Brasilien: Lange Haftstrafen nach Brand in Nachtclub

kiss

Das Feuer gilt nach dem Zirkusbrand von Niterói (1961) mit circa 500 Toten als die zweitschwerste Brandkatastrophe in der Geschichte Brasiliens (Foto: Wilson Dias/Agência Brasil/Arquivo)
Datum: 11. Dezember 2021
Uhrzeit: 16:49 Uhr
Ressorts: Brasilien, Panorama
Leserecho: 0 Kommentare
Autor: Redaktion
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Ein brasilianisches Gericht hat vier Personen zu langen Haftstrafen verurteilt, weil bei einem Brand während einer Party im Jahr 2013 242 Clubbesucher ums Leben kamen. Das Feuer brach aus, als Mitglieder einer Band, die im Nachtclub Kiss in der südlichen Stadt Santa Maria auftrat, Fackeln anzündeten, die die Decke in Brand setzten. Es kam zu einer Massenpanik und die meisten Opfer starben an einer Rauchvergiftung. Die beiden Besitzer des Clubs und zwei Bandmitglieder wurden des Mordes und des versuchten Mordes für schuldig befunden.

Eine polizeiliche Untersuchung ergab, dass Funken einer Fackel, die von der Band „Gurizada Fandangueira“ auf der Bühne angezündet worden war, das Isoliermaterial des Nachtclubs in Brand gesetzt hatten, was wiederum zu den giftigen Dämpfen führte. Den Untersuchungsergebnissen zufolge gab es in dem Lokal keine funktionierenden Feuerlöscher und eine unzureichende Notfallbeschilderung. Die Beamten stellten fest, dass es nur zwei Notausgänge gab. Der Brand ereignete sich während einer Universitätsparty, und die meisten Opfer waren Studenten im Alter zwischen 17 und 30 Jahren. Mehr als 600 Menschen wurden verletzt. Bei dem Prozess wurden 14 Überlebende und 19 weitere Zeugen vernommen. Die Verhandlung wurde live im Fernsehen und auf anderen Medienplattformen übertragen und erregte große öffentliche Aufmerksamkeit.

Elissandro Spohr und Mauro Hoffmann, die Besitzer des Nachtclubs, wurden zu 22 bzw. 19 Jahren Gefängnis verurteilt. Die Bandmitglieder Marcelo de Jesus dos Santos und Luciano Bonilha Leão erhielten eine Haftstrafe von jeweils 18 Jahren. Die vier wurden jedoch sofort freigelassen und bleiben in Freiheit, während ihre Anwälte in Berufung gehen.

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