Guyana: Neuer Grenzkonflikt mit Venezuela wahrscheinlich

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"Deep Water Champion Platform" hat bereits die USA verlassen (Foto: Exxon)
Datum: 03. März 2015
Uhrzeit: 11:47 Uhr
Leserecho: 4 Kommentare
Autor: Redaktion
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Als Kolonialerbe hat das südamerikanische Land Guyana auch die Grenzkonflikte mit den Nachbarstaaten übernommen. Venezuela, Nachbar im Westen, beansprucht das gesamte Gebiet westlich des Essequibo. Ein im Jahre 1899 von einer internationalen Vermittlungskommission gefällter Schiedsspruch, der damals von Venezuela angenommen wurde, bestimmte die heutigen Grenzen. In den 1960er Jahren wurden Informationen bekannt, die nach Ansicht von Venezuela die Voreingenommenheit der damaligen Vermittlungskommission bewiesen, woraufhin Venezuela seither seine Ansprüche auf die Grenzziehung entlang des Essequibo erneuerte. Im November 2013 hatte die Regierung Guyanas ihre Truppen in Alarmbereitschaft versetzt. Ein Bericht des inländischen Geheimdienstes ergab, dass venezolanische Soldaten die Grenze in Esequibo überqueren könnten. Wenige Tage zuvor hatte die venezolanische Marine die Besatzung eines Schiffes (Öl-Exploration) des US-amerikanischen Unternehmens Anadarko Petroleum festgenommen und auf die Isla de Magaritha umgeleitet. Nach venezolanischen Angaben soll sich die “RV Teknik Perdana” in den Hoheitsgewässern des südamerikanischen Landes befunden haben. Die Regierung von Guyana brachte ihre Besorgnis zum Ausdruck und betonte, dass sich das Schiff in guyanischen Hoheitsgewässern aufhielt und die Anwesenheit des venezolanischen Bootes eine “Bedrohung für den Frieden” darstelle.

Nun bahnt sich ein neuer Konflikt an. Der US-amerikanische Mineralölkonzern Exxon Mobil will in dieser Region 200 Millionen US-Dollar in Explorationsbohrungen investieren, die „Deep Water Champion Platform“ hat bereits die USA verlassen und wird Mitte März vor Guyana eintreffen. Die Regierung von Guyana hat Venezuela bereits davor gewarnt, die Offshore-Ölexplorationsbemühungen zu stören. Caracas spricht von einer „Rückgewinnungszone“ und hatte vor wenigen Tagen angkündigt, die Bohrungen stören zu wollen.

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Kommentarbereich

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  1. 1
    Matthias Gysin

    Das war ja überfällig, denn Maduro braucht mit so vielen (Miss)Erfolgen dringend vorweisbare Erfolge. Es würde mir nach den USA und der Erweiterung der Flugzone auf die niederländischen Antillen (wo übrigens NL den venez. Botschafter einbestellt hat und in Aussicht stellte für diesen Fall eine Division Militär in Curaçao zu stationieren) nicht wundern, wenn er Guyana den (Handels) Krieg erklärt. Ich gehe davon aus, dass der Maduro von der internationalen Gemeinschaft nächstens so einen Einlauf kassieren wird, dass er Wand nach laufen wird. Chavez hatte wenigstens noch Charisma wo Maduro nur noch Dummheit hat.

  2. 2
    Deutschvenezolano

    Merkt der Idiot es noch?! Sieht aus als ob Maduro dasalles provozieren will um im Endeffekt ALLES auf die USA abwälzt.

  3. 3
    Caramba

    Genau deshalb haut ihm noch niemand auf die Finger, weil alle dann „Pöse USA“ schreien würden, aber wenn er den Bogen überspannt……mittlerweile gibt es ein paar, die nur auf eine gute Gelegenheit warten. Guyana ist zwar nicht mehr british, aber die Engländer würden sich sicher nicht lange betteln lassen – da sollte MadBurro vielleicht vorher mal in Argentinien anrufen und sich erkundigen, ob die sich von den Prügeln schon erholt haben.
    Ich glaube Maduro bellt nur…..so sehr ich mir auch wünsche, dass er den einen – letzten – Fehler macht. Aber so blöd er ist so feig ist er auch……

  4. 4
    Herbert Merkelbach

    Ein Krieg kostet Geld, viel Geld. Das spüren auch die Russen mit ihrem Engagement in der Ukraine, selbst die USA sind mit kriegerischen Auseinandersetzungen sehr zurückhaltend geworden. Der Irakkrieg hat Milliarden US-Dollars verschlungen.
    Ob Maduro so viel Geld hat um in Guayana einzufallen und Teile dieses Landes zu besetzen? Er bzw. seine Militärs werden auf bestimmt auf Gegenwehr stoßen. Ggfls. kommen die Briten Guayana zu Hilfe. Maduro wird sich das ganz schön überlegen müssen.

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