Schuldentilgung: Venezuela verkauft keine Insel an China

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La Blanquilla liegt etwa 300 Kilometer nordöstlich von Caracas (Foto: Internet)
Datum: 06. Dezember 2014
Uhrzeit: 16:31 Uhr
Leserecho: 8 Kommentare
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Venezuelas Wirtschaft taumelt am Abgrund. In zwölf von den letzten 15 Jahren schrieb die Zentralregierung rote Zahlen. Verschwendung, Veruntreuung sowie falsche Prioritätensetzung und Planungsunfähigkeit bedingen das Haushaltsdefizit. China, der größte Kreditgeber, hält dem linksregierten Land weiter die Stange und hat dem Regime seit 2007 rund 50 Milliarden US-Dollar an Krediten eingeräumt. Die gesamten Staatsschulden des erdölreichsten Landes der Welt sind laut den Analysen des Wirtschaftsinstituts Ecoanalítica auf über 340 Milliarden US-Dollar angewachsen. Seit mehreren Monaten halten sich die Gerüchte, dass Venezuela zur Schuldentilgung eine Insel an China abtreten will.

Dieser unverbürgten Nachricht trat nun Ministeriumssprecherin Hua Chunying gegenüber und reagierte damit auf einen Bericht verschiedener Medien in Hongkong. Dort wurde berichtet, dass die „Isla La Blanquilla“ im Karibischen Meer zur Schuldentilgung an China übertragen werden soll. La Blanquilla liegt etwa 300 Kilometer nordöstlich von Caracas und rund 90 Kilometer nördlich der Isla Margarita. Das Eiland hat einen Umfang von etwa 55 Kilometer, sowie eine Landfläche von 64,53 km².

Hua bekräftigte, dass China und Venezuela ausgereifte und effiziente Kooperationsmechanismen zur Finanzierung eingerichtet hätten. „Derzeit wird jede Zahlung von Kapital und Zinsen auf von China gewährte Darlehen normal durchgeführt. Soweit ich weiß, sind die Berichte über die Veräußerung der venezolanischen Insel unbegründet“, so Hua.

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  1. 1
    VE-GE

    Das muss man sich mal vorstellen. Jetzt wird sogar das Land verkauft!

  2. 2
    Caramba

    „Soweit ich weiss…..unbegründet…..“
    Ein klares Dementi eines Politikers klingt anders.
    Wahnsinn…..wann zum Teufel wachen die Venezolanos ENDLICH auf?!?!
    Die verdammten roten Verbrecher verscheuern ihnen das Land unter Hintern weg und niemand steht auf?!?! Hängt die Bande endlich auf, bevor der Chinese kommt, der euer Haus gekauft hat und euch rausjagt!

    • 2.1
      VE-GE

      Aber echt !

    • 2.2
      der Reisende

      Caramba@ selbst wenn die Venezolanos aufwachen das wird ihnen gar nichts bringen denn die werden sich dann mit Scheuklappen fortbewegen.
      Die würden nicht einmal merken wenn die Chinesen ihnen ihr Haus unterm Arsch wegnehmen würden.

  3. 3
    Martin Bauer

    Die Regierung hat nicht das Recht, venezolanisches Territorium an eine andere Nation abzutreten. Ein solcher Vertrag hätte keine Gültigkeit.

    • 3.1
      Caramba

      Die Regierung hat auch nicht das Recht, willkürlich Leute zu verhaften, Colectivos zu bewaffnen, auf das Volk zu schiessen, Abermillionen Dollar aus der Kasse zu klauen…….
      Ich fürchte nur, es gibt niemand, der sie daran hindern kann.
      Und wenn die Chinos dort erstmal sitzen (mit einer Radaranlage? was auch immer), dürften sie schwer zu vertreiben sein – vor allem angesichts der Milliardenschulden……
      Die Frage ist nur, was tun die USA? Dass sie in der Karibik ausser Kuba keinen zweiten kommunistischen Stützpunkt dulden, haben sie mehrfach bewiesen – zuletzt in Grenada.

      • 3.1.1
        Martin Bauer

        Die Problematik sehe ich auch. Aber auch den Chinesen dürfte klar sein, dass sie sich auf eine sehr wacklige Kiste setzen würden, mit dem „Kauf“ der Insel. Ich schätze, dass die USA ihnen schon klar machen würden, dass sie das nicht widerstandslos hinnehmen würden. Das wissen die Chinks und werden wohl kaum das Risiko eingehen. Ich halte sie für sehr realistisch in der Einschätzung ihrer Möglichkeiten. Das sind aber nur meine Vermutungen. Es kann auch anders kommen…

  4. 4
    Caramba

    Die Chinos kaufen sich jetzt schon in der ganzen Karibik ein – aber eher auf die „sanfte“ Tour, in Dominica spendieren sie z.B. eine neue Küstenstrasse, die dann komplett importiert wird, incl. Maschinen und zig Arbeiter – für die bauen sie dann auch gleich die Unterkünfte, in deren Gefolge kommen Händler und OneDollar Shops…..
    So exportieren sie ihre Überbevölkerung und nehmen gleichzeitig Einfluss. Nicht blöd…..und solche Projekte gibt es diverse in der östlichen Karibik, von Antigua bis Grenada. In Grenada im Übrigen zusammen mit Venezuela…….sozialistische/kommunistische Geopolitik, unter dem diplomatischen Radar.
    Ich glaube/hoffe auch nicht, dass sie sich den Ärger einer direkten Konfrontation antun, zumal die Amis wahrscheinlich draufhauen, noch bevor sich die Radarantenne dreht…..taktisch gesehen haben die Gringos kaum eine andere Wahl.

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