ESO und Chile unterzeichnen Abkommen über größtes optisches Teleskop der Welt

eso

Datum: 14. Oktober 2011
Uhrzeit: 12:10 Uhr
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Autor: Redaktion
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► Vereinbarung beinhaltet die Schenkung von Land

Heute haben ESO-Generaldirektor Tim de Zeeuw und der chilenische Außenminister Alfredo Moreno in Santiago de Chile im Rahmen einer Zeremonie ein Abkommen zum European Extremely Large Telescope unterzeichnet. Die Vereinbarung zwischen der ESO und der chilenischen Regierung beinhaltet die Schenkung von Land für das Teleskop, langfristige Schürfrechte um eine geschützte Region um dieses Land herum zu errichten und die Unterstützung der chilenischen Regierung bei der Errichtung des E-ELT.

Das European Extremely Large Telescope (E-ELT) mit seinem Hauptspiegel der 40-Meter-Klasse wird das größte optische Teleskop der Welt werden. Im März 2010 hatte die ESO den Berg Cerro Armazones in der Región de Antofagasta in Chile als Standort des geplanten E-ELT ausgewählt. Das neue Teleskop wird Bestandteil des Paranal-Observatoriums werden, das bereits aus dem Very Large Telescope (VLT), dem VLT-Interferometer und den Durchmusterungsteleskopen VST und VISTA besteht. Der Cerro Paranal ist nur 20 Kilometer vom Cerro Armazones entfernt, so dass große Teile der Infrastruktur von beiden Standorten gemeinsam genutzt werden können.

Das Abkommen stellt einen weiteren bedeutenden Beitrag zur wissenschaftlichen und technologischen Zusammenarbeit zwischen Chile und der ESO dar, die 1963 mit der Unterzeichnung einer ersten Vereinbarung begann. In der Zwischenzeit haben die ESO und Chile in vielen gemeinsamen astronomiebezogenen Projekten bei Instrumentierung und Technologie zusammengearbeitet, mit dem Ziel, das Bewußtsein für die Astronomie und entsprechende Kompetenzen in Chile zu fördern. Das schließt auch die Ausbildung von Wissenschaftlern, Ingenieuren und Technikern ein. Chile ist so zu einer der führenden Regionen in der Astronomie geworden.

“Das Abkommen ermöglicht es uns, das E-ELT als Teil des VLT-Systems zu errichten. Außerdem verstärkt sich dadurch unser Engagement für und die Zusammenarbeit mit der chilenischen Gesellschaft. Letztlich ergeben sich so neue Möglichkeiten für großartige Entdeckungen und technologischen Fortschritt”, erläutert Tim de Zeeuw, der Generaldirektor der ESO.

Die Vereinbarung beinhaltet die Schenkung von 189 km2 Land rund um den Cerro Armazones für den Bau des E-ELT sowie die Schürfrechte für die Umgebung über einen Zeitraum von 50 Jahren, entsprechend zusätzlichen 362 km2. Diese Maßnahme wird das E-ELT vor Lichtverschmutzung und Bergbauarbeiten schützen. Zusammen mit den bereits vorhandenen 719 km2 Land um den Cerro Paranal wächst die Schutzzone um den Paranal-Armazones-Komplex damit auf eine Fläche von 1270 km2 .

Alfredo Moreno, der chilenische Außenminister, stellt fest: “Chile hat den klarsten Himmel auf der Welt und ist Heimatland der wichtigsten astronomischen Observatorien. Das ist für uns nicht nur eine Wertanlage, sondern auch ein Beitrags zur Entwicklung der Menschheit als Ganzes. Die Anwesenheit der ESO und das E-ELT-Projekt in unserem Land zeigen deutlich, wieviel Chile an Wissenschaft und Technologie gelegen ist.”

Die chilenische Regierung verpflichtete sich außerdem zur Unterstützung in punkto Infrastruktur. Darunter fallen unter anderem die Unterhaltung der Straßen, welche die Observatorien mit der Stadt Antofagasta verbinden sowie die Mitwirkung bei der Anbindung des Paranal-Observatoriums an das nationale Stromnetz und bei der Untersuchung von Einsatzmöglichkeiten für erneuerbare Energien.

Im Gegenzug erweitert die ESO den bestehenden Anteil von 10% an Beobachtungszeit für Anträge chilenischer Astronomen auch auf das E-ELT. Mindestens drei Viertel dieser Zeit werden dabei für Anträge chilenischer Astronomen gewährt werden, die mit Astronomen aus den ESO-Mitgliedsländern zusammenarbeiten. Das fördert internationale Kooperationen – ein integraler Bestandteil eines Wissenschaftsprojektes dieser Dimension.

Das E-ELT ist das bislang ehrgeizigste Projekt der ESO. Wenn es Anfang des nächsten Jahrzehnts den Betrieb aufnimmt, soll das E-ELT sich den größten wissenschaftlichen Herausforderungen stellen. Dazu gehört unter anderem der Nachweis eines erdähnlichen Planeten in der so genannten habitablen Zone eines Sterns, auf dem sich Leben bilden könnte.

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