„Todesschwadronen“ verbreiten Angst und Schrecken in Venezuela

crime

Datum: 30. Mai 2011
Uhrzeit: 09:05 Uhr
Ressorts: Panorama, Venezuela
Leserecho: 5 Kommentare
Autor: Redaktion
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► Anstieg an außergerichtlichen Hinrichtungen

Laut der Menschenrechtsgruppe COFAVIC haben Morde durch sogenannte „Todesschwadronen“, begangen von ehemaligen Polizisten, in den letzten Jahren in Venezuela dramatisch zugenommen. „Wir sehen mit großer Sorge, dass in den vergangenen vier Jahren Tötungsdelikte und außergerichtlicher Hinrichtungen dramatisch zunehmen. In den meisten Fällen werden die Verantwortlichen nicht bestraft“, gab ein Sprecher der Gruppe bekannt.

Die Studie belegt, dass sich als unmittelbare Folge des Mangels an Gerechtigkeit die Öffentlichkeit des südamerikanischen Landes zunehmend hilflos fühlt. Da die Verbrechen nicht gebüßt werden, ist das Misstrauen der Bevölkerung gegenüber den Behörden gestiegen. Laut dem Nationalen Institut für Statistik des Landes verzichten 43,75 Prozent der Opfer auf eine Anzeige, da sie wissen, dass Polizisten daran beteiligt waren und sie Angst vor Vergeltung befürchten.

Der renommierte venezolanische Kriminologe Fermín Mármol León, Professor an der Universität Santa María in Caracas, teilte in einem Interview mit, dass „das Klima der Straflosigkeit in Venezuela Bedingungen geschaffen hat, welche die Bildung von „Todesschwadronen“ fördern. Diese bilden sich aus ehemaligen Beamten der korrupten Strafverfolgungsbehörden im Land.

Nach Angaben der Nichtregierungsorganistaion PROVEA wurden zwischen September 2009 und Oktober 2010 237 Personen von ehemaligen Polizisten getötet, 199 Fälle wurden von der NGO als außergerichtliche Hinrichtungen eingestuft.

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  1. 1
    der ausrufer

    wenn diese todesschwadrone einen sinn ergeben sollten, wäre es von nutzen, wenn jene subjekte, welche nicht durch die strafbehörden verfolgt werden (aus angst vor vergeltung) , durch todesschwadrone eliminiert würden. wenn der staat nicht mehr funktioniert, müssen andere für gerechtigkeit sorgen. wohl wird das aber auch nur wunschdenken bleiben.

    • 1.1
      Mango

      diese todesschwadronen wurden mal aufgelöst, ein toter verbrecher kostete kostete ansonsten 20 bis 30 stimmen

  2. 2
    Mango

    Hat es schon einmal gegeben, und es war viel weniger Kriminalität. Hoffentlich nutzt es auch diesmal.

  3. 3
    Pituca

    Es ist ja nicht so, daß diese Mörder gezielt Verbrecher umbringen. Vielmehr gehen sie ihren eigenen, illegalen Interessen nach, die sie mit Gewalt durchsetzen. Oder sie ermorden Oppositions Anhänger und Journalisten. In wessen Auftrag, läßt sich zumeist unschwer erraten.

    Und die Täter sind keineswegs nur Ex-Polizisten, sonder überwiegend solche im aktiven Dienst, sowie Nationalgardisten. Wer allerdings die reguläre Bezahlung dieser Berufsgruppen kennt, weiß, daß sie davon nicht leben können und deshalb auf zusätzliche Einnahmen angewiesen sind.

    • 3.1
      mango

      Da hast du vollkommen recht,

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