Lateinamerika: Weitere Festnahmen im Korruptionsskandal in Guatemala

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Demonstranten fordern Reform der Regierung (Foto: Screenshot YouTube)
Datum: 21. Mai 2015
Uhrzeit: 10:27 Uhr
Leserecho: 0 Kommentare
Autor: Redaktion
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Im Zusammenhang mit einem Korruptionsskandal sind im zentralamerikanischen Land Guatemala am Dienstag (20.) die Leiter der Zentralbank und des Instituts für Soziale Sicherheit (Instituto Guatemalteco de Seguridad Social, IGSS) festgenommen worden. Julio Suárez und Juan de Dios Rodríguez werden Bestechung, Einflussnahme und die Berechnung illegaler Kommissionen im Zusammenhang mit einem Vertrag über Dialyse-Dienste mit der Pharma-Firma PISA in Höhe von 14,5 Millionen US-Dollar vorgeworfen. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wurden 15 weiter Verdächtige, darunter der Sohn eines Richters des Obersten Gerichtshofs und einige Geschäftsleute, festgenommen.

Korruption ist ein weit verbreitetes Übel in Lateinamerika. In den letzten Wochen und Monaten demonstrierten Millionen Bürger unter anderem in Brasilien, Argentinien und Venezuela gegen Wahlbetrug, Korruption und Amtsmissbrauch. Im zentralamerikanischen Land Guatemala steht Präsident Otto Fernando Pérez Molina gewaltig unter Druck, rund 20.000 Demonstranten forderten am Freitag (16.) auf dem zentralen Platz von Guatemala-Stadt friedlich eine Reform der Regierung, um undurchsichtigen Finanztransaktionen ein Ende zu machen.

Bereits vor wenigen Tagen trat Vizepräsidentin Roxana Baldetti “aus persönlichen Gründen” von ihrem Amt zurück. Auslöser war der Korruptionsskandal, der vor einem Monat von der Staatsanwaltschaft und der UN-Kommission für die Reform der Justiz in Guatemala-Stadt aufgedeckt worden war. Demnach hat ein Korruptionsnetzwerk unter Leitung des Privatsekretärs von Baldetti gegen Schmiergeldzahlungen Zoll- und Importgebühren umgeleitet. Baldetti will von allem nichts gewusst haben, der Versuch der Verhinderung einer Aufhebung ihrer parlamentarischen Immunität scheiterte allerdings vor dem Verfassungsgericht.

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