Umweltkatastrophe in Brasilien: Justiz friert Vermögenswerte von Bergbauunternehmen ein

riodoce

Bei dem Bruch zweier Dämme des Eisenerzunternehmens Samarco hat sich am 5. November eine Schlammlawine mit 55 Millionen Kubikmetern über Bento Rodrigues (Verwaltungsbezirk Mariana) ergossen und das 600 Einwohner zählende Dorf gänzlich unter sich begraben (Foto: Archiv)
Datum: 21. Dezember 2015
Uhrzeit: 08:31 Uhr
Leserecho: 0 Kommentare
Sprachkurs Portugiesisch (Brasilianisch)

Die Entschädigungszahlungen für die größte Umweltkatastrophe Brasiliens können sich unter Umständen hinziehen. Nachdem ein Gericht das Bergbau-Unternehmen Samarco und seine Eigner, die brasilianische Vale und den australisch-britischen Konzern BHP, zur Hinterlegung von zunächst zwei Milliarden Reais (umgerechnet derzeit knapp 500 Millionen Euro) verurteilt hat, wird von den Betroffenen statt schneller Hilfe ein lang andauernder Gerichtsstreit befürchtet.

Eineinhalb Monate nach dem Dammbruch zweier Rückhaltebecken aus dem Eisenerzabbau im brasilianischen Mariana gibt es immer noch Unsicherheit über die Entschädigungszahlungen an Betroffene und über die Begleichung der verursachten Umweltschäden. Um die Sicherheit der Zahlungen zu gewähren, hat das Gericht neben der Hinterlegung von zwei Milliarden Reais in einen Fonds ebenso die Güter von Vale und BHP blockiert sowie laufende Betriebsgenehmigungen auf Eis gelegt. Die Gesamtkosten der Schadensbehebung werden auf 20 Milliarden Reais (knapp 5 Milliarden Euro) geschätzt. Betroffene befürchten nun, dass dadurch die Verhandlungen mit der Samarco auf freiwilliger Basis erschwert werden. Vor wenigen Tagen hat das Unternehmen bereits mit der Auszahlung von Unterhaltshilfen begonnen.

Bei dem Bruch zweier Dämme des Eisenerzunternehmens Samarco hat sich am 5. November eine Schlammlawine mit 55 Millionen Kubikmetern über Bento Rodrigues (Verwaltungsbezirk Mariana) ergossen und das 600 Einwohner zählende Dorf gänzlich unter sich begraben. 17 Menschen wurden getötet, zwei gelten als vermisst. Zu erheblichen Schäden durch die Schlammwelle ist es ebenso im 6.000 Einwohner zählenden Barra Longa gekommen.

Gänzlich zerstört wurden durch die Schlammfracht aus dem Eisenerzabbau nahezu 700 Kilometer des Rio Doce und dessen Mündungsdelta ins Meer. Zu den hunderten von Menschen, die ihr Hab und Gut verloren haben, kommen entlang des Flusses Tausende deren Lebensgrundlage zerstört wurde, wie Fischer und FluSSanlieger. Nach einer Studie vom Landwirtschaftsamt Embrapa sind zudem beinahe 1.500 Hektar Weide- und Ackerland durch die Schlammablagerungen unbenutzbar geworden. Hinzu kommen enorme Umweltschäden.

Anzeige
wandere aus, solange es noch geht

P.S.: Sind Sie bei Facebook? Dann werden Sie jetzt Fan von agência latinapress! Oder abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter und lassen sich täglich aktuell per Email informieren!

© 2009 - 2016 agência latinapress News & Media. Alle Rechte vorbehalten. Sämtliche Inhalte dieser Webseite sind urheberrechtlich geschützt. Vervielfältigung und Verbreitung nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung von IAP gestattet. Namentlich gekennzeichnete Artikel und Leser- berichte geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder. Für Einsendungen und Rückmeldungen bitte das Kontaktformular verwenden.

Dies könnte Sie auch interessieren

Kommentarbereich

Hinweis: Dieser Kommentarbereich ist moderiert. Leser haben hier die Möglichkeit, Ihre Meinung zum entsprechenden Artikel abzugeben. Dieser Bereich ist nicht dafür gedacht, andere Personen zu beschimpfen oder zu beleidigen, seiner Wut Ausdruck zu verleihen oder ausschliesslich Links zu Videos, Sozialen Netzwerken und anderen Nachrichtenquellen zu posten. In solchen Fällen behalten wir uns das Recht vor, den Kommentar zu moderieren, zu löschen oder ggf. erst gar nicht zu veröffentlichen.

Leider kein Kommentar vorhanden!

Diese News ist älter als 14 Tage und kann nicht mehr kommentiert werden!