Lateinamerika hat sich weltweit als einer der am schnellsten wachsenden Kryptomärkte etabliert. Das Transaktionsvolumen steigt, und der Anteil von Stablecoins erreicht Rekordwerte, was gleichzeitig die Risiken illegaler Aktivitäten erhöht und die Compliance-Anforderungen verschärft. Laut einer Studie von TRM Labs stieg das weltweite Volumen der Krypto-Transaktionen im Privatkundenbereich im Jahr 2025 im Vergleich zum gleichen Zeitraum im Jahr 2024 um mehr als 125 %. Ein erheblicher Teil dieses Wachstums stammt aus lateinamerikanischen Ländern, wo die Nachfrage nach digitalen Vermögenswerten durch Inflation, eingeschränkten Zugang zu Bankdienstleistungen und den Ausbau der digitalen Infrastruktur angetrieben wird.
Fünf Länder der Region zählen weltweit zu den Top 25 hinsichtlich der Akzeptanz digitaler Vermögenswerte:
Brasilien – Platz 5
Venezuela – Platz 11
Argentinien – Platz 18
Mexiko – Platz 19
Kolumbien – Platz 22
Laut einem Bericht von Chainalysis belief sich das Volumen der Kryptotransaktionen in Lateinamerika von Juli 2022 bis Juni 2025 auf insgesamt rund 1,5 Billionen US-Dollar. Die Region verzeichnet mit rund 63 % im Jahresvergleich eine der höchsten Wachstumsraten weltweit. Stablecoins spielen eine Schlüsselrolle im Ökosystem der Region. Weltweit machen sie etwa 30 % aller On-Chain-Transaktionen aus, und allein in den ersten sieben Monaten des Jahres 2025 überstieg das Transaktionsvolumen von Stablecoins 4 Billionen US-Dollar, was einem Wachstum von 83 % im Jahresvergleich entspricht. Mehr als 90 % dieser Vermögenswerte sind an den US-Dollar gekoppelt, wobei USDT und USDC etwa 93 % des Marktes kontrollieren. In Lateinamerika dienen Stablecoins als grundlegende Zahlungsinfrastruktur.
Nach Schätzungen von TRM machen Stablecoins fast 95 % der Finanzströme aus, die weltweit mit sanktionierten Einrichtungen in Verbindung stehen. Im Jahr 2025 erreichte das Gesamtvolumen illegaler Kryptotransaktionen 158 Milliarden US-Dollar. Innerhalb der Region werden Stablecoins von kriminellen Netzwerken genutzt, darunter solche, die mit Drogenkartellen, außerbörslichen Brokern und internationalen Geldwäschesystemen in Verbindung stehen.
Vor diesem Hintergrund verschärfen mehrere Länder ihre Vorschriften:
Brasilien führte ein Lizenzsystem für Krypto-Dienstleister ein, das Anforderungen zur Bekämpfung der Geldwäsche sowie Transaktionslimits für Geschäfte mit nicht zugelassenen Gegenparteien umfasst.
Mexiko erweiterte die Regeln zur Finanzüberwachung und verstärkte die Aufsicht über nichtfinanzielle Organisationen.
Argentinien führte neue Anforderungen für die Registrierung und Beaufsichtigung von Krypto-Dienstleistern ein.
Besondere Aufmerksamkeit gilt Venezuela, wo Kryptowährungen Teil des täglichen Zahlungsverkehrs geworden sind. Rund 75 % der Transaktionen mit digitalen Vermögenswerten, einschließlich Peer-to-Peer-Überweisungen und Handelsgeschäften auf P2P-Plattformen, werden mit Stablecoins abgewickelt. Gleichzeitig gilt das Land als eine der Jurisdiktionen mit dem höchsten Risiko in Bezug auf Sanktionsumgehung und Schattenfinanzströme. Experten stellen fest, dass das Zeitfenster für Unternehmen, sich an die neuen Anforderungen anzupassen, rapide schrumpft. Unternehmen, die in der Region mit Kryptowährungen arbeiten, sind gezwungen, fortschrittlichere Transaktionsüberwachungssysteme und Risikoanalysen auf der Ebene einzelner Wallets und nicht nur auf Länderebene einzuführen, um regulatorische Anforderungen zu erfüllen und das Risiko illegaler Aktivitäten zu verringern.
Bis 2025 wurden Stablecoins zu einem primären Instrument für den Schutz von Ersparnissen, grenzüberschreitende Überweisungen und Geschäftsabläufe in Lateinamerika. Unterdessen stieg das Transaktionsvolumen über Kryptobörsen in der Region von 2021 bis 2024 um das Neunfache auf 27 Milliarden US-Dollar, wobei mehr als 90 % des Umsatzes auf die Stablecoins USDT und USDC entfielen.







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