Venezuela – Ukraine: Caracas und Kiew – Zwei Seiten der gleichen Medaille

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Leopoldo López ist der neue Nationalheld Venezuelas (Foto: López)
Datum: 21. Februar 2014
Uhrzeit: 10:37 Uhr
Ressorts: Leserberichte
Leserecho: 7 Kommentare
Autor: Vinicius Love, Caracas (Leser)
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Als Folge der schrecklichen Ereignisse der letzten Tage beherrschen Venezuela und die Ukraine die Titelseiten der Zeitungen. Kein Land in Lateinamerika, welches das Grauen in Venezuela nicht reflektiert und kein Land in Europa, das die Gräueltaten in der Ukraine nicht aufgreift. Jede Region ist besorgt über den Konflikt, der Bürgerkriege entfesselt und Schande und Elend über die Bevölkerung bringt.

Auf der einen Seite steht ein Venezuela, das vor einer zusammengebrochenen Wirtschaft, einer horrenden Kriminalitätsrate, einer Inflationsrate von weit über 50%, Mangel an grundlegenden Gütern wie Nahrung und Medizin unter vielen anderen Problemen steht. Eine Regierung, die ihrer Bevölkerung aller möglichen Freiheiten beraubt und der Jugend trotzdem nicht ihre Würde nehmen konnte. Diese geht mit voller Wut auf die Straße und kämpft gegen Räuber, die ihr die Gegenwart und die Zukunft stehlen will.

Nicolás Maduro sollte in erster Linie nicht vergessen, dass er sich von der Popularität und der Ausstrahlung eines Hugo Chavez Lichtjahre entfernt befindet. Seine Amtszeit ist von Fehlern und Hilflosigkeit angesichts der Krise im Land geprägt, die Militarisierung innerhalb des Regierungsapparates hält ihn noch an der Macht. Den Blick für die Realität hat er schon lange verloren, seine Anschuldigen ohne Beweise sind traurig und lächerlich.

Die Inhaftierung von Oppositionsführer Leopoldo López verwandelt diesen in einen Nationalhelden und macht ihn immer mehr zu einem Präsidentschaftskandidat für ein Venezuela in der nahen Zukunft. Alle Präsidenten der neueren Zeit waren politische Gefangene vor ihrer Wahl, sei es durch Verschwörung oder dem Nichteinverstandensein mit dem Regime der damaligen Zeit.

Die Ukraine hat eine andere Geschichte und doch sind beide Nationen in diesen Tagen durch den Schrecken vereinigt. Eines hat der Staat in Osteuropa Venezuela voraus: Präsident Janukowitsch hat eine Verfassungsreform und Neuwahlen angekündigt.

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Kommentarbereich

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  1. 1
    Fideldödeldumm

    Zitat: „Eines hat der Staat in Osteuropa Venezuela voraus: Präsident Janukowitsch hat eine Verfassungsreform und Neuwahlen angekündigt.“

    Würde für Venezuela aber nichts bringen, da das Ergebnis nach dem altbekannten Muster laufen würde.

  2. 2
    Skeptiker

    „Den Blick für die Realität hat er schon lange verloren“
    ich würde eher behaupten, dass er so was nie hatte

  3. 3
    Caramba

    Sry, aber der Keks in der Ukraine ist noch nicht gegessen. Die Meldungen sind nach wie vor widersprüchlich, die Opposition ist sich uneins ob sie zustimmen soll, die Nationalisten wissen schon dass sie nicht zustimmen, und ob die Masse den Maidan verlässt ohne dass Janukowitsch sofort zurücktritt ist mehr als fraglich. Auf Putin´s Reaktion müssen wir auch erst noch bis nach Sotschi warten, aber was wir als gesichert betrachten können, ist dass er niemals zulassen wird, dass NATO Truppen in die Ukraine kommen. Das kann er nicht zulassen, da könnte er gleich den Schlüssel zum Kreml bei Obama abliefern….und die Annäherung an die EU betrachtet Putin als ersten Schritt in diese Richtung – und das wohl zurecht, wenn man die Äusserungen der US-Diplomaten betrachtet.
    Die Situation dort ist also eine vollkommen andere!
    Ich glaube, die Venezolaner wären gut beraten, bei gewaltfreiem Protest zu bleiben – sonst wären sie wirklich nur ein Mob, der gewaltsam ein Regime stürzen will. Und Maduro hätte jede Ausrede, das gewaltsam zu verhindern, dieses Spiel können die Studenten nicht gewinnen.
    Wenn Maduro hingegen auf friedliche, unbewaffnete Demonstranten schiessen lässt, schafft das eine gänzlich andere Situation! Man sollte die Medienmacht dieser Bilder nicht unterschätzen, wer hätte vor 2 Wochen für möglich gehalten was heute passiert?
    Also weitermachen? Unbedingt!! So lange wie nötig!
    Gewalt mit Gewalt beantworten? Das eskaliert in einem Blutbad…….

  4. 4
    Martin Bauer

    Ein jugendlicher aber saturierter US Politiker (habe seinen Namen vergessen) gab gestern abend in CNN (spanisch) zum Besten, der entscheidende Unterschied zwischen den Konflikten in der Ukraine und Venezuela sei der, dass in der Ukraine, im Gegensatz zu Venezuela, eine fremde Nation ihre Interessen durchsetzen will. Auf welchem Planeten lebt der Grünschnabel eigentlich? Venezuela wird von Kuba dominiert, einer der ekelhaftesten und menschenverachtendsten Dikaturen des 20. und 21. Jahrhunderts, die ausser Mörderschwadronen aller erster Qualität nichts zustande bringt. Ausserdem zerren China und Iran an seinem Wohlergehen. Laut Internetmeldungen aus China ist die Regierung dort in Begriff, bis zu 100.000 Soldaten in Marsch zu setzen, um sich den Gegenwert von Krediten zu sichern und darüber hinaus noch sehr viel mehr. Es könnte gut sein, dass der Koyote Kuba seine Beute bald an einen Löwen verliert, der sich einen Dreck um die im Kalten Krieg lebendig eingefroren Genossen aus Havanna schert. Dann wird es Venezuela ergehen, wie den Tibetern. Und Maduro wird dabei nicht die Rolle des Dalei Lama besetzen, sondern bestenfalls die eines kleinen, korrupten Provinzverwalters, dem seine Untertanen den Hals durchschneiden wollen.
    Truppentransporte von China nach Venezuela, da muss man nicht lange überlegen, dürfen weder Europa noch die USA dulden. Früher oder später wird für beide eine massive Konfrontation mit den Chinesen unumgänglich sein, um in Freiheit zu überleben. Besser, früher!

    • 4.1
      Caramba

      Ich hoffe wirklich, dass Sie jetzt ein bisschen schwarzsehen.
      Dass das jetzige Regime unter massivem kubanischen Einfluss steht, ist wohl unbestritten.
      Der wird aber mit dem Ende der bolivarianischen Diktatur zum Erliegen kommen.
      Dass China massive wirtschaftliche Interessen in Vzla hat, auch unbestritten. Muss man ja nur die diversen Milliardenkredite zusammenzählen, um sich auszurechnen, auf wie lange die Rohstoffe Vzla´s verkauft und verloren sind.
      Aber Truppen? 100.000 Mann? Denken Sie wirklich, die würden wegen 20 oder 25 Milliarden USD einen ernsthaften Krieg anfangen? Noch dazu einen, den sie unmöglich gewinnen können? Die USA würde niemals einen derartigen chinesischen Truppenaufmarsch in ihrem Hinterhof dulden…und die US Truppen können allen Nachschub, den sie brauchen, in 3 Stunden vor Ort haben, während die Chinesen jeden Schuss Munition um den halben Globus karren müssten.
      Ich hoffe sehr, die Chinos sind nicht so gierig…….und ich glaube das ehrlich gesagt nicht ohne weiteres.
      Woher haben Sie denn ihre Information? Ich dachte immer, ICH wäre paranoid, aber nach Ihrem Post muss ich mich ernsthaft fragen, ob ich paranoid genug bin…. ;-)
      Saludos
      dd

      • 4.1.1
        Martin Bauer

        Caramba, ich beziehe mich auf Inlandsmeldungen aus China direkt, in chinesischer Sprache, die hier ein sehr fähiger Venezolaner regelmässig studiert und übersetzt. Diese Informationen sind eindeutig. Und bereits Chávez hat schon die ersten chinesichen Soldaten nach Venezuela gerufen, von denen Fotos existieren. Allerdings habe ich persönlich auch meine Zweifel, was die Anzahl betrifft

        Allein der Transport von 100.000 Soldaten um die halbe Welt ist ein Unterfangen, das China logistisch sehr schwer fallen dürfte. Ausser den USA dürften bestenfalls noch Russland, GB und Frankreich hierzu in der Lage sein. Mit Flugzeugen, die den chinesen zu Verfügung stehen, würde das 350-500 Flüge bedeuten, mit Schiffen einen ganzen Tross von Transportern. Das geht nicht heimlich übernacht und könnte wahrscheinlich auf diplomatischem Weg unterbunden werden, notfalls auch militärisch.

        Das China Absichten hegt, das gegenwärtige Machtvakuum in Südamerika zu seinem Vorteil zu nutzen, steht für mich ausser Frage. Welche Risiken die chinesiche Regierung bereit ist, dafür einzugehen, weiss nur sie allein. Und vielleicht nicht mal das, denn es ist nicht ein einzelnes Individuum, das dort den Kurs bestimmt.

    • 4.2
      Caramba

      Hola,
      hmmm …..
      Ganz sicher versucht China jedes Mittel, um seinen Einfluss zu vergrössern, und nicht nur in Südamerika. Auch die vielen aus dem Boden spriessenden Chino-Billig-Shops, die mittlerweile Südeuropa erreicht haben, in der ganzen Karibik und Lateinamerika schon zum Bild gehören und Afrika praktisch in der Tasche haben, sind kein Zufall, genausowenig wie die vielen Infrastruktur-Projekte (i.d. Karibik meist da zu finden, wo Chavez auch Projekte angefangen hat, von DR bis Grenada).
      Ich glaube/hoffe aber dass die Chinesen langfristig genug denken, keinen Krieg anzufangen, den sie heute noch nicht gewinnen können. Die warten ab, bis sie gross genug und die USA kaputt genug sind…..und dann gewinnen sie den Krieg mit dem geringstmöglichen Einsatz. Im Gegensatz zu vielen US-Militärs haben die Chinesen ihren Sun Tse gelesen……
      Ein Krieg heute in Venezuela wäre ein sehr grosses Risiko, und dafür ist die chinesische Aussenpolitik bisher nicht berühmt gewesen.
      Wie gesagt, ich glaube/hoffe……
      Aber vielleicht bin ich wirklich nicht paranoid genug.
      Saludos
      dd

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