Gletscherschmelze in Peru: Kleinbauer klagt gegen deutschen Energiekonzern RWE

gletscher

Durch den Klimawandel steigt auch das Risiko, dass sich große Eisblöcke von den Gletschern lösen und in den See stürzen (Fotos: Latinapress)
Datum: 24. November 2015
Uhrzeit: 12:59 Uhr
Ressorts: Natur & Umwelt, Peru
Leserecho: 2 Kommentare
Autor: Redaktion
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Erstmals klagt ein von den Risiken des Klimawandels Betroffener gegen ein Unternehmen in Europa. Der Peruaner Saúl Luciano Lliuya reicht am Dienstagvormittag (24.) mit seiner Rechtsanwältin Dr. Roda Verheyen (Kanzlei Günther, Hamburg) beim Essener Landgericht Klage gegen den Energiekonzern RWE ein. Saul Luciano fürchtet um seine von einer möglichen Flutwelle bedrohte Heimatstadt Huaraz. Der Essener Konzern, so die Argumentation, sei maßgeblich mitverantwortlich für das Abschmelzen der Andengletscher und die dadurch entstehende Bedrohungslage für sein im Gebirgstal gelegenes Haus. RWE solle sich an der Finanzierung von Schutzmaßnahmen an dem durch die Gletscherschmelze wachsenden Gebirgssee oberhalb der Stadt beteiligen – und zwar in einer Größenordnung, die dem Anteil des Energiekonzerns an der Verursachung des globalen Klimawandels entspricht.

eis

RWE bezeichnet sich selbst als der größte CO2-Einzelemittent in Europa. Saúl Luciano Lliuya fordert, dass RWE den gerechten Anteil der Kosten für die für Huaraz erforderlichen Schutzmaßnahmen übernehmen soll. Es geht um knapp 20.000 Euro. RWE hatte Ende April ein dahingehendes Anspruchsschreiben abgelehnt. Die Klage ist daher der nächste Schritt. Der Weltklimarat IPCC führt die Gletscherschmelze in den Anden auf den Klimawandel zurück. Der Gletschersee Palcacocha, der einige Kilometer oberhalb der Stadt liegt, ist allein seit 2003 um mehr als das Vierfache gewachsen. Durch den Klimawandel steigt auch das Risiko, dass sich große Eisblöcke von den Gletschern lösen und in den See stürzen. Dann würde eine verheerende Flutwelle in den unteren besiedelten Gebieten drohen.

Luciano Lliuya’s Anwältin Dr. Roda Verheyen spricht von einem „Präzedenzfall“. Die Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch berät auf Wunsch von Saúl Luciano diesen bei seinem Anliegen.

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  1. 1
    christoph bollinger

    Qué noticias locas ! En toda la historia ocurrieron huaicos en esta region. Ahi transversa la llnea de friccion de la cordillera blanca y siempre habra terremotos y en consequencia alluviones.
    En el ano 1970 se ha destruido toda una ciudad (Yungay) al lado de Huaraz, la causa ha sido un terremoto y und huaico enorme que se cayò en la laguna de arriba.
    Este attaque juridico es una blasphemia y el ensayo de sacar plata al detrimen de otras personas sin fundamento de les hechos.
    Pobre Senor agricultor !!!!!

    Christóbal

  2. Hier ein Link zu einer Seite, deren Inhalt Sr. Luciano nicht gefallen wird, aber die der Wahrheit wohl ziemlich nahe kommt.

    http://stopesm.blogspot.de/2015/11/der-fall-huaraz-oder-die-klimasekte.html#more

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