiegend regimetreue schwarze Schläger einsetzten, um gezielt schwarze Bürgerrechtlerinnen einzuschüchtern und zu drangsalieren. Frauen seien dabei besonders häufig Zielscheibe von gewalttätigen Castro-Anhängern. Afrokubanerinnen seien auch überproportionalhäufig Opfer von Kurzzeitverhaftungen, aber auch von längerer Gefangenschaft.

IGFM: Rassismus wird geduldet und totgeschwiegen
Wie die IGFM berichtet, haben Repressalien gegen Afrokubaner, die öffentlich Rassismus auf Kuba kritisierten, die Debatte in Kuba weiter angefacht. Anfang April wurde der afrokubanische Intellektuelle Roberto Zurbano als Leiter des Verlags der staatlichen Kulturorganisation „Casa de las Américas“entlassen. Zuvor hatte er erklärt, der Rassismus auf Kuba sei noch immer „gesund und lebendig“, „für die Schwarzen Kubas hat die Revolution noch nicht begonnen“, und das Castro-Regime sei „unfähig“, den Rassismus zu bekämpfen.

Nach Einschätzung der IGFM zeigt das Verhalten der kubanischen Behörden,dass das Regime auch nicht willig ist, gegen Rassismus vorzugehen.“Rassismus ist ein brandaktuelles Problem in Kuba, doch die Regierung duldet nicht nur den massiven Rassismus, sie erschwert sogar dessen Überwindung“, beklagt IGFM-Vorstandssprecher Martin Lessenthin.

Der ehemalige Verlagsleiter Roberto Zurbano macht Staatschef Raúl Castro persönlich für den Rassismus auf Kuba verantwortlich: „In dem Moment, in dem Raúl Castro sein Amt verlässt, wird Kuba ein ganz anderer Ort sein“.Castros sogenannte ökonomische Reformen sind nach Zurbano nur ein Deckmantel für die diskriminierende Politik des Regimes: „Für Afrokubaner wie mich sind sie aber mehr ein Traum als Realität“, so Zurbano. Weiße Kubaner hätten mehr Geld und bessere Häuser, auch hätten sie es auf dem Arbeitsmarkt, vor allem im Tourismussektor, leichter.

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