Filmprojekt Paraguay: Das Deutschtum ist in Paraguay nicht wegzudenken

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Datum: 22. April 2013
Uhrzeit: 13:57 Uhr
Ressorts: Leserberichte
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Autor: (Leser)
Sprachkurs Spanisch (Südamerika)

Claudia Jordan sitzt Tag ein, Tag aus im Seminarraum ihrer Hochschule in Hannover und denkt vor allem an eines: Die Finanzierung ihres Herzensprojektes. Ebenso geht es ihren Kommilitonen Eileen Florian und Andy Kujath. Ständig tippen sie während des Unterrichts E-mails und Sponsoring-Anfragen auf ihrem Smartphone. Die drei machen ihren Master in Hannover im Masterstudiengang Fernsehjournalismus. Im nächsten Semester soll der Abschlussfilm gedreht werden. Was das ganze mit latina press zu tun hat? Die ambitionierten Studenten möchten diesen Film gerne in Paraguay drehen.

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„Am Anfang war es einfach nur eine Idee“, erzählt die 23-jährige Claudia begeistert. Beim Abendbrot mit ihren Eltern während der Semesterferien regte ihr Vater an, den Film doch im Ausland zu drehen. Er habe da einen Kontakt zu jemandem in Paraguay. „Südamerika hat mich als Reiseziel schon immer fasziniert, also war ich von der Idee sofort angetan“, erzählt sie.

Dieser Kontakt ist Ricardo Hartmann. Seine Urgroßeltern väterlicherseits wanderten nach dem ersten Weltkrieg nach Paraguay aus. Ricardo ist in der Kolonie Independencia aufgewachsen, spricht fließend Spanisch und Deutsch. Vor einigen Jahren versuchte die Familie mit den deutschen Wurzeln einen Neustart in Süddeutschland. Schnell wurde ihnen jedoch bewusst: Wir sind gar nicht mehr Deutsch. Im vergangenen Jahr luden sie ihr Hab und Gut also wieder in den Container und reisten zurück nach Paraguay, in „ihre eigentliche Heimat“, sagt Ricardo. Ständig auf der Suche nach seiner Heimat ist sich er jetzt sicher, dass seine in Paraguay liegt.

Diese und andere Geschichten interessieren die drei Studenten. Anhand mehrerer Handlungsstränge möchten sie in ihrem Film möglichst unterschiedliche Facetten der deutschen Kultur aufzeigen, wie sie heute in Paraguay gelebt wird. Aber sie wollen auch einen kritischen Blick auf die deutsche Invasion werfen. Dazu ist Walter Schäffner, einer der Protagonisten genau der richtige. Der Hesse ist vor etwa 30 Jahren ausgewandert und führt nun ein kleines Reiseunternehmen in Paraguay. Seine Nachbarn sind Paraguayer und auch seine Frau. Walter ist in Paraguay angekommen.

„Eigentlich fühle ich mich nicht mehr als Deutscher“, gesteht er. Wenn er spricht, hört sich das lustig an – Seiner hessische Herkunft hat man ihn schnell durch seinen Akzent entlarvt, aber immer wieder mischt er spanische Worte und Ausrücke unter. Er hat sich bewusst gegen ein Leben zwischen neu-und alteingesessenen Deutschen in einer Kolonie entschieden und hat eine polarisierende Meinung zu so manchem Neu-Einwanderer, die seiner Meinung nach jede Menge Unruhe nach Paraguay bringen. Trotzdem sagt er auch: „Das Deutschtum ist in Paraguay nicht
wegzudenken.“

Eileen Florian, Claudia Jordan und Andy Kujath wollen eine 45-minütige Dokumentation drehen, die objektiv über Deutsche in Paraguay berichtet. Um dieses Projekt zu verwirklichen, fehlt es ihnen allerdings noch an finanzieller Unterstützung. Deshalb haben sie ein Crowdfunding- Projekt ins Leben gerufen. So soll mit kleineren und größeren Spenden eine Summe zusammen kommen, von der sie ihren unter anderem Aufenthalt in Paraguay, Reisekosten und Equipement-Versicherungen finanzieren können.

Unter diesem Link können Sie mehr über das Projekt erfahren, mit den Studenten in Kontakt treten und ihnen finanziell unter die Arme greifen.

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