Produktion von transgenem Saatgut: Paraguay unterzeichnet Vereinbarung mit Monsanto

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Datum: 11. November 2012
Uhrzeit: 12:14 Uhr
Leserecho: 7 Kommentare
Autor: Redaktion
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► Keine Kosten durch Technologietransfer

Das paraguayische Institut Tecnología Agraria (IPTA) hat mit dem US-Biotechnologie-Unternehmen Monsanto eine Vereinbarung zur Produktion von transgenem Saatgut unterzeichnet. Laut Luis Llano Imas, Inhaber von IPTA, war der Vertrag bereits durch den Minister für Landwirtschaft und Viehzucht (MAG) Enzo Cardozo, genehmigt worden. Imas betonte, dass durch den Technologietransfer weder der Regierung noch den Produzenten Kosten entstehen werden.

Kritiker monieren, Monsanto betreibe eine offensive Aufkaufpolitik anderer Saatgutunternehmen und halte bereits eine Monopolstellung bei der Produktion von genverändertem Saatgut. 2005 lag der Marktanteil von Monsanto laut Greenpeace bei über 90 % aller weltweit angebauten transgenen Pflanzen. Greenpeace behauptet, Monsanto wolle die globale Landwirtschaft vollständig unter seine Kontrolle bringen. Zu einigen Produkten von Monsanto gibt es Kontroversen bezüglich möglicher Gesundheitsgefährdungen.

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  1. 1
    Martin Bauer

    „Greenpeace behauptet, Monsanto wolle die globale Landwirtschaft vollständig unter seine Kontrolle bringen.“

    Dies, und nichts anderes, trifft selbstverständlich zu. Der Prozess ist bereits recht weit gediehen und kaum jemals wieder umkehrbar. Die Möglichkeit, sich genetisch modifiziertes Saatgut patentieren zu lassen, wird bald zu der absurden Situation führen, dass einigen, wenigen Firmen das Monopol auf die Gene von Nutzpflanzen zusteht. Das werden sie dann auch mit „Nutztieren“ machen, und letzendlich auch mit dem „Nutzmenschen“, der nur brav arbeitet, steuern zahlt und möglichst rasch verschwindet, wenn er nichts mehr prozuzieren kann. In diesem letzten Punkt sind ihnen allerdings die Sozialisten weit vorraus.

  2. 2
    hugo

    tja herr bauer. warum macht monsanto dann diese aktion wohl. warum machen sie dies nicht in den vereinigten staaten. es gäbe viele fragen hierzu.

  3. 3
    Martin Bauer

    Was veranlasst Sie zu der Annahme, dass Mosanto dies oder Ähnliches in den USA nicht betreibt? Gerade dort steht von politischer Seite der ungehemmten Entwicklung und Produktion von gentechnisch veränderten Produkten kaum etwas im Wege, nicht zuletzt wegen intensiver Drehtürpolitik, also der Rotation von Individuen aus dem Firmenmanagement durch die Politik und zurück ins Unternehmen. Aber Mosanto hatte einst von Cargill die weltweite Saatgutsparte AUSSERHALB der USA gekauft, was wohl auch eine Rolle spielt, und Konkurrenten, nicht zuletzt Bayer, wollen auch ihren Anteil am Kuchen.

    Wie auch immer, nicht erst seit Agent Orange gehört Mosanto zu den meist kritisierten Firmen der Welt, und das wohl zu Recht, da sie zum Einen durch massive Eingriffe in die durch evolutionäre Schöpfung der Natur geschaffenes Leben verändern, tierisches und pflanzliches, mit z.T. unabsehbaren und irreversiblen Folgen, also „die Rolle Gottes als Herr der Schöpfung“ übernehmen wollen, zum Andern, weil sie, wo immer die nationale Rechtslage es gestattet, Bauern, die ihr Saatgut verwenden, vertraglich untersagen, aus Ernteerträgen gewonnenes Saatgut erneut auszusäen, was weltweit seit Jahrtausenden fundamentaler Bestandteil der Agrarwirtschaft ist.

    Rein vorsorglich: In sozialistischen Systemem gilt die Drehtürpolitik nicht als verwerfliche Einflussnahme der Wirtschaft auf die Politik, vielmehr ist sie fester Bestandteil des Systems, da Betriebe staatlich sind und der direkten Kontrolle der Regierung unterstehen. Dort kann geschaltet und gewaltet werden, ohne dass das System auch nur die Institutionen zulässt, Kritik zu üben. Beispiele trauriger Resultate finden sich genug.

    • 3.1
      hugo

      herr bauer. da habe ich mich vielleicht etwas missverständlich ausgedrückt. natürlich wird gentechnisch verändertes saatgut auch in den usa ausgebracht.dort muß man sich bei fehlversuchen und deren folgen vielleicht etwas wärmer anziehen (schadenersatz und dergleichen mehr) als in dritte welt ländern. nachdem alles linke böse ist, hätte mich es auch gewundert, wenn nicht sofort der verweis auf die sozialistischen systeme gekommen wäre, als ob dies eine rechtfertigung für das tun von monsanto wäre. die inder haben sich erfolgreich gegen diese übernahme durch die hintertür zur wehr gesetzt.

      • 3.1.1
        Martin Bauer

        Ich halte durchaus nicht alles Linke für böse, nur den Extremismus. Ich wollte auch in keiner Weise das Treiben von Monsanto rechtfertigen, sondern lediglich beleuchten, dass Einflussnahme der Wirtschaft auf die Regierung im Kapitalismus als illegaler Missstand betrachtet wird, wenn auch als weit verbreiteten, während im Sozialismus Wirtschaft und Regierung Eins sind. Letzteres halte ich für sehr, sehr viel schädlicher.

  4. 4
    cleverle

    Liebe Mitmenschen, ist das ganze nicht ein „genozid“? Das das einmal z.Bsp. in Paraguay passieren würde, hätte ich nicht vor 30 Jahren gedacht.
    Warum lässt sich die Bevölkerung bzw. die Einwanderer das gefallen? Leute , vernichtet doch einfach diesen Aufwuchs. Öfter wie 3 Jahre hinter einander wird das Monanto nicht finanzieren können. Klärt die Polizei auf, was solches Treiben für Folgen haben wird. Dann machen die da bestimmt nicht mehr mit. Da nützt ihnen dann die Schmiergelder auch nichts mehr, wenn sie oder ihre Kinder tod oder unheilbar erkrankt sind.

    • 4.1
      Martin Bauer

      Ginge es nur um diese eine Firma, wäre das vielleicht gar keine so schlechte Idee. Wobei ich allerdings glaube, dass Mosanto dies länger durchhalten würde, als seine Gegner. Aber wer sich heute gegen die Riesen der Agrarwirtschaft und der Gentechnologie stellt, oder gegen die der Energiewirtschaft, legt sich mit fast jeder Regierung der Welt an. Handelt es sich hierbei um regionale Erscheinungen, ohne Aussicht auf dauerhaften Erfolg (dazu zähle ich auch die Regierungen von Venezuela und Kuba), dann greifen Mittel wir Isolieren und Abwarten. Wer jedoch versucht, das Geschäft dieser Brachen grundsätzlich und nachhaltig zu gefährden, schaufelt sein eigenes Grab.

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