28 verschwundene Bergleute in Venezuela: Drogen, Mafia, Korruption

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Proteste der Bevölkerung in Tumeremo (Fotos: Twitter)
Datum: 11. März 2016
Uhrzeit: 17:38 Uhr
Leserecho: 1 Kommentar
Autor: Redaktion
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Die Auswirkungen des Bergbaus auf Mensch und Natur in Lateinamerika können als verheerend beschrieben werden. Die Regierungen passen ihre Politik den Forderungen der Bergarbeiter an und begünstigen damit das durch Extraktivismus geprägte Modell und den illegalen Bergbau. Seit 2003 profitiert der Subkontinent von den extrem hohen Rohstoffpreisen auf dem Weltmarkt, der Abbau
von Mineralien ist deshalb nicht nur für Regierungen und Unternehmer attraktiver geworden, sondern auch für Privatpersonen und kriminelle Organisationen. Im Schatten des florierenden Ressourcenmarkts nimmt der illegale Bergbau in Ländern wie Brasilien, Venezuela, Kolumbien und Peru zu, die Abbaustätten graben sich immer tiefer in die Reservate der indigenen Ureinwohner. Konflikte in verschiedenen Ländern Lateinamerikas, die sich um den Bergbau drehen, haben in den letzten Jahren zugenommen und werden immer häufiger mit Gewalt ausgetragen. Die Komplizenschaft des Staates mit den Machenschaften der Minenbetreiber wird auch daraus ersichtlich, dass zunehmend Leben und Land der indigenen Ureinwohner zerstört wird. Während des letzten Jahrzehntes hat sich der illegale Abbau von Gold, Diamanten und anderen Mineralien wie ein Lauffeuer durch das venezolanische Amazonasgebiet ausgebreitet. Er wird teilweise von bewaffneten Banden betrieben, Polizisten und Militär sind dafür bekannt, am illegalen Goldhandel beteiligt zu sein. Vor einer Woche „verschwanden“ in Tumeremo (Bundesstaat Bolívar) 28 Bergleute, laut ihren Angehörigen wurden die Männer während eines Massakers grausam abgeschlachtet.

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Tumeremo ist inzwischen militarisiert. Mehr als 1.000 Polizisten und Soldaten haben alle Hände voll zu tun, die aufgebrachte Bevölkerung in Schach zu halten. Lokale Medien und der Bürgermeister der Stadt vergleichen die Geschehnisse mit der Massenentführung in Iguala 2014 (Mexiko). Am 26. September wurden 43 Studenten der Escuela Normal Rural „Raúl Isidro Burgos“, einer Hochschule zur Ausbildung von Grundschullehrern, in Ayotzinapa (Guerrero, Mexiko) entführt und später ermordet. Von den Studenten fehlt jede Spur und gilt als der bisher größte Skandal während der Amtszeit des mexikanischen Präsidenten Enrique Peña Nieto.

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  1. 1
    don ewaldo

    „Ist die Katze aus dem Haus,tanzen die Mäuse auf dem Tisch “ ,vor Allem die Cubaner !
    Venezuela hat keine Führung,die Anarchie ist allgegenwärtig,die Autoritäten Mitverursacher und Teilhaber
    der Korruption und der Diebstähle sind bekannt,man sollte sich mal Gedanken machen über die cubanischen Einflüsse in Venezuela,Cuba ist mal wieder ohne Sponsoren = SOZIALISTEN,Komunisten werden weniger,somit ist das “ Latifundio“ VENEZUELA sehr wichtig. Man sollte mal die Cubaner nach Hause schicken,wieder selbst agieren,regieren,dann wirds sicher besser.
    Chavez hat genug der Reichtümer der Venezolaner verschenkt.Er muss sich ja keine „Freunde “ mehr kaufen.

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