Bergbau und sexuelle Ausbeutung von Kindern in Peru

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Datum: 08. April 2010
Uhrzeit: 11:10 Uhr
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Autor: Redaktion
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Der Bergbau in Peru wurde bereits vor zwei Jahren von Präsident Alan García zu einem Thema von „nationalem Interesse“ erklärt. Zwei Drittel der ländlichen Gemeinden sind inzwischen durch den Abbau von Gold und anderen Metallen bedroht. Der ungehemmte Raubbau an den Bodenschätzen bringt für die Bevölkerung in den umgebenden Gemeinden soziale Mißstände und gesundheitliche Probleme mit sich.

Peru hat eine Gesamtfläche von 1.285.220 km². Mehr als 12 Mio. Hektar werden vom Bergbau beansprucht. Das Land ist reich an Bodenschätzen, vor allem Gold und Kupfer, die durch internationale Konsortien ausgebeutet und exportiert werden. Die Gewinne des Bergbaus bleiben weder in der Gemeinde noch in der Region. Die Zerstörung der Wälder, Verschmutzung der Flüsse und der Ausbeutung der Arbeitskraft von Kindern in den Goldminen sind inzwischen jedoch nicht mehr das einzige Übel. Jedes Jahr werden Hunderte von Mädchen aus den Händen der Mafia befreit. Sie werden in den Zechenorten sexuell ausgebeutet und mißbraucht. Tausende von Kindern und Jugendlichen werden entführt und in den abgelegenen Gebieten zur Prostitution gezwungen.Vor drei Jahren machte bereits das Ministerium für Frauenrechte die Polizei auf eine schreckliche Realität aufmerksam, die weiter zunimmt: sexuelle Ausbeutung von Kindern.

Wie viele Kinder sind betroffen? Es gibt nur vereinzelte Berichte, die eine Vorstellung von der Größe dieser abscheulichen Realität geben. Es existieren keine offiziellen Statistiken über entführte Kinder oder unter falschen Versprechungen in die Bergbaugebiete gelockten Mädchen. 2008 hat eine Spezialeinheit der Polizei, die zur Bekämpfung des Menschenhandels eingesetzt ist, fast 400 Mädchen, die sexuell in verschiedenen Zechenorten ausgebeutet wurden, gerettet. Die Zahl erscheint nur auf dem ersten Blick als positives Zeichen, repräsentiert sie nur etwa 1% der sexuell ausgebeuteten Kinder in dem Land. Laut Ana Maria Mendieta, Berater des MIMD, Women’s Emergency Center (EMC), wurden bis März diesen Jahres neun  junge Frauen und minderjährige Mädchen aus den Handen von kriminellen Banden befreit. Sie wurden unter Bedrohungen an verschiedenen entlegenen Zechenorten zur Prostitution gezwungen. Vier Kinder, die in Bars sexuell ausgebeutet wurden, konnten ebenfalls befreit werden.

Viele Kinder erzählen nach ihrer Befreiung, dass sie zunächst durch organisierte Banden gefangen genommen wurden. Ihnen wurde eine Arbeit als Hausangestellte oder Verkäufer von Produkten versprochen. „Das Muster ist immer das gleiche: Den Kindern und Jugendlichen werden attraktive Arbeitsplätze mit hohem Einkommen angeboten. Die Eltern lassen sich dadurch leicht überreden. Meistens geben die Banden den Eltern noch einen sogenannten Vorschuss, um sie so von der Seriosität ihres Vorhabens zu überzeugen“, teilt Ana Maria Mendieta mit. Laut Tammy Quintanilla, Direktor der NGO El Pozo, geraten so 80% der Teenager in die Netze von Menschenhändlern.

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