Ein neues Zeitalter für Start-Ups und Investoren in Südamerika

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Auch in Brasilien existiert eine wachsende Start-Up-Szene (Foto: Pexels/CC0)
Datum: 01. Juli 2017
Uhrzeit: 16:49 Uhr
Leserecho: 2 Kommentare
Autor: Redaktion
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Auch wenn die brasilianische Wirtschaft schwächelt, so gibt es dennoch eine immer größer werdende Startup-Szene. Zahlreiche Segmente sind unbesetzt, wobei sich das wohl demnächst ändern wird. Anleger sollten daher wachsam bleiben und mitunter auch den Wirtschaftskalender berücksichtigen, sodass sie wissen, wann und welche Projekte geplant oder umgesetzt werden.

ClickBus sorgte für eine kleine Revolution

ClickBus ist ein brasilianisches Startup, das derzeit 35 registrierte Busunternehmen verwaltet und im Monat mehr als 60.000 Tickets in Brasilien, Mexiko, Polen oder auch Deutschland verkauft. Bevor es ClickBus gab, mussten die Brasilianer zu den Busbahnhöfen gehen, warten und hoffen, doch noch ein Ticket für ihre Verbindung zu bekommen. Cesário Martins, der Co-Geschäftsführer und Mitbegründer von ClickBus, ist zufrieden über die Entwicklung des im Jahr 2013 gegründeten Unternehmens. Die Buchungsplattform ist nur eines von mehreren Beispielen, dass es vor allem der Tech-Bereich ist, der von der brasilianischen Startup-Szene in Angriff genommen wird. Brasilien ist, wie auch Europa und die USA, ein beliebter Markt für digitale Händler geworden. Es sind vor allem die zahlreichen Finanzierungsmöglichkeiten, wie etwa Kreditkarten mit Ratenzahlungen, die den Konsum fördern, sodass die brasilianische Wirtschaft, auch wenn sie schwächelt, bald angekurbelt werden könnte. Schlussendlich sind Mikrokredite ein beliebtes Mittel, damit die Wirtschaft wächst. So wurden Mikrokredite auch in Afrika und Asien angeboten, damit die notwendigen Summen für Innovationen und Investitionen zur Verfügung gestellt werden konnten. Für diese Idee gab es auch im Jahr 2006 einen Nobelpreis für Muhammad Yunus, dem bengalischen Wirtschaftsminister.

Auch Awamo will durchstarten

Awamo, ein im Jahr 2015 gegründetes Unternehmen aus Deutschland, will nun ebenfalls durchstarten und hat sich mit der zweiten Seed-Finanzierung weitere zwei Millionen Euro gesichert. Zu den Investoren gehören die Elea Foundation und eine Tochter der KfW. Awamo bietet Software-Lösungen für Menschen in den afrikanischen und lateinamerikanischen Ländern an, die sich mit der Vergabe von Mikrokrediten befassen. Da die Banken nur Niederlassungen in größeren Städten haben, gibt es 400 Millionen Menschen, die – aufgrund der fehlenden Filialen – keinen Zugang zu einer Finanzierung haben. Um dieses Problem aus der Welt zu schaffen, bietet Awamo ein Tablet ein, sodass sich die Kunden mittels Fingerabdruck identifizieren können. So können die Transaktionen zwischen den Kreditnehmern und Geldgebern transparent durchgeführt und abgespeichert werden. Am Ende hat Awamo eine Idee geboren, die die Bank – zumindest im Zuge einer Kreditvergabe – ersetzt.

SumUp erhielt 20 Millionen Euro Wagniskapital

SumUp, ein Startup aus Berlin, wurde mit einem zweistelligen Millionenbetrag gefördert. Das Startup stellt Kreditkartenleser zur Verfügung, die Android-, iOS-Smartphones und Tablets in Kartenterminals verwandeln. SumUp bietet zudem ein vollständiges Paket (Point of Sale Box), sodass die Händler einen Zugang zu den Kassensystemen haben, die innerhalb von wenigen Minuten eingerichtet sind. Für jede Kartentransaktion werden 2,75 Prozent verrechnet. SumUp arbeitet zudem an weiteren Projekten: Die Finanzierungsrunde der B-Investoren soll dazu führen, dass demnächst ein End-to-End-Bezahlsystem angeboten werden kann, das ein zertifiziertes und proprietäres Payment Gateway und Steuerungs- und Hardware-Systeme umfasst. Dieses Projekt soll durch BBVA Ventures, dem Hauptinvestor der B-Investoren, finanziert werden. Das liegt wohl auch an dem Umstand, da das Startup in den zwei Kernländern des Investors – Portugal und Spanien – ebenfalls tätig ist. Mit dem zweistelligen Millionenbetrag – genauer gesagt: 20 Millionen Euro – kann das Berliner Startup wohl die geplanten Projekte bald realisieren. Daniel Klein, Stefan Jeschonnek, Marc-Alexander Christ, Jan Deepen und Petter Made haben das Unternehmen im Jahr 2011 gegründet und verfügen bereits über Niederlassungen in London, Dublin, Mailand, Moskau, Madrid und natürlich auch in der Bundeshauptstadt Berlin. SumUp stellt die Dienste zudem in UK, Spanien, Italien, Irland, Belgien, Frankreich, Russland, Portugal, Österreich, Deutschland und in den Niederlanden zur Verfügung. Das Startup wird von der FCA – der Financial Conduct Authority – als Zahlungsinstitution autorisiert.

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  1. Es würde mich mal interessieren, warum Investoren sich ausschließlich für IT Investitionen interessieren. Während die lebenswichtigen Themen wie Land- und Forstwirtschaft, Energietechnik, Ernährung, das Fundament der zukunftsweisenden Lebensführung sich mühsam Ihre Finanzierungen aufbauen müssen.

  2. 2
    Robert

    Stimmt, das ist so als wenn einen Koch zwar mit einer schönen Kochmütze ( und ggf. einer App um diese auch regelmässig durch die Reinigung abholen zu lassen) versorgt, dabei vergisst dass er noch gar nicht über das Koch-Know-How und die richtige Küche verfügt.

    Was Brasilien u.a. immer noch braucht ist eine landesweite VerkehrsInfrastruktur, Gütereisenbahnnetze und eine weitestgehend korruptionsfreie und funktionierende Administration. Wer mal asl Investor in BRA versucht hat sich durch den Behörde-Dschungel zu kämpfen, ahnt was ich meine…

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