Drogenskandal in Venezuela: Bilaterale Vetternwirtschaft schützt vor Strafe nicht

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Datum: 13. November 2015
Uhrzeit: 14:54 Uhr
Ressorts: Leserberichte
Leserecho: 1 Kommentar
Autor: Vinicius Love, Caracas (Leser)
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Die engen Beziehungen zwischen Venezuela und Haiti waren nicht genug, um die Verhaftung von zwei Neffen der venezolanischen Präsidentenfamilie zu verhindern. Dies zeigt den wichtigen Einfluss, den die Vereinigten Staaten in der Region nach immer besitzen. Die Auslieferung hat das Links-Regime in Caracas geschockt, zwei Tage waren notwendig, bis sich Despot Maduro dazu äußerte. Da den von der Regierung manipulierten Medien ebenfalls die vorgegebenen Worte fehlten, hatten die ausländischen Propagandablättchen nichts zu berichten. Präsident Maduro gab ein Beispiel für linke Wahrheitsverdreher und deren ganz eigene Logik. Auf seinem Twitter-Account bezeichnete er die Festnahme als „imperialistischen Hinterhalt“ gegen Venezuela.

Venezuela ist einer der Hauptförderer des verarmten Haiti und hat sich durch das Petrocaribe-Abkommen Verbündete/Abhängige in der gesamten Karibik geschaffen. Dies konnte allerdings nicht verhindern, dass die Neffen der Frau des venezolanischen Präsidenten, Cilia Flores, von der haitianischen Polizei verhaftet und mit Zustimmung des Justizministers von Haiti an US-Agenten übergeben wurden. Bereits Stunden später saßen die beiden Männer in einem Flugzeug nach New York und wurden am Donnerstag (12.) dem Haftrichter vorgeführt. Die vorgelegten Diplomatenpässe waren von den haitianischen Behörden rasch als nicht rechtmäßig erkannt worden, offenbar waren die Sicherheitsorgane genau instruiert.

Die USA und Haiti haben ein Auslieferungsabkommen aus dem Jahr 1905, welches in diesem Fall angewendet wurde. Dies war für den zügigen Transfer nach New York notwendig, der Auslieferung ging eine Reihe von rechtlichen Schritten, einschließlich Unterrichtung der Konsularbeamten, voraus. „Das ist, was man eine Ausweisung nennt. Die Aktion kann als Gentlemen’s Agreement bezeichnet werden. Grundsätzlich kann man sagen, dass Haiti diese Festnahme und Ausweisung nicht wollte. Die Vereinigten Staaten haben den Behörden dann erklärt, was Sache ist – so einfach ist das“, teilte David Weinstein, ehemaliger Anwalt in Miami, in einem Interview mit.

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  1. Diesmal haben sie nicht den Fehler begangen,als General Carvajal(ein wohl grösserer Fisch,als die Flores) in Aruba verhaftet wurde.Da haben die Holländern wegen Wirtschaftsinteressen klein beigegeben.Das gleiche wäre wohl auch in Haiti passiert,hätten sie auf ein Auslieferungsverfahren gewartet.Maduros Antwort spiegelt ja nur die typis Rechtsauffassung der Chavistas wieder,und diese ist gelinde gesagt total verdreht.In der Realität geniessen alle Klassen von schweren Kriminellen hier in Venezuela Schutz von Seiten der „Justiz “ und Regierung.Hier wird das Opfer zum Täter gemacht und umgekehrt.

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