Migration Lateinamerika: 21,8% der Bevölkerung will ihr Heimatland verlassen

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Hauptursachen für das Verlassen des Heimatlandes sind wirtschaftliche Faktoren (Foto: migob)
Datum: 21. März 2015
Uhrzeit: 13:43 Uhr
Leserecho: 2 Kommentare
Autor: Redaktion
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Wirtschaftliche, politische Konflikte und kriminelle Gewalt sind nur einige der Gründe, weshalb viele Menschen in Lateinamerika ihre Heimat verlassen. Laut der Studie „Barómetro de las Américas 2014“ (Amerikanisches Barometer) der Universität von Vanderbilt wollen 21,8% der Lateinamerikaner auswandern. Für die Befragung führte das Institut Umfragen in 22 Ländern der Region durch.

Zu den zahlreichen Gemeinsamkeiten und Ähnlichkeiten, welche die Länder der Region Lateinamerika auszeichnen, zählt auch die krasse soziale Ungleichheit. In keinem anderen Teil der Welt ist die Einkommenskonzentration stärker ausgeprägt als in dieser Region. Haiti ist der extremste Fall: sechs von zehn in der Studie befragte Einwohner äußerten den Wunsch, ihr Land zu verlassen. In der Nähe liegt Jamaika, wo sich 58% der Menschen mit Auswanderungsabsichten beschäftigen. Sechs der zehn Länder mit dem höchsten Anteil der potenziellen Migranten gehören zu der Region von Mittelamerika und der Karibik. Neben Haiti und Jamaika sind dies Honduras (31,8%), Dominikanische Republik (29%), El Salvador (28,4%) und Nicaragua (23%) .

Die Liste in Südamerika wird angeführt von Guyana (31,2%), Paraguay (24%), Peru (22,8%), Kolumbien (20,6%), Brasilien (14,2%), Mexiko (13,7%), Panama (13,1%), Belize (12,5%), Venezuela (12%), Trinidad und Tobago (11,4%), Costa Rica (10,1%), Argentinien (9,8%), Chile (8,1%) und Uruguay (7,9%).

„Die lateinamerikanische Bevölkerung hat viele Gemeinsamkeiten und ist sehr heterogen. Folglich kann gesagt werden, dass zu den Ursachen der geplanten Migration soziale, wirtschaftliche, politische und kulturelle Fakten zählen“, erklärt Vladimir López Recinos, Forscher für Entwicklungsstudien hinsichtlich der zentralamerikanischen Migration in die Vereinigten Staaten und Europa an der Autonomen Universität von Nuevo León. „Allgemein sind die Hauptursachen für das Verlassen des Heimatlandes wirtschaftliche Faktoren: Job-Mangel und ein Existenz sichernder Lohn – dazu ein menschenwürdiges Leben. Wichtige Faktoren sind ebenfalls vorhandene Gewalt, Gesetzlosigkeit und Korruption bei Regierung und der Polizei“, fügt er hinzu.

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  1. 1
    Migration? Arbeit zu den Menschen und nicht umgekehrt!

    Die überwältigende Mehrheit der Latinos weiss nicht einmal, wo das Land liegt, in das sie auswandern wollen. Und was können Sie? In der Regel nichts oder nicht viel. Und was wollen Sie machen: Arbeiten, ok. Den letzten Dreck, den sonst niemand machen will für einen Hungerlohn, die weitere Ausbeutung. Die Auswanderer wissen gar nicht, was sie erwartet, ein Vabanquespiel schlimmerer Art als in Ihrem Heimatland.

    Die Politik ist gefragt, die Wirtschaft, Investitionen, die Arbeit schaffen können.

    Nicht die Menschen müssen transport werden, sondern die Arbeit. Arbeit zu den Menschen und nicht Menschen zur Arbeit. Und dafür müssen die Poliker werben, das ist ihre Aufgabe, sie müssen Investoren anlocken, so löst man das Problem. Insbesondere der Kleinunternehmer und der kleine Mittelstand muss geschaffen werden, der fehlt z. B. in den lateinamerikanischen Ländern.

    Hier liegen großartige Möglichkeiten, aber z. B. schlafen die Deutschen immer noch, anstatt dort zu investieren, wo die Zukunft liegt, obwohl sie sich in ihrem eigenen Land technisch schon auf die Füsse treten.
    Gruss Struppi

  2. 2
    Kolumbiana: Ausbeutung in Costa Rica und Panama

    Wer länger hier lebt und den Durchblick einigermassen hat, weiss, mit welchen Tricks die Columbianer in diese beiden Länder kommen, bevorzugt nach Panama. Aber die meisten haben sich das anders vorgestellt.

    Etwa eine halbe Million arbeiten illegal allein in Panama (die meisten davon als Prostituierte, ab 5$ für einmal), in CR sollen es über 100 Tausend Illegale sein, aber dort sind die Kontrollen viel schärfer. Sie arbeiten schwarz (als Haushälterinnen, meist mit allem „drum und dran“ arbeiten in Restaurants, Dienstleistungen usw.), weil sie keine Arbeitserlaubnis bekommen, daran sind viele Unternehmer interessiert, weil sie den Lohn auf 2$ pro Stunde drücken können, sie wissen um die Not der Columbianer, sie beuten sie aus. Das gilt auch für voele Nicas (Nikaragua)

    Kontrollen sind so gut wie gar nicht vorhanden und wenn, dann verstecken sich die Schwarzarbeiter, sie wollen Ihre Arbeit ja nicht verlieren. Sie haben keine Rechte, wenn der Lohn nicht oder nur zum Teil bezahlt wird, keinen Urlaubsanspruch, keine Krankheitsfortzahlung, sie können nicht einmal klagen, nichts, gar nichts, für die Unternehmer eine bequeme Ausbeutung.

    Vieles könnten die Poliker ändern, Struppi hat vollkommen Recht! Aber keiner tut was!
    Von Martina

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