Venezuela: Viel Öl das keiner fördern kann

Datum: 27. Juli 2011
Uhrzeit: 05:10 Uhr
Ressorts: Leserberichte
Leserecho: 6 Kommentare
Autor: Heinz Müller, Caracas (Leser)
Sprachkurs Spanisch (Südamerika)

Nach Angaben der OPEC sollen die Ölreserven Venezuelas im vergangenen Jahr auf 296,5 Mrd. Barrel geklettert sein, im von Hugo Chávez abgewirtschafteten Staat ist allerdings niemand in der Lage, die Reserven auch nur ansatzweise auszubeuten. Jahrelange Misswirtschaft haben dazu geführt, dass sich die Infrastruktur des Landes in der Steinzeit befindet.

Der staatliche Ölkonzern Petróleos de Venezuela (PDVSA), finanzieller Motor des sozialistischen Projekts von Präsident Chávez, bestätigte einen geprüften Jahresabschluss von 94.929 Milliarden US-Dollar im Jahr 2010 (Reingewinn von 3.164 Milliarden). Gleichzeitig beliefen sich die Finanzschulden des Konzerns auf fast 25 Milliarden US-Dollar. Das Unternehmen bestätigte, dass die durchschnittliche Produktion von Rohöl auf 2,97 Millionen Barrel pro Tag fiel (3.01 Millionen im Jahr 2009), während die Produktionskosten auf 5,5 Dollar pro Barrel sanken (6,33 im Vorjahr).

Auf wundersame Weise sollen die Reserven der bolivarischen Republik innerhalb eines Jahres um Sage und schreibe 40 Prozent angestiegen sein, was ausser der Regierung allerdings niemand glaubt, geschweige denn überhaupt Ernst nimmt. Selbst wenn wie hier das doppelte an Öl hätten, keiner kann es fördern. Facharbeiter sind schon längst über alle Berge, ausländische Investoren haben schon lange die Lust verloren, in dem maroden und von Zwangsenteignungen geschüttelten Land einen Cent zu investieren.

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Kommentarbereich

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  1. 1
    der demokrat

    wie soll ein bauer und rüpel auch einen staat füren können.
    klasse, respekt und manieren kann man zum teil nicht lernen und zum andern nur bedingt erreichen.
    aus einem ackergaul, kann man bekanntlich auch kein rennpferd machen.
    einen ähnlichen prunktypen hatten wir doch schon mal in zentralafrika mit
    dem kleinen napoleon „kaiser bokassa“ der war sogar gurmet auf fleisch von studenten.
    hoffen wir dass es nicht so weit kommt in venezuela des H.C.

    seine regierung und vor allem er selber schiebt seit 12 jahren eine karre vor sicher her, die immer wieder irgendwie repariert und geflickt wird, die aber bis heute noch immer nicht gesteuert werden kann.

    wie soll auch ein möchtegern könig einen staat angeführt durch eine gruppe von banditen und profiteuren (wie es schon früher war) ins richtige fahrwasser bringen, wenn er die meiste zeit damit vergeudet sich und sein ego zu pflegen.
    und vor allem sich selber aus welchem grund auch immer feiern zu lassen.

    morgen können wir einmal mehr miterleben, wie sich jemand die gesundheit als eigen neuerfindung feiern lässt.

    kurz gesagt ein kaspertheater ohne ende und ohne grenzen, ausser der natürlichen………………… alles hat ein ende!

  2. 2
    Angiven

    DOCH DIE WURST HAT ZWEI !

  3. 3
    Hombre

    der Teufel dürfte mit an seiner Tafel weiden…den wird er nicht weg lügen können!

  4. 4
    Gustavo

    China investiert zurzeit sehr sehr viele Milliarden Dollar in Venezuela, um mit der PdVSA im Orinoco-Delta bis ins Jahr 2021 etwa 4 Millionen Barrel Öl am Tag zu fördern. *1)
    Das nötige technische Equipment hat die PdVSA schon nach 5-jähriger Entwicklungszeit mit der ersten Öl-Plattform der Welt, die das schwere Öl gleich vor Ort raffinieren kann, zur Verfügung.
    Der Abbau von schwerem Öl im Orinoco-Delta lohnt sich erst bei einem Öl-Preis von 20 Dollar je Barrel. Ich glaube aber kaum, dass diese Marke jemals wieder unterschritten wird.

    Zusätzlich wird bis 2013 ein venezolanisch-brasilianisches Joint-Venture-Projekt im Wert von 25 Milliarden Dollar eine riesige Öl-Raffinerie in Brasilien errichten. *2)
    Des Weiteren liegt der durchschnittliche venezolanische Öl-Preis für dieses Jahr (Stand 08.07.11) bei 98,43 Dollar je Barrel.
    Im Jahr 2010 lag er bei nur 72,69 Dollar je Barrel.

    „…dass die durchschnittliche Produktion von Rohöl auf 2,97 Millionen Barrel pro Tag fiel (3.01 Millionen im Jahr 2009).“

    Und 2007 lag die durchschnittliche Öl-Produktion schon einmal bei 2,9 Millionen Barrel pro Tag und ist dann langsam gestiegen und jetzt wieder gefallen – das sind natürliche Schwankungen der Fördermenge!

    „…während die Produktionskosten auf 5,5 Dollar pro Barrel sanken…“

    Warum sind wohl die Förderkosten für einen Barrel Öl gesunken? Vielleicht wegen den Investitionen von PdVSA, China, Brasilien und Co. in die Effizienz der venezolanischen Öl-Förderung (siehe Öl-Plattform)?!
    (Der weltweite Durchschnitt für die Förderung von einem Barrel Öl liegt bei 5 bis 6 Dollar.)

    „Gleichzeitig beliefen sich die Finanzschulden des Konzerns auf fast 25 Milliarden US-Dollar.“

    Dieses Geld schuldet Venezuela „nur“ seinen Freunden (China, Brasilien usw.) und zahlt es in Form von verbilligtem Öl zurück.
    Außerdem sind es nur 11 Milliarden Dollar, so jedenfalls die oppositionellen Medien in Venezuela. Der Rest (14 Milliarden) sind eine Schätzung und wären nur im „Worst Case“-Szenario zu zahlen, wenn alle Prozesse vor Gericht infolge der Verstaatlichungen der PdVSA verloren werden. Jedoch glaube ich kaum, dass ein so reiches Unternehmen (hat z.B. 1,5 Milliarden Dollar ausschließlich für Prozesskosten auf der hohen Kante) jemals auch nur einen müden Cent (Verschleppung, Vergleiche, Bestechung, kleine Strafzahlungen, Verjährung usw. usf.) vor einem internationalen Gericht zahlen muss… Kapitalismus ist großartig =)

    „Auf wundersame Weise sollen die Reserven der bolivarischen Republik innerhalb eines Jahres um Sage und schreibe 40 Prozent angestiegen sein..“

    So sieht es auf jeden Fall die OECD. *3)

    PS: Venezuela nimmt durch den hohen Öl-Preis in diesem Jahr etwas 21 Milliarden Dollar mehr ein als im letzten Jahr – allein das ist ein Wirtschaftswachstum von 6 %!

    1) http://www.abn.info.ve/node/69409

    2) http://www.el-nacional.com/www/site/p_contenido.php?q=nodo/224438/Economía/Petrobras-reserva-recursos-para-asumir-parte-de-venezolana-PDVSA-en-refinería

    3) http://www.el-nacional.com/www/site/p_contenido.php?q=nodo/215186/Economía/OPEP-reconoce-crudos-extrapesados-de-la-Faja-Petrolífera-del-Orinoco

  5. 5
    Angiven

    Die angeblichen Mehreinnahmen von 21 Milliarden$ braucht er auch dringend,daß er den neuerlichen Kredit von 30 Milliarden $ an China irgend
    wie finanzieren kann.Hast Du schon mal überlegt,das China Venezuela ein-
    heimsen könnte,sofern sie mal die PDVSA übernehmen.Ihr werdet euch
    noch anschauen! Lass mal bitte Deine Links von den getürkten Regierungs
    blättchen,die liest sowieso niemand.Glaubst Du ernsthaft das China nicht
    daselbe tut,wie die enteigneten Ölkonzerne??Die kassieren genau so kräftig ab,aber die werden sich nicht so einfach rausschmeißen lassen wie
    die westlichen Konzerne.Außerdem hat Chavez soviel Schulden an China,
    daß die jahrelang kostenlos Öl abzapfen können.Das Volk hat immer
    weniger zu essen,weil sich alles nur um das Öl dreht,das er über Jahre
    hinaus schon verkauft und verbraucht hat.Chavez lebt doch nur mehr auf Pump.

  6. 6
    ttenzer

    Der Demokrat: „wie es schon immer war….“? Nicht ganz richtig, wenn du heute einen älteren (major de edad) fragst wann sie ihre beste Zeit hatten, hörst Du fast immer dasselbe:“Perez Jimenez“! Diktatur? Ohne Frage! Sicherheit? Fragwürdig aber viel mehr als heute! Valuta? Dollar und Bolivar 1:1 und aus Silber!!!! Koruption ? Ja, wen scherts wen alle zufrieden sind und leben können? Soviel zur Geschichte, TT

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