Unwetter-Katastrophe in Brasilien: Erster Prüfstein für Präsidentin Dilma Rousseff

chuva

Datum: 14. Januar 2011
Uhrzeit: 13:52 Uhr
Leserecho: 0 Kommentare
Autor: Redaktion
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Der südamerikanische Staat Brasilien erlebt die schlimmste Naturkatastrophe in seiner Geschichte. Bisher forderte die verheerende Unwetter-Katastrophe in den Bergen des Bundesstaates Rio de Janeiro 536 Menschenleben. In den betroffenen vier Städten Nova Friburgo, Teresópolis, Petrópolis und Sumidouro sieht es aus wie nach einem Bombenangriff. Dilma Vana Rousseff, die sich seit 14 Tagen als erste Staatspräsidentin des grössten Landes in Südamerika im Amt befindet, steht vor einer gewaltigen innenpolitischen Herausforderung.

„Dilma“ machte sich am Donnerstag mit dem Gouverneur des Bundesstaates Rio de Janeiro, Sérgio Cabral, direkt vor Ort ein Bild von der chaotischen Lage. Gemeinsam mit Cabral und mehreren Regierungsvertretern flog sie mit einem Helikopter über die verwüsteten Gebiete. Rousseff, die im Wahlkampf oft als spröde und dogmatisch bezeichnet wurde, hatte bereits vor ihrer Reise Zusagen für Hilfsgelder in Höhe von umgerechnet mehr als 500 Millionen Euro im Gepäck.

Die von den Medien gerne als Ziehtochter ihres Vorgangers Luiz Inácio Lula da Silva bezeichnete Wirtschaftswissenschaftlerin zeigte bereits kurz nach ihrem Amtsantritt, dass sie durchaus ihren eigenen Kurs einzuschlagen gedenkt. Zeigte Vorgänger Lula noch gewisse Sympathien für den iranischen Staatspräsidenten Mahmud Ahmadinedschad, verurteilte sie die menschenverachtende Politik in der islamischen Republik auf das Schärfste. Dass in der brasilianischen Außenpolitik ein anderer Wind herrscht, musste bereits auch der Präsident von Venezuela feststellen. Kündete Hugo Chávez in der Vergangenheit mehrfach großspurig an, dass er gleich nach Amtsantritt von Rouseff nach Brasilia reisen wird, wies dies das brasilianische Aussenministerium zurück. Die Präsidentin wird den bolivarischen Führer lediglich zusammen mit anderen Staatsoberhäuptern beim Gipfeltreffen der südamerikanischen-arabischen Länder (ASPA) am 15. und 16. Februar in Peru treffen.

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Bei einer Pressekonferenz zu der Situation in den betroffenen Überschwemmungsgebieten forderte Rousseff drastische Konsequenzen. Das weibliche Staatsoberhaupt will zukünftig verstärkt Bund, Bundesstaaten und Städte zusammenarbeiten lassen, um solche Katastrophen zu verhindern. Gefahrenregionen sollen überprüft und Präventivmaßnahmen umgehend eingeleitet werden. “In Brasilien haben wir die Familien mit niedrigem Einkommen, die entlang der Flüsse oder am Hang eines Hügels leben, absolut vernachlässigt” so „Dilma“. Es sei zum einen das Problem der Regierung in Brasília, eine entsprechende Wohnungspolitik zu erarbeiten. Aber es sei auch ein Problem der Regierung der Bundesstaaten, genau dieselbe Politik umzusetzen und die Stadtverwaltungen müssten zudem die Besiedelung steuern. Nur so könne man die verheerenden Auswirkungen solcher extremen Wettersituationen zukünftig verringern.

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