Venezuela: Oppositionsführer wegen „Verbreitung falscher Informationen“ verurteilt

Datum: 14. Juli 2011
Uhrzeit: 07:49 Uhr
Leserecho: 22 Kommentare
Autor: Redaktion
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► Regierungskritiker mundtot gemacht

Ein Gericht in Venezuela hat am Mittwoch (13.) den ehemaligen Gouverneur von Zulia (West) und Oppositionsführer Oswaldo Álvarez Paz wegen „Verbreitung falscher Informationen“ zu zwei Jahren Haft verurteilt. Paz hatte in einer Fernsehsendung der Regierung von Hugo Chávez Verbindungen zum Terrorismus und Drogenhandel vorgeworfen.

Der Verurteilte wurde bereits im März 2010 verhaftet. Im privaten Fernsehsender Globovisión hatte er der Regierung die Verletzung von Menschenrechten vorgeworfen, gleichzeitig erklärte er, dass sich Venezuela zu einem Zentrum des Drogenhandels entwickelt habe.

Die Staatsanwaltschaft hatte ihn zudem der öffentlichen Aufstachelung und Verschwörung bezichtigt, diese Vorwürfe wies das Gericht jedoch zurück. Mehrere Politiker und internationale Organisationen, darunter Amnesty International, verurteilten die Untersuchung und Verhaftung des ehemaligen Präsidentschaftskandidaten und bezeichneten sie als politische Verfolgung. „Regierungskritiker werden unter falschen Anschuldigungen verhaftet, offenbar um sie zum Schweigen bringen“, so AI.

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Kommentarbereich

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  1. 1
    Angiven

    Genau so habe ich es befürchtet.Es werden wieder alle Oppositionsführer
    und Anhang mit irgendwelchen Machenschaften beschuldigt und ver –
    urteilt. Da das Gericht auch in Chavezhand liegt,kann er selbst das Strafmaß festlegen. Vor 6 Jahren war es der Gegenkandidat Manuel Rosales den er als korrupt und unrechtlicher Bereicherung angeklagt hatte.
    Der konnte noch vor seiner Verurteilung nach Chile flüchten. Vor 9 Jahren
    waren es gleich 3 Gewerkschaft und Oppositionsführer,die er des aufwiegelns der Bevölkerung und der anstiftung zum Generalstreik angeklagt hatte.Sie wurden auch unter Hausarrest gesetzt(da über 60 kein
    Gefängnis ) konnten dann ab nach Miami und glaube Bolivien fliehen.
    Das sind die Machenschaften von Chavez,wo jede opposition gegen ihn
    im Keime erstickt werden,und das auf die übelste Art und Weise. Solange
    Chavez noch das Zepter in der Hand hat,wird es keine Opposition mehr geben.So was nennt sich dann demokratische sozialistische Partei.
    Pfui Teufel kann ich da nur sagen.

    • 1.1
      Heinz

      Die Natur hat ihren Irrtum bereits erkannt und greift regulierend ein.In nicht mehr all zu ferner Zeit wird dem Bauernlümmel das Zepter aus der Hand fallen.

      Und liebe Genossen, das ist gut so.

    • 1.2
      Pituca

      Die Anklage gegen Manuel Rosales ist keine 6 Jahre her. Am 27.11.2006 habe ich ihn noch bei einer Großkundgebung vor etwa 420.000 Anhängern in Valencia gesehen. Am 03.12.2006 folgte die Präsidentdenwahl mit zweifelhaftem Ausgang. In der selben Nacht wurde das Büro „Commando Rosales“ in der Avd. Bolivar von Rothemden mit Molotovcocktails angegriffen, gestürmt, ausgeraubt und in Brand gesetzt. Ich habe noch ein paar nette Fotos von den Ereignissen. – Erst eine Weile später kam die Anklage gegen Rosales.

      Ansonsten stimme ich jedem deiner Worte zu.

    • 1.3
      Gustavo

      „Im September 2009 wurde ein Verhörprotokoll der kolumbianischen Staatsanwaltschaft öffentlich, in dem ein kolumbianischer Auftragsmörder Manuel Rosales mit Plänen zur Ermordung von Hugo Chávez in Verbindung brachte. Rosales habe während eines geheimen Treffens im Jahr 1999 mit kolumbianischen Paramilitärs 25 Millionen Dollar für die Ermordung von Hugo Chávez geboten.“

      Ein Wunder, dass er nicht zu seinen Buddy’s in die USA/Miami geflüchtet ist!

      Quelle: (Al Jazeera)http://english.aljazeera.net/news/americas/2009/09/2009926105146717728.html
      (El Nuevo Herald; auch eine linke Zeitung ^^): http://www.elnuevoherald.com/2009/10/02/557125/rosales-niega-plan-para-asesinar.html

  2. 2
    Gast.

    Verbreitung von Falsch- Information dann müsste ja die Halbe Regierung
    im Knast sitzen weil C.H. nur einen Mittesser auf der Backe hat.
    Verrückte Welt aber der Herr wirds richten.
    AMEN.

  3. 3
    Gustavo

    Ich muss Sie daran erinnern, dass es nicht Venezuela ist, dass drei Viertel des weltweiten Kokains anbaut, sondern sein Nachbarland Kolumbien – und traurigerweis nicht schlecht davon lebt.
    Venezuela wird nur als Transitland für den Schmuggel des Kokains missbraucht.
    Jedoch ist bzw. war das bis April dieses Jahres in dem Ausmaß nur möglich, weil die korrupte venezolanische Polizei darin verwickelt gewesen ist. Leider konnte man diese Schurken in Uniform nach dem von ihnen unterstützten Putsch 2002 nicht mit einem Male entlassen, da sie sonst wieder den Aufstand gegen den Willen des venezolanischen Volkes geprobt hätten. Die venezolanische Regierung war daher gezwungen, einen Drahtseilakt zu vollziehen.
    Anfang Juli wurden dann in Caracas die letzten Polizisten der „alten Ordnung“ entlassen und die Kriminalität sank signifikant. (Am 09.06. wurde bereits berichtet, dass die Kriminalität in Caracas um 50% gesunken sei, obwohl bis dahin erst 66% der neuen Ordnungshüter im aktiven Dienst waren!)

    Wenn ich öffentlich im TV über ein mitteleuropäisches Land behauptet hätte, dass es durch seine Unterstützung der Warlords in Afghanistan – ein Land, das 75% des weltweiten Heroin-Anbaus betreibt – den Drogenhandel massiv unterstützt und gesagt hätte, dass die Kanzlerin dieses Landes durch die Welt reist und im ganz großen Stil ausschließlich Waffen- u. Rüstungsgeschäfte aus Profitgrier der ihre Politik finanzierenden Waffenlobby abschließt, dann wäre ich bestimmt länger als 2 Jahre ins Gefängnis gewandert!

    • 3.1
      Pituca

      Der Putschist (von 1992) sitzt heute in Miraflores, anstatt im Kast, wo er hin gehört, mit samt der korrupten, arbeitsscheuen Rothemden Bande.

      Nein, es ist Bolivien, das in Latein Amerika das meiste Kokain anbaut. In Kolumbien sitzen die wichtigsten Bosse des Drogenhandels, die diesen zunehmend über Venezuela abwickeln, weil sie hier rosige Bedingungen vorfinden, anstatt gejagt zu werden. Mehrere Generäle und Regierungsmitglieder in Venezuela sind Drahtzieher des Drogentransfers und der nationalen Distribution, was sie nicht mal besonders gut zu verbergen versuchen. Wer das laut ausspricht, hat Glück, wenn er nur im Gefängnis landet.

      • 3.1.1
        Gustavo

        „Nein, es ist Bolivien, das in Latein Amerika das meiste Kokain anbaut…“

        Dann haben sich alle „Experten“ geirrt, die behaupten, dass Kolumbien drei Viertel des weltweiten Kokains anbaut und die amerikanische DAS und die ganzen US-Militärbasen wären im falschen Land!
        Finden Sie nicht, dass es im bergigen Andenland Bolivien etwas schwieriger wäre ein Crackhaus zu verstecken als im Jungle?

    • 3.2
      Pituca

      Die Kriminalität in Caracas ist um 50% gesunken? Chávez hat doch schon lange die Veröffentlichung von Kriminalitätsstatistiken verboten! Wer hat denn da gegen das präsidentiale Dekret verstoßen? Ab ins Gefängnis mit dem Schurken!

  4. 4
    der ausrufer

    was heisst hier die halbe regierung?

    besser wäre DAS GANZE PACK in ihrem rosaroten kiosco in caracas.

    man darf ja gegen seine maiestät nichts nachteiliges sagen, weil ds maiestätsbeleidigung wäre und mit knast endet.
    egal was seine maiestät für scheissentscheide trifft, man darf sie nicht kritisieren.

    • 4.1
      Gustavo

      Aber, aber. Warum so traurig? Jetzt hat die Opposition in Venezuela wenigstens einen „politischen Gefangenen“ und kann ellenlange Hetzartikel und „Demokratie“- und Protestmärsche organisieren.

  5. 5
    Heinz

    @ein Verhörprotokoll der kolumbianischen Staatsanwaltschaft öffentlich.

    Ach, auf einmal werden kolumbianische Quellen als vertrauenswürdig eingestuft. Wenn es um Auswertungen von Computerfestplatten, etc. geht. ist dem nicht so.

    Ihr Roten Deppen seid doch so was von durchschaubar, dass selbst das Kotzen auf Euch zu schade ist.

    • 5.1
      Gustavo

      „Ach, auf einmal werden kolumbianische Quellen als vertrauenswürdig eingestuft. Wenn es um Auswertungen von Computerfestplatten, etc. geht. ist dem nicht so.“

      Wenn man diese „Festplatten“ so dilettantische manipuliert, dass selbst Interpol diese als gefälscht einstuft, dann muss man sich nicht wundern!

      (Nach dem Angriff auf das Rebellenlager wurden auf den besagten Festplatten 10.000 Dateien geändert bzw. 2.500 gelöscht.)

      Jetzt nochmal zum Mitschreiben: Der Auftragsmörder hat dies gestanden!

    • 5.2
      Pituca

      Ich finde die roten Deppen recht leicht durchschaubar. Ist doch seit der Generation meines Großvaters stets der gleiche Mist, die selben Sprüche und die selben katastrophalen Folgen, wenn sie mal irgendwo das Sagen haben. Seit Stalin ist denen nichts Neues eingefallen.

      Zum Glück hören auf unserem Globus immer weniger Menschen auf den Quatsch. Aber jede Ideologie, und sei sie noch so naturwidrig, unlogisch und menschenverachtend, wird auch immer ein paar Anhänger finden. Das sind stets die, die selber nie was auf die Beine stellen, die Schuld dafür bei andern suchen. In der Veränderung eines Systems werden sie aber auch nie Zufriedenheit finden, sowenig wie einer, der auswandert um Problemen davon zu laufen. Das kann nicht klappen, denn das Problem steckt in ihnen selbst.

      • 5.2.1
        Gustavo

        Tja, das ist immer dasselbe mit euch gelb-schwarzen Socken. Ihr wiederholt immer wieder dieselben Verleumdungen und Halbwahrheiten (und mehr…), die weder Hand noch Fuß haben, und wenn man zu sehr ins Detail geht, dann wird es zu kompliziert für eure Propaganda, da man dann die ganzen Widersprüche darin ganz leicht durchschauen kann (siehe meine ganzen Kommentare oben). Und dann beginnt die Polemik, da ihr euch ab diesem Punkt nicht anders zu helfen wisst…

        PS: Fragen Sie mal die abertausenden Verschwundenen aus ganz Lateinamerika, denen die Paramilitärs oftmals an einem Fluss den Bau aufgeschnitten haben, damit sie gleich untergehen und ihre Leiche nicht den Fluss hinunterschwimmt, was die von ihrem „guten“ System halten?!

      • 5.2.2
        Gustavo

        „Aber jede Ideologie, und sei sie noch so naturwidrig…“

        Man muss sich nur die Menschheitsgeschichte ansehen, um zu erkennen, wie „naturwidrig“ das soziale Miteinander ist. Denn alle Stammesgemeinschaften der frühen Menschheit und deren struktureller Aufbau wird als Urzeit-Kommunismus bezeichnet!

  6. 6
    Pituca

    Ich frage dann doch lieber die Reihe von Freunden und Bekannten, die in den letzten Jahren von tollwütig um sich schießenden Chávista ermordet wurden, oder die, die auf das Konto der Todesschwadrone der venezolanischen Regierung gehen.

    Und jetzt klink ich mich an dieser Stelle aus und überlasse Ihnen das Feld. Muss arbeiten…

  7. hallo gustavo

    du erscheinst mir hier doch ziemlich sachlich und real rüberzukommen.
    freue mich das es doch noch vernünftige leute gibt zum thema venezuela.
    ich muss mal sagen das ich jetzt im urlaub ´wieder einiges erlebt habe und mich doch sehr freue wieder nach venezuela zurück zu gehen. mit all seinen kleinen und grossen problemen aber auch mit all seinen vorteilen.
    und all den dumpfbacken würde ich auch mal wieder empfehlen nach super europa zu gehen und sich mal wieder politisch auf den neusten stand zu bringen.und hier auch noch eine kleine empfehlung zur buchlektüre.
    thomas wieczorek die verblödete republik
    da werden sich viele wiederfinden.

  8. hallo pituca
    wie kann man eigentlich freunde befragen die ermordet worden sind? sagt auch schon alles.

    • 8.1
      Pituca

      Das fragen Sie mal besser Gustavo, dessen Meinung Sie so sehr schätzen! Ich bin in dieser Form nur auf das eingegangen, was er vorher geschrieben hatte:

      Zitat: „Fragen Sie mal die abertausenden Verschwundenen aus ganz Lateinamerika, denen die Paramilitärs oftmals an einem Fluss den Bau aufgeschnitten haben, damit sie gleich untergehen und ihre Leiche nicht den Fluss hinunterschwimmt, was die von ihrem “guten” System halten?!“

  9. 9
    Der Bettler

    Ich lebe auch in Venezuela,und ich freue mich mal wieder ein paar Wochen nach Deutschland zu kommen.Erstens,weil ich endlich wieder alles das zu
    Essen bekomme,und kaufen kann,wo ich in Venezuela keine Chance habe.
    Zweitens mich gesundheitlich durchchecken zu lassen,und noch anstehende Operationen durchführen zu lassen. Obwohl ich in Venezuela
    privat versichert bin und jede Privatklinik in Anspruch nehmen kann,fühle
    ich mich sicherer in Old Germanie.Hatte 2008 einen 7 fachen Oberarm-
    bruch (Überfall) und die Behandlungsmethoden waren wie vor 50 Jahren
    in Europa.Nur Schiene und 3 Wochen im sitzen schlafen.Das Ergebnis war
    gut,aber eine furchtbare Strapaze.Von Burkard möchte ich noch gerne
    all die Vorteile von Venezuela wissen.Vielleicht finden Sie einen Vorteil
    den ich nicht schwarz auf weiß widerlegen kann.

    • 9.1
      Pituca

      Geht mir im Grunde ähnlich. Nur mit den venezolanischen Ärtzten habe ich erheblich bessere Erfahrungen gemacht, als mit den deutschen. So hat mich hier eine Fachärztin von einem Leiden befreit, das in Deutschland 30 Jahre falsch diagnostiziert und dementsprechend ergebnislos behandelt wurde. Gerade vor 2 Wochen hatte ich eine relativ komplizierte Ellbogen Operation. Alles super! Und die Zahnmedinizer sind den Deutschen um Lichtjahre vorraus. Sie sind total spezialisiert. Den „normalen“ Zahnarzt kenn ich hier gar nicht. Keiner wird z.B. einen Zahn ziehen, es sei denn er ist Kieferchirurg. Für ein Implantat sind 2-3 Spezialisten zuständig, etc.

      Dies ist aus meiner Sicht ein Vorteil dieses Landes. Aber, wie du schon andeutetest, man sollte privat versichert sein. Wer sich diesbezüglich auf das Gesundheitssystem der Regierung verläßt, stirbt leicht auf dem Korridor der Klinik…

      Allerdings geh ich niemals zum Erstbesten Arzt, sondern informiere mich vorher. Auch hier gibt es welche, die schlampig arbeiten.

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