Weniger Personen pro Haushalt und eine wachsende Zahl von Einpersonenhaushalten verändern die Familienzusammensetzung in Kolumbien, wie aus der nationalen Umfrage zur Lebensqualität 2025 hervorgeht. Basierend auf 87.060 Interviews mit mehr als 235.000 Menschen im ganzen Land liefert die Erhebung einen umfassenden Überblick über die Lebensbedingungen und sozioökonomischen Trends. Im Nachbarland von Venezuela leben derzeit etwa 53,4 Millionen Menschen in 18,95 Millionen Haushalten, mit durchschnittlich 2,82 Personen pro Haushalt – ein leichter Rückgang gegenüber 2,86 im Jahr 2024. Diese Verschiebung spiegelt einen stetigen Anstieg der Einpersonenhaushalte wider, deren Anteil von 18,4 % im Jahr 2022 auf 20,2 % im Jahr 2025 gestiegen ist. Gleichzeitig nehmen Haushalte mit zwei Elternteilen weiter ab, von 53,4 % im Jahr 2022 auf 51,3 % im Jahr 2025, während Haushalte mit alleinerziehenden Eltern leicht auf 24,3 % gestiegen sind. Haushalte mit weiblichem Haushaltsvorstand blieben mit 46,4 % stabil, wobei die meisten dieser Haushalte von Frauen ohne Partner geführt werden.
Wohnverhältnisse verbessern sich
Das Wohnungsdefizit ging im vergangenen Jahr von 26,8 % auf 25,6 % zurück, was auf Verbesserungen sowohl bei den quantitativen als auch bei den qualitativen Wohnverhältnissen hindeutet. Etwa 3,6 Millionen Haushalte stehen weiterhin vor Wohnproblemen. Mieten bleibt die häufigste Wohnform: 40,8 % der Haushalte mieten, während 34,8 % ihre Wohnungen vollständig besitzen.
Der Internetzugang nimmt zu
Der Internetzugang verzeichnete einen der größten Zuwächse und erreichte im vergangenen Jahr 73,9% der Haushalte – ein Anstieg um 8,3 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr. Ländliche und abgelegene Gebiete verzeichneten die größte Verbesserung, doch bestehen weiterhin Lücken in der Netzabdeckung, wobei Regionen wie Vaupés und Vichada nach wie vor hinterherhinken.
Gesundheit und Lebensqualität
Kolumbien nähert sich einer flächendeckenden Gesundheitsversorgung: 97,2 % der Bevölkerung sind mittlerweile im nationalen Gesundheitssystem versichert, gegenüber 92,8 % im Jahr 2019. Die Wahrnehmung der Servicequalität verschlechterte sich jedoch bei mehreren Indikatoren, darunter der Zugang zur Versorgung und die Bereitstellung von Medikamenten. Auch die frühkindliche Betreuung verbesserte sich: 42 % der Kinder unter fünf Jahren besuchen Betreuungs- oder Bildungseinrichtungen, gegenüber 38,7 % zuvor.
Bildungstrends
Die Schulbesuchsquote ist in den ersten Schuljahren hoch, sinkt jedoch mit zunehmendem Alter: 98,2 % in der Grundschule, 96,8 % in der Sekundarstufe I, 87,8 % in der Sekundarstufe II und nur 48,4 % im Hochschulbereich. Dennoch hat sich der Zugang zur Hochschulbildung im Laufe der Zeit verbessert und ist von 33,9 % im Jahr 2019 auf 37,6 % im Jahr 2025 gestiegen.
Nutzung von Technologie
Bei den über Fünfjährigen sind Mobiltelefone die am häufigsten genutzte Technologie (91,9 %), gefolgt von Internetzugang (82,3 %) und Computern (36,1 %).
Wahrnehmung von Armut und Sicherheit
Etwa 37,6 % der Haushaltsvorstände betrachten sich selbst als arm – der niedrigste Stand seit 2019 –, wobei diese Wahrnehmung in Haushalten mit weiblichem Haushaltsvorstand höher ist. Gleichzeitig gaben 80,5 % der Befragten an, sich sicher zu fühlen, ein Wert, der dem des Vorjahres entspricht.
Rückgang der mehrdimensionalen Armut
Die Umfrage hebt auch die anhaltenden Fortschritte bei der Verringerung der mehrdimensionalen Armut hervor, die von 11,5 % im Jahr 2024 auf 9,9 % im Jahr 2025 sank. Dieser Indikator spiegelt Benachteiligungen in Bereichen wie Bildung, Gesundheit, Wohnen, Beschäftigung und Zugang zu Dienstleistungen wider und setzt trotz eines vorübergehenden Rückschlags während der Pandemie einen langfristigen Abwärtstrend fort. Die Ergebnisse deuten auf eine allmähliche Verbesserung der Lebensbedingungen in ganz Kolumbien hin, einhergehend mit erheblichen demografischen Veränderungen in der Struktur der Haushalte und der Wahrnehmung der Lebensqualität durch die Menschen.







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