Hilfe für Haiti: Das Leben nach dem Erdbeben

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Datum: 01. April 2010
Uhrzeit: 06:35 Uhr
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Autor: Redaktion
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Knapp vor der internationalen Geberkonferenz für Haiti am Sitz der Vereinten Nationen in New York haben gestern UNICEF und die Hilfsorganisationen SOS-Kinderdorf International, Save the Children, Plan International, World Vision International und Oxfam betont, wie wichtig es sei, das Wohl der Kinder, Jugendlichen und Familien in den Fokus der Hilfsbemühungen zu rücken. Das gemeinsames Motto „A Haiti fit for children“ und „Rebulding Haiti: Put children first!“  „Der Erfolg des Wiederaufbaus wird sich vor allem bei den am schwersten Betroffenen und gleichzeitig Schwächsten zeigen, bei den Kindern“, sagte Celigny Darius, der nationale Direktor der SOS-Kinderdörfer in Haiti.

Da Kinder und Jugendliche unter 15 Jahren rund 40 Prozent der Bevölkerung ausmachen, sollte diese Generation bei dieser Diskussion um den Wiederaufbau und Neubeginn mitreden und die Zukunft des Landes aktiv mit gestalten dürfen, fordern die Hilfsorganisationen. Eine Befragung von über 1.000 Kindern ergab, dass für viele die Rückkehr in die Schule oberste Priorität hat. „Ich möchte, dass die Rechte der Kinder respektiert werden und dass alle zur Schule gehen können“, wünschte sich Erdbebenopfer Daphmika (15Jahre). Celigny Darius: „Der Wiederaufbau unseres Landes wird viele Jahre in Anspruch nehmen. Wir SOS-Kinderdorf-Mitarbeiter werden unser Bestes geben, denn es ist unser Land und unsere Heimat. Wir sind seit über 30 Jahren als lokale NGO in Haiti tätig, und wir werden bleiben! Wir wollen und werden Not leidende Kinder und bedürftige Familien langfristig unterstützen. Dafür brauchen wir die internationale Staatengemeinschaft und die vielen privaten SpenderInnen“.

Zur Zeit werden im SOS-Kinderdorf Santo bei Port au Prince knapp 500 Kinder betreut. Darüber hinaus versorgt SOS-Kinderdorf gemeinsam mit lokalen Helfern täglich mehr als 13.000 Kindern über 83 „food distribution centres“ und 16 „community centres“ mit Nahrung und Wasser sowie teils auch medizinischer Betreuung. Ein weiterer Fokus der Arbeit – gemeinsam mit Behörden und anderen NGO`s – liegt in der Suche nach den Eltern und Angehörigen der Kinder und der Familienzusammenführung. UNICEF, SOS-Kinderdorf International, Save the Children, Plan International, World Vison International und Oxfam wollen in Haiti auch in Zukunft weiter eng zusammenarbeiten, um notwendige Kinderschutzsysteme sowie den Zugang zu Schulbildung und Gesundheitsdiensten neu zu schaffen und zu verbessern.

Nach dem schweren Erdbeben in Haiti hat die internationale Geberkonferenz dem verwüsteten Karibikstaat knapp zehn Milliarden US-Dollar Aufbauhilfe zugesagt. Dieses Geld soll binnen zehn Jahren bereit gestellt werden, wie UN-Generalsekretär Ban Ki Moon am Mittwoch nach der eintägigen Konferenz mitteilte, an der 138 Staaten und Hilfsorganisationen teilgenommen hatten. Kurzfristig kann das ärmste Land der westlichen Halbkugel mit mehr als fünf Milliarden Dollar für den Wiederaufbau der vom Erdbeben zerstörten Orte rechnen. Der haitianische Präsident René Préval und Regierungschef Jean-Max Bellerive stellten auf der Konferenz einen Aktionsplan für den Wiederaufbau vor, wonach der Hilfsbedarf in den nächsten 18 Monaten auf 3,9 Milliarden US-Dollar und in zehn Jahren auf 11,5 Milliarden Dollar geschätzt wird. Der größte Spender ist Venezuela, das zwei Milliarden Dollar Hilfe zusagte. Die Europäische Union und die USA stellten 1,6 bzw. 1,15 Milliarden Dollar in Aussicht. Russland, das Haiti davor bereits mit fünf Millionen Dollar geholfen hatte, will acht Millionen Dollar spenden.

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