Lateinamerika: Stoppt Siemens tödliches Honduras-Projekt

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Berta Cáceres hat bis zu ihrer Ermordung für den Naturschutz in Honduras gekämpft ( Foto: Rettet den Regenwald/Goldman Environmental Prize )
Datum: 28. April 2016
Uhrzeit: 20:20 Uhr
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Autor: Redaktion
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Umwelt-, Sozial- und Menschenrechtsorganisationen aus aller Welt sind über die Morde an Berta Cáceres und Nelson Garcia in Honduras schockiert. Die Geldgeber des Staudammprojeks Agua Zarca haben inzwischen auf die tödliche Gewalt in dem mittelamerikanischen Land reagiert. Die Entwicklungsbanken FMO aus den Niederlanden und FinnFund aus Finnland haben angekündigt, sämtliche Aktivitäten in Honduras ab sofort zu stoppen und alle laufenden Zahlungen zu stornieren.

Jetzt müssen sich auch die deutschen Konzerne Siemens und Voith unverzüglich aus Honduras zurückziehen, fordern 22 Organisationen. Die Firmen liefern die Ausrüstung für die Stromerzeugung des Wasserkraftwerkes. Bereits 2013 war einer der global größten Staudammbauer, der chinesische Staatskonzern Sinohydro, wegen des Landkonflikts mit den Einwohnern aus dem Vorhaben ausgestiegen. Am 2. März wurde Berta Cáceres in ihrem Haus von unbekannten Personen erschossen. Seit Jahren wurde die Leiterin der Indigenenorganisation COPINH in Honduras bedroht. 2015 erhielt die weltweit bekannte Umwelt- und Menschenrechtsaktivistin wegen ihres Kampfes gegen das Staudammprojekt Agua Zarca den Goldman Umweltpreis.

Ihre Tochter Bertha Zúniga Cáceres bringt die Baufirma DESA mit dem Mord in Verbindung. Auch der honduranischen Regierung warf sie eine Mitschuld am Tod ihrer Mutter vor, weil sie zahlreiche Konzessionen für Wasserkraft- und Bergbauprojekte auf dem Land der indigenen Einwohner vergeben habe (Fernsehinterview auf Englisch und Spanisch). Am 15. März wurde auch der COPINH-Aktivist Nelson García in seinem Haus ermordet. Er hatte indigene Einwohner unterstützt, die durch eine gewaltsame Massenräumung der honduranischen Sicherheitskräfte vertrieben wurden.

Honduras ist nach Angaben der britischen Organisation Global Witness für Umweltschützer das gefährlichste Land der Welt. Menschen, die das Recht auf ihr Land oder die Umwelt verteidigen, werden in Honduras systematisch verfolgt und ihre Leben sind höchst bedroht. Zwischen 2002 und 2014 wurden in Honduras 111 Aktivisten getötet, darunter allein 12 im Jahr 2014. Dies ist die höchste Rate bezogen auf die Einwohnerzahl in jedem von uns untersuchten Land, schreibt Global Witness in der Studie How many more? 2014’s deadly environment: the killing and intimidation of environmental and land activists, with a spotlight on Honduras. Die Mörder werden praktisch nie ernsthaft verfolgt und ermittelt, es herrscht de facto eine vom Staat betriebene Straffreiheit. Die Hauptkonflikte in Honduras bestehen in Landrechten, Bergbauvorhaben und Staudammprojekten. Etwa ein Drittel der Fläche des Landes ist in Bergbaukonzessionen aufgeteilt, zu deren Energieversorgung Hunderte Wasserkraftprojekte geplant sind.

Die Umweltschutzorganisation „Rettet den Regenwald“ bittet um eine Unterschriftenaktion

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