Die brasilianische Bevölkerung altert und wächst immer langsamer. Das zeigt die Kontinuierliche Nationale Haushaltsstichprobenerhebung (Pnad) 2025, die am Freitag (17.) vom Brasilianischen Institut für Geografie und Statistik (IBGE) veröffentlicht wurde. Im vergangenen Jahr betrug die Wohnbevölkerung 212,7 Millionen Menschen, was einem Anstieg von 0,39 % gegenüber 2024 entspricht. Die Wachstumsrate liegt seit 2021 unter 0,60 %. Von der Gesamtbevölkerung waren 51,2 % Frauen und 48,8 % Männer. Die Verteilung der Wohnbevölkerung im Land zeigt einen Rückgang des Anteils der unter 40-Jährigen: Diese Gruppe ist 2025 um 6,1 % kleiner als 2012. Andererseits gibt es einen Anstieg bei denjenigen, die über dieser Altersgruppe liegen: 40 bis 49 Jahre (von 13 % auf 15 %), 50 bis 59 Jahre (von 10 % auf 11,8 %) und 60 Jahre oder älter (von 11,3 % auf 16,6 %).
Dieser Wandel zeigt sich auch in der Alterspyramide. Zwischen 2012 und 2025 verengte sich die Basis und die Spitze verbreiterte sich, wobei die Bevölkerung bis 39 Jahre zurückging. Die regionalen Unterschiede bleiben markant. Im Norden und Nordosten konzentriert sich der höchste Anteil an Jugendlichen – mit 22,6 % bzw. 19,1 % der Bevölkerung bis 13 Jahre –, während im Südosten und Süden der Anteil älterer Menschen höher ist, jeweils mit 18,1 % der Bevölkerung ab 60 Jahren. Auch bei der Angabe der Hautfarbe oder ethnischen Zugehörigkeit gibt es Veränderungen. In allen Regionen des Landes ist die Zahl der Personen, die sich als weiß bezeichnen, zurückgegangen. Im Jahr 2012 machten Weiße 46,4 % der Bevölkerung aus. Im Jahr 2025 waren es 42,6 %. Der Anteil der Personen, die sich als schwarz bezeichnen, stieg von 7,4 % auf 10,4 %. Die Region Nord verzeichnete das stärkste Wachstum der schwarzen Bevölkerung, von 8,7 % auf 12,9 %. Die Region Süd wies das stärkste Wachstum bei Menschen mit dunkler Hautfarbe oder gemischter Abstammung auf (von 16,7 % auf 22 %) sowie den stärksten Rückgang der Bevölkerung, die sich selbst als weiß bezeichnet (von 78,8 % auf 72,3 %).
Allein leben
Auch der Anteil der Menschen, die allein leben, stieg an. Im Jahr 2025 erreichten Einpersonenhaushalte 19,7 %. Im Jahr 2012 lag der Anteil bei 12,2 %. Die Kernfamilie – also mindestens ein Paar, eine Mutter mit Kindern oder ein Vater mit Kindern – ist nach wie vor die vorherrschende Form: 65,6 % der Haushalte. Dieser Anteil ist jedoch im Vergleich zu 2012 gesunken, als er noch bei 68,4 % lag. Die Erhebung zeigt Unterschiede nach Alter und Geschlecht bei den Personen, die alleine leben. Bei den Männern sind 56,6 % derjenigen, die sich in dieser Situation befinden, zwischen 30 und 59 Jahre alt. Bei den Frauen ist der höchste Anteil (56,5 %) bei denjenigen zu finden, die 60 Jahre oder älter sind. Was die Wohnsituation betrifft, stieg der Anteil der Mietwohnungen auf 23,8 %, ein Anstieg um 5,4 Prozentpunkte seit 2016. Der Anteil der abbezahlten Eigenheime sank hingegen auf 60,2 %, was einem Rückgang von 6,6 Prozentpunkten im gleichen Zeitraum entspricht. Auch bei der Art der Wohnform gab es Veränderungen: Einfamilienhäuser dominieren zwar weiterhin, ihr Anteil ging jedoch auf 82,7 % zurück, während der Anteil der Wohnungen auf 17,1 % stieg.
Infrastruktur
Die Infrastrukturindikatoren zeigen Fortschritte, doch bestehen weiterhin regionale Ungleichheiten. Der Zugang zu Wasser aus dem öffentlichen Netz erreichte 86,1 % der Haushalte, wobei der Anteil in städtischen Gebieten bei 93,1 % und in ländlichen Gebieten bei nur 31,7 % lag. Der Norden weist den geringsten Anteil an Haushalten mit Zugang zum öffentlichen Netz auf: 60,9 %. Und ein beträchtlicher Anteil der Haushalte ist auf Tiefbrunnen oder artesische Brunnen angewiesen: 22,8 %. Im Südosten stammen 92,4 % der Wasserversorgung aus dem öffentlichen Netz. Bei der Abwasserentsorgung haben 71,4 % der brasilianischen Haushalte Zugang zum öffentlichen Netz oder zu einer an das Netz angeschlossenen Klärgrube, doch dieser Anteil sinkt im Norden auf 30,6 %, wo andere, prekärere Formen der Abwasserentsorgung noch vorherrschen (39,3 %). Im Südosten beträgt der Anteil des Zugangs zum öffentlichen Netz oder zu einer an das Netz angeschlossenen Klärgrube 90,7 %.
Die direkte Müllabfuhr durch Reinigungsdienste erreicht 86,9 % der Haushalte des Landes, ein Anstieg um 4,2 Prozentpunkte seit 2016. Der Norden und der Nordosten weisen die niedrigsten Anteile an direkter Müllabfuhr (beide mit 79,3 %) und die höchsten Anteile an auf dem Grundstück verbranntem Müll auf (14,5 % bzw. 13 %). Der Zugang zu Strom ist nahezu flächendeckend, nur 2,7 % der ländlichen Haushalte sind nicht an das Netz angeschlossen. In städtischen Haushalten liegt dieser Anteil bei 0,5 %. Der ländliche Teil der Nordregion weist nach wie vor die schlechtesten Werte auf: 15,1 % der Haushalte haben keinen Zugang zum allgemeinen Stromnetz. Die Erhebung zeigt auch einen Anstieg beim Zugang zu langlebigen Gütern. Im Jahr 2025 verfügten 98,4 % der Haushalte über einen Kühlschrank und 72,1 % über eine Waschmaschine. Im Jahr 2016 lagen diese Werte bei 98,1 % bzw. 63 %. Der Anteil der Haushalte mit einem Auto erreichte 49,1 %, während Motorräder in 26,2 % der Haushalte vorhanden sind.







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