Gewalt und Instabilität: Reiche Brasilianer wollen das Land verlassen

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Sicherheit und politische Instabilität sind die großen Probleme von Brasilien (Foto: Latinapress)
Datum: 04. August 2018
Uhrzeit: 08:40 Uhr
Leserecho: 1 Kommentar
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Der Juni 2013 war der Beginn einer Reihe traumatischer Erlebnisse für Brasiliens Gesellschaft. Zu diesem Zeitpunkt wurde die Saat für die heutigen politischen Konflikte ausgelegt und keiner konnte ahnen, dass dem größten Land Lateinamerikas derart bewegende Zeiten bevorstanden. Als 2015 die Wirtschaft auch noch in die Rezession rutschte machte sich das Gefühl breit, dass die Politik keine Lösungen bereithält. Die Zahlen einer Studie, die im vergangenen Juni vom Meinungsforschungsinstitut Datafolha veröffentlicht wurde, sprechen für sich. Rund 52 Prozent der reichsten Brasilianer – diejenigen mit einem monatlichen Einkommen pro Haushalt von mehr als 2.500 US-Dollar – wollen das Land verlassen. Unter Hochschul-Absolventen steigt die Zahl auf 56 Prozent.

Hinsichtlich einer Wirtschaft, die 2018 voraussichtlich nur um 1,5 Prozent wachsen wird und einer Arbeitslosenquote von rund 12 Prozent gaben rund 62 Prozent der Jugendlichen zwischen 16 und 24 Jahren an, dass sie migrieren wollen. 43 Prozent der Bevölkerung würden auswandern – wenn sie könnten. Von Regierungsbehörden veröffentlichte Daten dienen ebenfalls dazu, das entmutigende Panorama zu veranschaulichen. Mit Annäherung der Präsidentschaftswahlen im Oktober dieses Jahres haben sich 41 Prozent mehr Brasilianer aus dem Ausland für die Wahlen angemeldet als 2014.

Die Zahl der Brasilianer, die bei den Behörden die notwendigen Dokumente für den Migrationsprozess eingereicht haben, lag im vergangenen Jahr bei 21.700 Personen – 300 Prozent mehr als 2011. Zu den beliebtesten Reisezielen als neues Zuhause zählt die portugiesische Riviera, sowie Städte in den USA wie Orlando und Miami. Unter den Gründen, die für den Beginn eines neuen Lebens in anderen Breitengraden angeführt wurden, sticht vor allem die ausartende Gewalt in Orten wie Rio de Janeiro hervor. Hinzu kommt der weit verbreitete Pessimismus, was die politische und wirtschaftliche Zukunft der Nation ausmacht.

„Die Hoffnung, die die Brasilianer einst in ihrem Land hatten, ist aus dem Fenster geworfen worden. Nun sind viele zu dem Schluss gekommen, dass sich die Dinge in den kommenden Jahren kaum ändern werden“, analysierte Naercio Menezes Filho, Direktor für öffentliche Politik bei Insper, einer renommierten Business School in São Paulo gegenüber dem „Wall Street Journal“.

In den USA leben nach wie vor mehr als ein Drittel der rund drei Millionen brasilianischen Expatriates weltweit. Portugal folgt dicht dahinter: Rund 85.000 Brasilianer leben im Nachbarland Spaniens und sind damit die größte Ausländergemeinschaft im südeuropäischen Staat auf der Iberischen Halbinsel. Unter den Brasilianern japanischer Abstammung beschließen viele von ihnen, in das Land ihrer Vorfahren zurückzukehren. Großbritannien und die Schweiz sind oft das Ziel der Wahl für Brasiliens Milliardäre, darunter Jorge Paulo Lehman. Der reichste Mann Brasiliens emigrierte in die Schweiz, nachdem bewaffnete Männer versucht hatten seine Kinder auf dem Weg zur Schule zu entführen.

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  1. 1
    Pablo Escobar

    Portugal, das Armenhaus Europa, da versuch mal 2500 US$ pro Monat zu verdienen!

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