Hungerzahlen steigen das fünfte Jahr in Folge

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Nach Berechnungen der Vereinten Nationen können sich mehr als drei Milliarden Menschen aktuell nicht gesund ernähren, weil sie unterhalb oder an der Armutsgrenze von 1,90 US$ pro Tag leben (Foto: AlexProimos)
Datum: 13. Juli 2020
Uhrzeit: 16:00 Uhr
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Autor: Redaktion
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Die Bundesregierung sollte ihren Kurs bei der Hungerbekämpfung korrigieren. Das fordert die Nothilfe- und Entwicklungsorganisation Oxfam anlässlich des heute vorgestellten UN-Welternährungsberichts. Demnach steigen die Hungerzahlen zum fünften Mal in Folge. Bis zu 132 Millionen werden in diesem Jahr der Covid-19 Pandemie zusätzlich unter Hunger leiden. In dem Oxfam-Bericht „The Hunger Virus“ warnt Oxfam deshalb, mehr Menschen könnten durch die Pandemie verhungern, als am Virus zu sterben. Oxfam fordert Entwicklungsminister Müller auf, den Hilfsaufruf der Vereinten Nationen zu unterstützen, sich für existenzsichernde Einkommen und Löhne einzusetzen sowie Agrarökologie ins Zentrum der Hungerbekämpfung in Afrika zu stellen.

Nach Berechnungen der Vereinten Nationen können sich mehr als drei Milliarden Menschen aktuell nicht gesund ernähren, weil sie unterhalb oder an der Armutsgrenze von 1,90 US$ pro Tag leben. Seit 2014 ist die Zahl der Hungernden um 60 Millionen gestiegen. Wenn sich der Trend fortsetzt, könnten laut den Vereinten Nationen bis 2030 mehr als 840 Millionen hungern. 51,5 Prozent der Menschen, die unter Hunger leiden, würden dann in Afrika leben, hier steigen die Hungerzahlen am stärksten.

„Angesichts der dramatischen neuen Zahlen kann es in der Hungerbekämpfung kein ‚Weiter so‘ mehr geben“, kritisiert Oxfams Agrarexpertin Marita Wiggerthale. „Diese Hungerkrise wird nicht durch schlechte Ernten, sondern durch schlechte Politik befeuert. Globalvorhaben wie die Grünen Innovationszentren, das Leuchtturmprojekt von Minister Müller, sind wenig geeignet, um die Zahl der Hungernden zu verringern. Entwicklungsminister Müller sollte eine Kurskorrektur vornehmen und Agrarökologie in den Mittelpunkt seiner Hungerbekämpfung auf dem Lande stellen.“

Zudem sollte sich Müller für ein Verbot von Dumpingpreisen in der Lebensmittelversorgungskette einsetzen, Gewerkschaften von Landarbeiter*innen unterstützen und solidarische Vermarktungsnetzwerke auf lokaler und regionaler Ebene für Kleinbäuer*innen fördern. „Millionen Kleinbauern und Landarbeiterinnen werden ausgebeutet und erzielen trotz harter Arbeit keine existenzsichernden Einkommen und Löhne“, kritisiert Wiggerthale.

In dem vergangene Woche veröffentlichten Bericht „The Hunger Virus“ warnt Oxfam, dass mehr Menschen infolge der Covid-19-Pandemie verhungern könnten, als am Virus zu sterben. „Millionen von Menschen wird das Menschenrecht verweigert, genug und gut zu essen zu haben. Die Regierungen tun viel zu wenig, um den Hunger zu bekämpfen“, kritisiert Oxfams Agrarexpertin Marita Wiggerthale. „Nur neun Prozent des Covid-19 Hilfsaufrufs der Vereinten Nationen im Bereich Ernährungssicherung sind bisher finanziert, Deutschland hat diesen bislang gar nicht unterstützt. Die Bundesregierung muss jetzt dringend handeln, um einen weiteren Anstieg des Hungers zu stoppen.“

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