Hurrikan „Matthew“ in Haiti: Zahl der Todesopfer steigt auf 842 – Update

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"Matthew" war der mächtigsten Atlantik-Sturm seit 2007 und der stärkste Hurrikan, der Haiti seit 52 Jahren getroffen hat (Fotos: UN / MINUSTAH / Logan Abassi)
Datum: 06. Oktober 2016
Uhrzeit: 12:27 Uhr
Leserecho: 2 Kommentare
Autor: Redaktion
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Hurrikan „Matthew“ hat auf der Karibikinsel Hispaniola gewütet, starke Schäden verursacht und in Haiti mindestens 339 Todesopfer gefordert (Dominikanische Republik vier). Inzwischen ist der Wirbelsturm weiter über Kuba gezogen, wird die Bahamas überqueren und den US-Bundesstaat Florida heimsuchen. Nach Durchzug des Orkans hat die haitianische Regierung die internationale Gemeinschaft um sofortige humanitäre Hilfe gebeten. Die provisorischen Wahlkommission (CEP) hat angekündigt, die für diesen Sonntag (9.) geplanten Präsidentschaftswahlen zu verschieben, ein neuer Termin für den Urnengang soll am (Mittwoch (12.) bekannt gegeben werden. „Matthew“ war der mächtigsten Atlantik-Sturm seit 2007 und der stärkste Hurrikan, der Haiti seit 52 Jahren getroffen hat. Der Landfall hatte am Dienstag (4.) in der Nähe von Les Anglais im Südwesten von Haiti um 7:00 Uhr Ortszeit stattgefunden. Nach dem verheerenden Erdbeben vom 12. Januar 2010 wurden dem ärmsten Land der westlichen Hemisphäre Milliarden an Hilfsgeldern zugesagt und teilweise auch gewährt, bei Ankunft von Hurrikan „Matthew“ lebten noch immer mehr als 55.000 Menschen in Notunterkünften und menschenunwürdigen Behausungen.

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„Unsere Priorität ist es nun, Leben zu retten und den Nahrungsmittelbedarf der Schwächsten zu gewährleisten“, erklärte Miguel Barreto, Regionaldirektor für Lateinamerika und der Karibik (Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen). Nach seinen Worten hat die gemeinsam von der Generalversammlung der Vereinten Nationen und der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) getragene humanitäre Einrichtung Nahrungsmittelreserven für 300.000 Menschen für einen Monat an primären Standorten gelagert – mit einem sofortigen Zugang für Menschen in abgelegenen Gebieten.

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Marc Vincent, UNICEF – Vertreter in Haiti, bezeichnete den Hurrikan als „der schlimmste Sturm, den Haiti seit Jahrzehnten gesehen hat“. Er äußerte seine Bedenken in Bezug auf den Zugang zu ausreichend sauberem Wasser und das hohe Risiko von durch Wasser übertragene Krankheiten bei Kindern. Nach Angaben des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen haben weniger als 20 Prozent der Menschen in Haiti Zugang zu sanitären Einrichtungen, während fast die Hälfte der Bevölkerung unsichere Wasserressourcen nutzt. Solche unhygienischen Bedingungen könnten die Zahl der Cholera-Fälle in der Region erhöhen.

Update

Stündlich steigen die Todeszahlen in Haiti. Die Regierung (Katastrophenschutz und lokale Behörden) gaben offiziell bekannt, dass der Orkan mindestens 842 Menschen das Leben gekostet hat. Es wird befürchtet, dass sich die Zahl der Todesopfer „noch deutlich“ erhöhen wird.

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  1. 1
    Bono

    Die armen Haitianer sind eh schon die Ärmsten der Armen und gerade die werden wieder einmal mehr voll getroffen.

  2. 2
    Martin Bauer

    Und die Folgen des Erdbebens vor wenigen Jahren sind alles andere als überwunden. Die tatsächliche Opferzahl von damals wurde niemals ermittelt, die bekannte Zahl niemals veröffentlicht. Ein guter Freund von mir, Arzt aus Venezuela, war dort um zu helfen. Er sagte mir, bei 400.000 Toten hätte man aufgehört zu zählen. Das wären mehr, als die auf viele Länder verteilten Opfer des Zunami von 2004 im Indischen Ozean, die angeblich grösste bekannte Katastrophe der Menschheitsgeschichte. Und das bei einem so kleinen und extrem armen Land!

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