Das Vertrauen der Brasilianer in die Nationalmannschaft für die kommende Weltmeisterschaft ist weiterhin gering: 46 % der Bevölkerung glauben, dass Brasilien nicht über das Viertelfinale hinauskommen wird. Die Umfrage zeigt zudem, dass nur 29 % die Mannschaft als Weltmeister sehen, was ein pessimistisches Bild hinsichtlich der Leistung bei dem internationalen Turnier in den USA, Mexiko und Kanada widerspiegelt. Die Daten stammen aus einer Umfrage des Instituts Datafolha, die von der Folha de S.Paulo veröffentlicht wurde. Im Rahmen dieser Umfrage wurden zwischen dem 7. und 9. April dieses Jahres 2.004 Personen in 137 Gemeinden befragt, bei einer Fehlerquote von zwei Prozentpunkten. Der Umfrage zufolge rechnen 21 % der Befragten mit einem Ausscheiden genau im Viertelfinale, während 10 % glauben, dass die Mannschaft bereits im Achtelfinale ausscheiden wird. Eine noch skeptischere Gruppe sieht Schwierigkeiten bereits zu Beginn des Wettbewerbs: 14 % trauen der Mannschaft die Qualifikation für die K.o.-Runde nicht zu, und 1 % rechnet mit einem Ausscheiden bereits in der ersten K.o.-Runde.
Trotzdem glauben 44 % der Befragten, dass die von Carlo Ancelotti trainierte Nationalmannschaft die Hürde des Viertelfinals nehmen wird. Innerhalb dieser Gruppe rechnen 8 % mit einem Ausscheiden im Halbfinale, 7 % glauben, dass Brasilien das Finale erreichen wird, jedoch ohne Titel, und 29 % gehen von einem sechsten Weltmeistertitel aus. Der Anteil der Brasilianer, die ihr Land als Favoriten auf den Titel betrachten, ist der niedrigste, der in der vor rund 30 Jahren begonnenen historischen Reihe von Datafolha verzeichnet wurde. Der Wert ist auch im Vergleich zur vorherigen Umfrage vom Juli 2025 zurückgegangen, als 33 % auf den Titel setzten, kurz nachdem Ancelotti das Ruder der Nationalmannschaft übernommen hatte.
Die Umfrage zeigt auch unterschiedliche Wahrnehmungen zwischen den Gruppen. Unter den Frauen sehen 32 % Brasilien als Favoriten, während dieser Wert bei den Männern auf 26 % sinkt, was innerhalb der Fehlermarge ein technisches Unentschieden bedeutet. Auch die politische Spaltung spiegelt sich in den Ergebnissen wider. Unter den Wählern von Präsident Luiz Inácio Lula da Silva glauben 36 % an den Titel, und 53 % gehen davon aus, dass die Mannschaft zumindest das Viertelfinale überstehen wird. Unter den Wählern von Flávio Bolsonaro sehen hingegen 26 % Brasilien als Weltmeister und 40 % glauben, dass die Nationalmannschaft diese Phase des Turniers überstehen wird.
Die jüngste Geschichte bei Weltmeisterschaften hilft, das Klima des Misstrauens zu erklären. Seit dem Titelgewinn 2002 hat Brasilien nur einmal das Viertelfinale überstanden, nämlich 2014, als es im Halbfinale eine 1:7-Niederlage gegen Deutschland hinnehmen musste. Bei den folgenden Turnieren schied die Nationalmannschaft 2018 im Viertelfinale gegen Belgien und 2022 gegen Kroatien aus.







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