Elektromüll überschwemmt Lateinamerika

Datum: 22. November 2011
Uhrzeit: 17:17 Uhr
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Autor: Redaktion
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► Keine integrierte Gesetzgebung

Die Länder Lateinamerikas produzieren jährlich rund 800.000 Tonnen Elektroschrott. Ein Bericht der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur (UNESCO) bezieht sich dabei auf Studien aus Argentinien, Brasilien, Chile, Kolumbien, Mexiko und Venezuela, wo mehr als 80 Prozent des E-Mülls der Region produziert wird. Trotz dieser gewaltigen Menge gibt es in keinem der Länder eine integrierte Gesetzgebung, um auf dieses Problem zu reagieren.

Mit dem Wirtschaftswachstum der letzten zehn Jahre und den Bemühungen, die sogenannte digitale Kluft in Ländern wie Argentinien, Kolumbien und Uruguay zu verringern, wurde der Einsatz von Laptop-Computern aktiv gefördert. Eine endgültige Entsorgung von Altgeräten und die Wiederverwendung und das Recycling von Bauteilen, fordert einen dringenden Bedarf der Gesetzgebung. Die argentinische Regierung will dabei auf eine der EU nachempfundene individuelle Herstellerverantwortung setzen.

Ganz Argentinien erlebt einen Konsumboom bei elektronischen Gütern. Mobiltelefone werden durchschnittlich alle zwei Jahre durch ein Neugerät ersetzt. Bei einer Bevölkerung von 40 Millionen hat das Land 34,3 Millionen Mobilfunkkunden, eine Zahl, die auf 56 Millionen ansteigen wird. Laut Greenpeace Argentinien wurden im Jahr 2010 rund 12 Millionen Handys verkauft, zusammen mit 2,6 Millionen Computern, eine Million Fernsehgeräte und 1,2 Millionen Drucker. Da es keine gesetzliche Regelung für Altgeräte gibt, werden diese oftmals in den Müll geworfen.

In einem Jahr wurden 10 Millionen Mobiltelefone einfach weggeworfen. Sollte das Gehäuse brechen, setzen sie hochgiftige Stoffe und Schwermetalle frei, welche die Luft, Boden und Grundwasser verunreinigen. Das Land erzeugt drei Kilogramm Elektroschrott oder E-Müll pro Kopf und Jahr. Dies bedeutet 120.000 Tonnen Abfall, von denen weniger als zwei Prozent recycelt wird.

Von Umweltaktivisten durchgeführte Studien ergaben, dass rund 40 Prozent der Bevölkerung durchaus bewusst ist, dass alte Handys eine potenzielle Quelle von toxischen Belastungen sind. Dies hält 30 Prozent der Einwohner allerdings nicht davon ab, ausgediente Geräte im Hausmüll zu entsorgen. Greenpeace ist eine der aktivsten Förderer einer Gesetzesvorlage über die Entsorgung von Elektro-und Elektronikgeräten, die bereits im Senat verabschiedet wurde und gegenwärtig vom argentinischen Kongress beraten wird. Das vorgeschlagene Gesetz würde die produzierenden Hersteller und Verkaufsgeschäfte bei der Verantwortung für die Wiederverwertung oder sichere Endlagerung von elektronischen Geräten in die Pflicht nehmen und sorgt deshalb bereits im Vorfeld für Unruhe.

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