Bolivien plant Zensur sozialer Netzwerke

Datum: 28. Oktober 2012
Uhrzeit: 11:43 Uhr
Leserecho: 1 Kommentar
Autor: Redaktion
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► Morales wieder einmal beleidigt

Die bolivianische Regierung hat Sanktionen gegen diskriminierende Beschimpfungen des Staatspräsidenten Evo Morales in sozialen Netzwerken angekündigt. Nach Angaben von Vizepräsident Álvaro Marcelo García Linera soll eine eigene Abteilung gegründet werden, welche die sozialen Netzwerke überwachen soll. Die linksgerichteten Präsidenten von Venezuela, Ecuador und Bolivien sind dafür bekannt, nicht besonders kritikfähig zu sein. Besonders Morales glänzte in der Vergangenheit durch voreingenommene Kommentare und Unwissenheit über Homosexualität und entschuldigte sich mehrfach bei den Dach-Organisationen für Homosexuelle und Lesben.

In den letzten Wochen fühlte sich das erste indigene Staatsoberhaupt des südamerikanischen Binnenstaates wieder einmal beleidigt. Der ehemalige sozialistische Koka-Bauer wurde auf Plattformen wie Facebook als „ignoranter Indio“ und „Koka-Bauer-Indio“ betitelt und will die Verfasser dieser „Beleidigungen“ wegen diskriminierender Akte vor den Kadi zitieren.

„In diesen sozialen Netzwerken (Twitter und Facebook) wird die Wirklichkeit enorm verzerrt. Viele der geschriebenen Dinge sind diskriminierend und rassistisch“, entrüstete sich Innenminister Carlos Romero und bestätigte, dass die Regierung eine Steuereinheit zur Überwachung der sozialen Netzwerken plane. Ebenfalls werde ein Gesetzentwurf vorbereitet, der den Zugang zu Twitter und Facebook „regulieren“ soll.

Die Opposition reagierte scharf auf die Pläne der Regierung. „Wir sind sehr besorgt, da die Regierung die sozialen Netzwerke zensieren will. In diesen Netzwerken kann man nicht erwarten, dass jeder gelobt wird. Die Opposition erhält auch Beleidigungen von Amtsträgern. Diese Kritik ist ohne Bedeutung und es würde uns nie einfallen, soziale Netzwerke zu blockieren“, erklärte Samuel Doria Medina von der Oppositionspartei: „Wir empfehlen dem Vizepräsidenten sich ein Konto einzurichten, damit er Kontakt zu den Nutzern diese sozialen Netzwerke bekommt. Er wird eine Menge über junge Menschen erfahren und gleichzeitig lernen, dass ihm sicherlich nicht jeder applaudiert“, fügte er hinzu.

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  1. 1
    Martin Bauer

    Bolivien könnte ja den Hinternlecker von Chávez und verblödeten Coca-Bauer Morales durch ein menschliches Wesen zu ersetzen, das dem Amt eines Stattspräsidenten würdig ist, und schon würde er nicht mehr mit der schmerzlichen Wahrheit konfrontiert, die er als beleidigung empfindet. Dafür würden dann die Linken den neuen Präsidenten beleidigen. Schafft man die extremen Linken ab, erledigt sich das Problem von allein.

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