El Salvador: Fischer fordern Schutzzone vor der Küste

boat

Datum: 06. Januar 2011
Uhrzeit: 02:38 Uhr
Leserecho: 0 Kommentare
Sprachkurs Spanisch (Südamerika)
► Gesetz zur Schaffung eine Fünf-Meilen-Schutzzone

Zum dritten Mal in zehn Jahren fordern die kleinen Fischer El Salvadors vom Parlament ein Gesetz zur Schaffung eine Fünf-Meilen-Schutzzone entlang der Küste, in der industrielle Fischerei verboten sein soll. Bei den Shrimpfangflotten stößt diese Forderung auf wenig Gegenliebe: Dabei fangen deren Netze Jungfische vor deren Fortpflanzung und dezimieren damit die Fischbestände, so Vertreter der kleinen Fischer von der Federación de Cooperativas de Producción y Servicios Pesqueros La Paz (Fecopaz) und der Federación de Asociaciones Cooperativas Pesqueras Artesanales de El Salvador (Facopades).

Derzeit liegt ein neues Fischerei und Aquakulturgesetz im zuständigen Parlamentsausschuss. Entlang der salvadorianischen Küste gibt es geschätzte 30.000 kleine Fischer. Ihnen gegenüber stehen 20 Firmen mit 35 Shrimpbooten. Die Shrimpindustrie ist allerdings seit 2003 im Abschwung. Die Shrimpexporte gingen von 10,8 Mio. im Jahr 2003 auf 800.000 Dollar 2007 zurück. Das Gremium der Shrimpindustrie behauptet seinerseits, dass etwa 70% der Shrimps ohnehin von kleinen Fischern gefangen würden. Wegen des Zusammenbruchs der Shrimpindustrie wird inzwischen der Großteil der Shrimps auf lokalen Märkten verkauft. Seit dem Zusammenbruch des Exportmarkts in den USA haben sich die einstigen Platzhirschen, nämlich mächtige Familien wie die Baldocchis und die Wrights aus dem Shrimpgeschäft zurückgezogen.

2001 wurden Schleppnetze verboten, allerdings nur in Meeresschutzgebieten. Hauptkritik gegen Schleppnetze sind die unvermeidlichen Fänge von anderen und vor allem jungen Fischen, was die Artenvielfalt und die Fischbestände schädigt und damit den Lebensunterhalt der kleinen Fischer beeinträchtigt. Die Welternährungsorganisation FAO kommt in einer Studie für 2002-2008 zur Einschätzung , dass in Schleppnetzten jährlich 15-20 Mio. Tonnen Fische gefangen werden, Shrimpflotten alleine entsorgen 1,9 Mio. Tonnen jährlich an solcherart gefangenen Fischen.

Nach Schätzungen der Fioschereiorganisationen werden in El Salvador 90% der in Schleppnetzen gefangenen Fische entsorgt. Die Vertreter der Shrimpfischer sehen diese allerdings genau umgekehrt. Sie behaupten, nicht benötigter Fang wurde an kleine Fischer weitergegeben. Eine Fünfmeilen-Schutzzone entlang der Küste wurde das Ende der Shrimpwirtschaft bedeuten und 4000 Menschen direkt sowie wie 2000 Angerstellte der Shrimpaufbereitung den Arbeitsplatz kosten.

El Salvadors kleine Fischer verweisen auf das Beispiel von Chile, wo es eine Fünf-Meilen-Schutzzone gibt. Allerdings gibt es auch dort das Problem der Überfischung. Umweltschutzorganisationen verweisen auf die Nachhaltigkeit eines solchen Gesetzes.

Anzeige
wandere aus, solange es noch geht

P.S.: Sind Sie bei Facebook? Dann werden Sie jetzt Fan von agência latinapress! Oder abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter und lassen sich täglich aktuell per Email informieren!

Publiziert in News-Partnerschaft ► El Salvador InfoblogEl Salvador-Info
© 2009 - 2016 agência latinapress News & Media. Alle Rechte vorbehalten. Sämtliche Inhalte dieser Webseite sind urheberrechtlich geschützt. Vervielfältigung und Verbreitung nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung von IAP gestattet. Namentlich gekennzeichnete Artikel und Leser- berichte geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder. Für Einsendungen und Rückmeldungen bitte das Kontaktformular verwenden.

Dies könnte Sie auch interessieren

Kommentarbereich

Hinweis: Dieser Kommentarbereich ist moderiert. Leser haben hier die Möglichkeit, Ihre Meinung zum entsprechenden Artikel abzugeben. Dieser Bereich ist nicht dafür gedacht, andere Personen zu beschimpfen oder zu beleidigen, seiner Wut Ausdruck zu verleihen oder ausschliesslich Links zu Videos, Sozialen Netzwerken und anderen Nachrichtenquellen zu posten. In solchen Fällen behalten wir uns das Recht vor, den Kommentar zu moderieren, zu löschen oder ggf. erst gar nicht zu veröffentlichen.

Leider kein Kommentar vorhanden!

Diese News ist älter als 14 Tage und kann nicht mehr kommentiert werden!