Proteste in Nicaragua: Sandinisten schlagen Rentner zusammen

Datum: 24. Juni 2013
Uhrzeit: 07:10 Uhr
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Autor: Redaktion
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► Mindestrente von 38 Euro gefordert

Friedliche Proteste von Senioren für menschenwürdige Renten sind am Samstag in Nicaraguas Hauptstadt Managua von regierungsnahen Schlägern auseinandergetrieben worden. Wie die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) berichtet, haben Gruppen vermummter Schläger mit dem Logo der regierenden sandinistischen Partei Rentner gezwungen, sich auf den Boden zu legen und hätten dann mit großer Brutalität auf die Rentner eingetreten und -geschlagen. Die Polizei schritt nicht ein. Rund 50 Menschen flohen in die katholische Kathedrale der Hauptstadt.

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Die IGFM kritisierte die Regierungsgewalt aufs Schärfste. Auch die katholische Kirche des Landes ergriff Partei für die Senioren. Weihbischof Silvio José Báez warf der Regierung Nicaraguas „Staatsterrorismus“ vor.

Seit einer Woche protestieren Senioren friedlich vor dem Institut für Sozialversicherung in der Managua. Sie fordern bessere Lebensbedingungen und eine staatlich garantierte Mindestrente von umgerechnet rund 38 Euro im Monat. Während staatliche Medien die Proteste weitgehend ignorierten, wollen die Rentner nach Angaben der IGFM auch nach den gewaltsamen Übergriffen weiter demonstrieren. Viele von Ihnen lebten auch nach örtlichen Maßstäben in ärmsten Verhältnissen, so die IGFM.

Mehrfach schlugen Regierungsschläger auch auf Jugendliche ein, die versuchten, den misshandelten Rentnern zu Hilfe zu kommen. Nach Einschätzung der IGFM zerstöre das Vorgehen der sandinistischen Regierung jede Aussicht auf eine friedliche Lösung des Konfliktes zwischen Rentnern und Regierung.

IGFM-Sprecher Martin Lessenthin sieht ein Muster hinter dem Vorgehen der Regierung: „Präsident Ortega ist ein erklärter Bewunderer von Fidel Castro und Hugo Chavez. Besonders in Kuba setzt die Regierung seit Jahren gezielt Schläger ein, um Andersdenkende einzuschüchtern und friedliche Sozialproteste niederzuschlagen.“ Die IGFM fordert die internationale Gemeinschaft auf, derartige Vorkommnisse nicht kommentarlos hinzunehmen.

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